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Republikanische Präsidenten, der Stolz der Vereinigten Staaten?


 • Letzte Änderung: 15. Feb. 2021  3 Min. 492 Views

Robert Redford sprach in einem Interview davon, dass sich »die Amerikaner*Innen« eigentlich nicht über Trump beschweren dürften. Schließlich sei er nur im Amt, weil sie die Entscheidung so getroffen hätten. Mit wem sie es zu tun hätten, sei hinlänglich bekannt gewesen. Ich kann nur sagen, dass ich schon seit Trumps Nominierung dieser Ansicht bin. Meine negative Meinung über »die Amerikaner« hat sich seit den Wahlen und der heute immer noch viel hohen Umfragewerte für Trump stetig verfestigt.

Wer sich in Deutschland kritisch zu Trump äußert, stößt allerdings auch hier durchaus auf Widerspruch (meist aus dem rechtsnationalen Lager). Der Vorwurf lautet, man solle lieber vor der eigenen Haustür kehren. Ja, wir haben in Deutschland genug Probleme. Wenn Nationalisten diese Einstellung vertreten, darf man ihnen das nicht verübeln. Sie richten halt zwangsläufig ihren Blick aufs Inland. Fühlt man ihnen aber auf den Zahn, spürt man schnell, wie hohl diese Aussagen sind. Selbst Nationalisten ist nicht entgangen, dass diese Welt anders funktioniert als vor 40 oder 50 Jahren.

Präsidenten
Ronald Reagan, US-Präsident

Während meiner Lebenszeit habe ich die Wirkung der jeweiligen US-Präsidenten nicht so intensiv verfolgt, dass ich faire Vergleiche mit Donald Trump anstellen könnte. Ich weiß, dass ich große Erwartungen an Präsident Barack Obama hatte. Obwohl ich ihn bis heute gegen Angriffe Trumps und seiner Republikaner verteidige, sind mir die Enttäuschungen und Fehlentscheidungen Obamas nicht entgangen. Ich finde Trumps Strategie gut, die USA nicht in irgendwelche militärischen Abenteuer zu verwickeln. Er soll der erste Präsident nach dem zweiten Weltkrieg sein, der die USA nicht in einen Krieg führte. Es fragt sich nur, wie seine permanenten Drohgebärden zu lesen sind. Wie ernst ist ein Oberbefehlshaber zu nehmen, der einen geplanten Angriff (Iran) im letzten Moment absagt? Nun, das war eine der wenigen Handlungen Trumps, die ich persönlich echt gut fand.

Andererseits hat er den Militäretat in astronomische Größenordnungen gepusht. Für Frieden sorgt er nicht. Er droht und zetert wie ein ganz Großer. Ein schwerer Vorwurf an Obamas Adresse lautet, er habe den Drohnenkrieg ausgeweitet. Dabei hatte Obama die CIA per Dekret angewiesen, alle zivilen Opfer öffentlich bekannt zu machen. Diese Anweisung hat Trump längst zurückgezogen. Über die Opferzahlen darf unter Trump also lediglich spekuliert werden. Sucht bei Google nach Drohnenopfern, dann seht ihr, welche Auswirkungen die Anweisung Trumps hatte. Die Meldungen enden (auch im englischsprachigen Bereich) mit der Info über Trumps Entscheidung im März 2019.

Ronald Reagans Wahlsieg war kein Zufall, sondern das Werk großangelegter Manipulationen durch das organisierte Verbrechen.

phoenix history – phoenix

Wer an republikanische Präsidenten denkt, kommt unmittelbar auf Richard Nixon und auf Ronald Reagan, George Bush und George W. Bush. Welches Leid diese Männer über die USA und die Welt gebracht haben, scheint die US-Amerikaner kein bisschen zu beeindrucken. Nein, Ronald Reagan wird bis heute als Sieger des Kalten Krieges gefeiert. Mit welchen Mitteln er das erreicht hat, könnte ihr dieser hochinteressanten Dokumentation entnehmen. Reagan, so die Kernaussage, wurde mit Hilfe der Mafia ins Präsidentenamt gebracht. Und deren Methoden hat er dann auch in seinem Amt angewendet.

Sein geheimes »Komitee für Täuschungsoperationen«, dessen Existenz in dieser Dokumentation zum ersten Mal von Zeitzeugen bestätigt wird, plante brillante und perfide Geheimdienst-Operationen – gegen die Sowjets, aber auch gegen die Entspannungspolitik des schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme.

phoenix history – phoenix

Über die Nixon – Ära muss man nicht mehr viel wissen. Die Kriege der Herren Bush, die teils mit krassen Lügen begründet wurden, sind weitere Erfahrungen, die die Menschheit mit den USA gemacht hat.

Das einzig Gute an all den unsäglichen Erfahrungen, die die USA und die Welt mit diesen »Führern der westlichen Welt« machten, sollte eigentlich sein, dass sie recht gut dokumentiert sind. Man mag sich dabei allerdings nicht ausmalen, was vielleicht auf ewig unter der Oberfläche bleiben, also geheimgehalten, wird.

Dass die Amerikaner ihre Wahlentscheidungen von solchen Realitäten offenbar völlig unbeeinflusst treffen, ist beängstigend! Mag sein, dass man das mit politischem Desinteresse begründen kann. Es wirft in meinen Augen einen schweren Schatten auf das gesamte politische System der Vereinigten Staaten. Wie Präsidenten dort (viel Geld spielt immer die größte Rolle) nominiert werden, um letztlich in eines der mächtigsten Ämter der Welt gewählt zu werden, ist skandalös und kein Stück vorbildhaft für den Rest der Welt. Mit Despoten aus China, Russland oder der Türkei müssen wir leben. Kritik bringt da wenig. Aber den Amerikaner sollten wir so etwas sagen dürfen. Ohne gleich als Amerika-Hasser eingestuft zu werden. Und he, ich kann es nicht mehr hören, wenn US-Politiker oder Journalisten behaupten, wir würden »sie« nicht verstehen.

Dann lieber Deutschland. Nicht erst seit der Corona-Krise habe ich wieder neu ein Bewusstsein dafür gekriegt, dass wir unser Land schätzen und lieben sollten.

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