Da gings mal richtig ab zwischen Prof. Dr. Maja Göpel und Jörg Thadeusz

Ein „Talk aus Berlin“, der es in sich hatte. Gestern Abend habe ich ihn bei RBB um 0:30 Uhr angesehen. Der 30minütige Streit zwischen dem Journalisten und Autor Jörg Thadeusz und Professor Dr. Maja Göpel hat sich mal richtig gelohnt! Und zwar weniger wegen der die ganze Sendung durchziehenden Nickligkeiten zwischen den beiden Protagonisten, sondern wegen der brillanten und -jedenfalls mich- überzeugenden Antworten Göpels auf Thadeusz neoliberale und zum Teil echt ignorant klingende Provokationen.

Vielleicht hätte Thadeusz sich nicht gleich zu Beginn dieses Interviews am ernsten Gesichtsausdruck Göpels auf dem Cover ihres Bestsellers „Unsere Welt neu denken – Eine Einladung“ festbeißen sollen. Ich hätte ihn unter links/grün „einsortiert“, er sich selbst politisch aber wohl als Liberalen. Nach dieser Sendung weiß ich: Thadeusz ist ein Liberaler…

Ich habe ihn bisher anders erlebt. Aber hier trat eine Form von Chauvinismus zutage, die abstoßend war.

Ich glaube, Frau Göpel fand den Einstieg auch suboptimal. Ich war beeindruckt, wie sie den Ärger, den ich über ihr Gesicht huschen sah, in kleinen Pausen herunterschluckte und dann durchweg mit guten Argumenten konterte.

Thadeusz, der alte Fuchs, schien auf dem Wege, Göpel als die verkniffene Volksbevormunderin á la Greta und Co. inszenieren zu wollen. Dabei hatte sie mit dem gewählten Subbuchtitel „Eine Einladung“ doch für diesbezügliche Klarheit sorgen wollen. Sie machte ihm einen dicken Strich durch seine reaktionäre Strategie.

Thadeusz tat in der Folge das, was ältere, weiße Männer, zumal dann, wenn sie sich als Liberale gerieren, bei diesem Thema furchtbar gern tun. Er verteidigte persönliche Entscheidungen (SUV-Kauf) und individuellen Handlungsspielräume – alles aber mit verdammt dünnen Argumenten. Noch dazu mit solchen, die längst ausgelutscht und aus wissenschaftlicher Sicht widerlegt sind.

Er versuchte Göpel während der 30 Minuten in eine Ecke zu schieben, der sie sich – hellwach, wie sie nun einmal ist – souverän, wenn auch deutlich verärgert, mithilfe eines großartigen Argumentationsfeuerwerkes entzog.

Das war ein klares 6:0 für Göpel!

Horst Schulte
Horst Schulte
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Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Ich bin jetzt 72 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt, wie man so sagt, in der Provinz. Großstädte sind mir ein Gräuel.

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