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Warum gibt es noch keine Schnelltests?

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Dass die früher aufgewachten Schafe der Corona-Leugner-Fraktion ihre „eigenen Medien“ vorziehen oder genehme Infos am liebsten dort zusammenklauben, ist nichts Neues. Die glauben nur den Mist, den ihre Anti-Establishment-Machwerke verzapfen.

Die New York Times hat neulich darüber berichtet, worüber unsere hiesigen Medien ebenfalls informiert haben. Es geht um die Kritik daran, dass die Menge des Virus je Patient beim PCR Tests zwar bestimmt aber aus unerfindlichen Gründen nicht bewertet bzw. bekannt wird.

Warum bisher keine Schnelltests in Deutschland?

Es wird beanstandet, dass immer noch keine Schnelltests eingesetzt bzw. zur Verfügung stehen. Obwohl die PCR -Tests die Möglichkeit bieten, auch die Virusmenge zu bestimmen, gibt es immer noch nur positive oder negative Ergebnisse. Wir wissen seit Längerem, dass viele erst dann nach einer Infektion mit dem Virus schwer an Covid-19 erkranken, wenn sie eine hohe Menge des Virus abbekommen haben.

Ich kann nicht beurteilen, weshalb hier und anderswo immer noch keine Schnelltests zur Verfügung stehen, aber dass die Labors nicht die (bekannte) kritische Menge bei einer Infektion ausweisen können, leuchtet mir nicht wirklich ein. Ist der Amtsschimmel dafür verantwortlich oder steckt das RKI dahinter? Wobei – wie man immer wieder auch von dem RKI wohlgesinnten Stellen hört – beides durchaus identisch sein könnte.

»Die Schnelltests benötigen wir dringend« (Jonas Schmidt-Chanasit, Universität Hamburg)

Coronavirus: Wann kommen die Schnelltests? – Spektrum der Wissenschaft

Keine Überlastung des Systems, weil die Zahl milder bzw. asymptomatische Verläufe überwiegen

Jetzt könnte man sagen, dass wir alle froh darüber sein dürfen, dass der vorübergehende sehr starke Anstieg (USA) nicht zur Überlastung der Gesundheitssystems geführt hat. Andererseits sterben dort über Wochen und immer noch täglich mehr als 1000 Menschen an der Erkrankung, die das Virus verursacht.

Nun ist jedoch bekannt, dass gerade Patienten mit milden Verläufen häufig eine geringere Viruslast haben – und damit auch eine geringere Konzentration von Antigenen. Ob der Test also auch asymptomatische Patienten oder solche mit nur milden Symptomen erkennt, ist fraglich. Weiterhin ist die Qualität der Probenentnahme für die Genauigkeit des Testergebnisses maßgeblich.

Coronavirus: Was kann der Antigen-Schnelltest von Roche? – DER SPIEGEL

Vergleicht man die Zahl der Todesfälle mit denen, die es im Frühjahr (vor allem im Raum New York) gab, erkennt man, dass im Vergleich bei viel mehr Infizierten deutlich weniger Menschen dem Virus zum Opfer fielen – Gott sei Dank. Damals wurde bei weitem weniger getestet, die Zahl der Infizierten war aber extrem hoch im Vergleich zu den Werten der – ich nenne sie mal – zweiten Welle, die ungefähr im Juli festzustellen war.

Meine Hoffnung war, dass die niedrigere Opferzahl im Vergleich zum Frühjahr daher rühren würde, dass sich die Wirkung des Virus verändert hat. Die Behandlung der Erkrankten hat sich ja leider nicht wesentlich verändert, obwohl die Ärzte diesbezüglich viel hinzugelernt haben werden.

PCR Tests ohne spezifische Aussage zur Virenmenge

Dass in den USA und bei uns ausschließlich PCR-Tests eingesetzt werden, verstehe ich nicht. Trump hat laut der NYT angekündigt, 150 Mio. Schnelltests zu kaufen. Dass die Schnelltests qualitativ nicht ausreichend gut seien, liest man immer noch. Und das, obwohl die Abwägung zwischen Vor- und Nachteilen eindeutig für ihren Einsatz sprechen. Das wiederum sagen auch die Experten.

Wen müsste man also überzeugen, schnellstens den Einsatz von Schnelltests einzurichten, damit wir endlich vorankommen? Aber vielleicht hat Trump ja die weltweiten Kapazitäten jetzt schon weggekauft? Vielleicht kriegen wir etwas aus dem Kontingent, das der schweizerische Pharmariese Roche Anfang Oktober auf den Markt bringen soll?

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Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

2 Gedanken zu „Warum gibt es noch keine Schnelltests?“

  1. Hallo Gerhard, die kurze Zeit, die bei Schnelltests nur benötigt wird, wäre ein großer Fortschritt. Außerdem gehen die Rohstoffe, die für die PCR-Tests nötig sind, ja zu Ende. Wenn wir die Kapazitäten, auch aufgrund der weltweiten Nachfrage, nicht mehr zur Verfügung haben, wäre schon deshalb der Umstieg auf Schnelltests eine gute Sache. Vorausgesetzt natürlich, wir brauchen dafür nicht die oder ähnliche Bestandteile. Außerdem geht es ja darum, dass die etwas geringere Sensitivität der Schnelltests weniger Leute positiv erscheinen ließen. Der PCR-Test zeigt nur an, ob das Virus nachgewiesen werden konnte, jedoch nicht, in welcher Menge. Hatte ich ja im Beitrag beschrieben.

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