Ben erklärt im aktuellen Podcast, warum ihn immer mehr für »rechts« halten.

Avatar von Horst Schulte

Ben war mir zwar geläufig, aber ich kannte seine Podcasts eher vom Vorbeilaufen. Sympathisch und ambitioniert fand ich sein Projekt. Nach Höckes Auftritt, den ich komplett »genossen« habe, hat sich diesbezüglich was verändert.

Er erzählt in seinem aktuellen Podcast von einem Brief, den er erhalten hat. Von der Landesmedienanstalt NRW. Wenn ich Ben richtig verstanden habe, geht die Post auf die Intervention unseres allseits geschätzten Kulturstaatsministers Weimer zurück, der für sein besonderes Engagement für die Meinungsäußerung schon jetzt einen legendären Ruf genießt.

Inzwischen habe ich den Eindruck, dass Ben politisch deutlich konservativer oder rechter argumentiert, als ich zunächst angenommen hatte.

Dass er offenbar stolz darauf ist, dass Rechtsanwalt Steinhöfel ihn gegen die Landesmedienanstalt vertreten wird, und er betont, dass er nun den gleichen Anwalt hätte, den auch Elon Musk (gegen das ZDF) vertritt, steigert meine Antipathie sprunghaft.

„… Und dieser Begriff Heimat ist ein Begriff, der bei uns in Deutschland fast schon kontrovers ist. Und der ist kontrovers, weil nämlich – und ich glaube, das ist der Kern dessen – wenn jemand sagt: Ich liebe meine Heimat. Ich liebe Deutschland.

Das ist ja fast schon rechtsradikal. Das muss man sich auch mal auf der Zunge zergehen lassen. Wenn ein Italiener sagt: Ich liebe Italien, dann ist das völlig normal. Sagt ein Deutscher: Ich liebe Deutschland, ist er rechtsradikal. Das ist Banane. Das ist absolut Banane. Aber ich glaube, was im Ganzen dahintersteht …“

Ben in seinem aktuellen Podcast

Der Heimatbegriff, empört sich Ben, gehöre doch zur psychischen Gesundheit. Ja, finde ich auch. Ich habe allerdings nicht den Eindruck, dass diese Haltung gesellschaftlich dominiert. Wer die Bilder deutscher Fußballstadien bei Welt- oder Europameisterschaften kennt, gewinnt jedenfalls kaum den Eindruck, Patriotismus sei hierzulande grundsätzlich tabu.

Ich weiß, es gibt Spinner, die solche Vorstellungen zu Begriffen wie Heimat und Deutschland äußern. Aber sind das nicht absolute Ausnahmen ein kleiner ideologischer Teil des linken Spektrums? Hat Ben es nötig, solche Narrative, die mich sofort an die AfD erinnern, angesichts seines Rekordpodcasts breitzutreten? Da ist wohl ein Knoten geplatzt!

Was halte ich von den Auflagen der Landesmedienanstalt, die sie dem Podcaster auferlegt hat? Ganz und gar nichts. Es ist eine Schande für unsere Demokratie, was sich an solchen Beispielen in immer stärkerer Form zeigt. Ob das an den paar Sektierern aus dem grün-linken Lager liegt? Für die wäre Ben vermutlich ein weiterer Verbotskandidat.

Dass eine NGO ein neues Gutachten zur Satisfaktionsfähigkeit der AfD herausbrachte und unvermeidlicherweise die Verbotsdebatte erneut aufflammte, kann ich nur aus vollem Herzen ablehnen. Welches Demokratieverständnis haben die, die bei dieser Sachlage (Millionen von potenziellen Wählern) solche furchtbaren und undemokratischen Maßnahmen überhaupt in Erwägung ziehen? Unsere Demokratie muss das abkönnen. Eine Demokratie, die den politischen Wettbewerb nur noch durch Verbote zu gewinnen glaubt, verliert einen Teil ihrer eigenen Glaubwürdigkeit. Und zum Glück sehen das auch viele Menschen so. Wehrhafte Demokratie? Waren damit Verbote und Drangsalierung von Andersdenkenden gemeint? Doch wohl eher nicht!

Merkliste

Mein KI-Manifest

Künstliche Intelligenz gehört inzwischen gelegentlich zu den Werkzeugen, die ich für diesen Blog nutze. Weil unter den Beiträgen mein Name steht, möchte ich transparent machen, was das bedeutet – und was nicht.

Die Gedanken bleiben meine

Ausgangspunkt meiner Texte sind meine Themen, meine Fragen, meine Haltung und häufig genug auch mein Ärger. KI entscheidet nicht darüber, worüber ich schreibe und welche Meinung ich vertrete. Sie kann mir helfen, Gedanken zu ordnen, Argumente zu prüfen oder einen Text sprachlich zu verbessern. Was am Ende veröffentlicht wird, entscheide und verantworte ich.

KI darf mir widersprechen

Besonders nützlich finde ich KI nicht als Bestätigungsmaschine, sondern als Gesprächspartner. Ich lasse mir Gegenargumente nennen, frage nach anderen Sichtweisen und versuche herauszufinden, ob meine Schlussfolgerungen tatsächlich tragen. Das bewahrt mich natürlich nicht vor Irrtümern. Aber manchmal hilft es dabei, die eigenen Gewissheiten noch einmal zu überprüfen.

KI darf helfen, aber nicht für mich denken

Es gibt keine feste Quote dafür, wie viel KI in einem Text stecken darf. Manchmal nutze ich sie überhaupt nicht, manchmal nur für eine Recherchefrage oder eine Formulierung, gelegentlich stärker bei der Strukturierung und Überarbeitung eines Textes. Entscheidend ist für mich: Ich muss den veröffentlichten Text als meinen eigenen vertreten können.

Fakten bleiben überprüfungsbedürftig

Ein LLM kann überzeugend formulieren und trotzdem falschliegen. Bei Tatsachenbehauptungen, Zahlen, Zitaten und Quellen versuche ich deshalb, die zugrunde liegenden Informationen zu überprüfen. KI ist für mich keine Quelle und schon gar keine Wahrheitsmaschine.

Auch Bilder können mit KI entstehen

Für Illustrationen und Beitragsbilder setze ich gelegentlich generative KI ein. Solche Bilder sollen einen Beitrag illustrieren oder einen Gedanken visualisieren. Sie sind keine fotografischen Dokumente eines tatsächlichen Geschehens. Wo eine Verwechslung möglich erscheint, sollte das kenntlich sein.

Die Verantwortung lässt sich nicht delegieren

Das ist für mich der wichtigste Punkt: KI kann an einem Text oder Bild mitwirken, aber sie kann mir die Verantwortung dafür nicht abnehmen. Was auf diesem Blog unter meinem Namen erscheint, dafür stehe ich ein – einschließlich möglicher Fehler.

Vielleicht verändert KI mein Schreiben. Wahrscheinlich tut sie das längst. Ich möchte nur darauf achten, dass sie mir beim Denken hilft, statt mir das Denken abzunehmen.