Wir diskutieren in Deutschland über so genannte Pullfaktoren.

Ja! Was könnten wir tun, um diese Pullfaktoren noch etwas anzureichern? Die Politik lässt sich gerade in letzter Zeit immer neue, gute Dinge dazu einfallen.

Und was da nicht heute schon alles dazugehört:

  • Die ersten Pullfaktoren sind bereits in den nordafrikanischen Lagern deutlich zu erkennen. Dort können Geflüchtete in aller Ruhe und Gelassenheit auf die Boote warten, die sie übers Mittelmeer bringen (sollen).
  • Wer kentert – die Chancen stehen wie man hört gut – hat fast die Garantie, dass „Sophia“ oder eine private Gesellschaft die Seenotrettung übernimmt. Fast.
  • Hat man sich geschickt angestellt und ist zum Beispiel nicht etwa an der Grenze von Italien nach Frankreich hängengeblieben, sondern es irgendwann (nach Monaten) geschafft, in das Land der Wahl zu kommen – sagen wir Deutschland – erwartet einen ein tolles Leben in den eigens dafür bereitgestellten Flüchtlingsunterkünften
  • Später folgt die Bereitstellung von Reihenhäusern oder großzügigen Wohnungen. Die gastfreundliche einheimischen Bevölkerung stellt dafür ihre eigenen Wünsche bereitwilligst hinten an
  • Die Sozialleistungen, einschließlich dem Kindergeld (übrigens auch für Kinder mit Zweitfrauen), das die Autochthonen seit Jahren als Hartz IV diffamieren, stellen einen weiteren Anziehungspunkt für die Menschen aus vielen afrikanischen Ländern dar. Schließlich ist alles besser als irgendwo in einem kleinen Zelt im Westen oder Osten Afrikas dahinzuvegetieren.
  • Diese großzügigen und wunderbaren Leistungen werden flankiert durch das sympathische Auftreten der stets wohlmeinenden autochthonen Deutschen, die ihre Minderheiten (die Türken zum Beispiel) mit besonderer Sympathie (auch beim Volkssport, dem Fußball) begleiten und ihnen ihre Bewunderung und Wertschätzung ausdrücken.

Angesichts dieses sehenswerten Leistungskataloges und der hiervon ausgehenden Anziehungskraft versteht doch jeder, dass in Zeiten des Smartphones (jeder von denen hat ja mindestens eins!) die Geflüchteten allzu gern nach Deutschland kommen. Andere Länder der EU bieten längst nicht diesen Komfort und dieser Herzlichkeit. Außer natürlich in Ungarn. Die haben wir nur einmal geschlagen. Und das war im WM-Endspiel 1954. Wer erinnert sich daran schon noch? Die sind bei den wirklich wichtigen Fragen wie der EU-Solidarität einfach nicht zu schlagen.

Wie gesagt, die Smartphones sorgen dafür, dass die Geflüchteten, ihre Geschichten von diesem Land, in dem Milch und Honig fließen, in ihre Heimat schicken.

Eigentlich sollten doch viel mehr kommen. Hm. Vielleicht haben unsere Pullfaktoren ihren Reiz verloren. Da wird also nachgearbeitet werden müssen.

Irgendwann Anfang der 2000er Jahre habe ich mit dem Bloggen angefangen. Es ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo.

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