Der Wahl-O-Mat ist da klar

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In den ver­gan­ge­nen Jahren hät­te ich, wenn ich auf den „Wahl-O-Mat” gehört hät­te, die Grünen gewählt. Nun wäre es die SPD.

Mit der SPD hat­te ich bei ande­ren Wahlen eben­falls grö­ße­re Übereinstimmungen (was mich nicht über­rascht hat­te) aber die Grünen lagen ganz vorn. Ich neh­me mal an, dass ande­re ähn­li­che Erfahrungen gemacht haben, auch wenn unter Umständen ande­re Parteien an den Top-Positionen stehen.

Es sind nun mal nicht nur die pro­gram­ma­ti­schen Aussagen, die für die Wahlentscheidung eine Rolle spie­len. Die Repräsentanten der Politik sind min­des­tens so wich­tig. Menschen iden­ti­fi­zie­ren sich ver­mut­lich nicht so sehr mit Partei- oder Wahlprogrammen, son­dern im Idealfall in einer Gemeinsamkeit mit den Kandidat*innen.

Obwohl ich nicht mehr wäh­len gehe, freue ich mich für die SPD, dass sie nach einem jah­re­lan­gen Tief im Moment so posi­ti­ve Umfrageergebnisse erzielt. Aber ich ver­ste­he die­se Entwicklung ehr­lich gesagt kein biss­chen. Ist es wirk­lich so ein­fach, dass Scholz, der ja im Vergleich zu den bei­den ande­ren Kandidaten ganz außer­ge­wöhn­lich gut dasteht, nur von den Fehlern sei­ner Mitbewerber*innen pro­fi­tiert? Aus der Luft gegrif­fen, scheint mir die Aussage nicht. Einen Preis für Fairness erhal­ten Wahlkämpfe ver­mut­lich ja nie. 

Jan Fleischhauer hat heu­te eine Kolumne ver­öf­fent­licht, die ich zu sei­nen Besseren zäh­len wür­de. Was er aller­dings in sei­ner Erklärung für die aktu­el­le Umfragesituation anführt, wäre aus mei­ner Sicht unbe­dingt zu ergän­zen. Das ist ein­mal mehr der Anteil, den unse­re Presse, aber vor allem auch die aso­zia­len Medien an die­ser Situation haben. Wie hat der mäch­ti­ge Springer Chef Mathias Döpfner mal gesagt: „Wer mit ihr im Aufzug nach oben fährt, der fährt auch mit ihr im Aufzug nach unten”. Mit „ihr” war die BILD-Zeitung gemeint. Das kön­nen die ande­ren auch – jeden­falls, wenn sie alle „zusam­men­hal­ten” und sich auf eine oder eini­ge weni­ge Personen kon­zen­trie­ren. Wenn dann auch noch Rezo mitmacht…

Der uner­hört gro­ße Vorsprung, den Olaf Scholz in sei­nen Sympathiewerten gegen­über sei­nen Mitkonkurrenten hat, ist für mich nicht nach­zu­voll­zie­hen. Dass die SPD inzwi­schen bis zu 5 % vor der Union liegt, ist es noch weni­ger. Wenn man bedenkt, dass es nur noch weni­ge Wochen bis zu den Wahlen sind, könn­te die Sache zuguns­ten der SPD gelau­fen sein. Wer hät­te das noch vor weni­gen Wochen vor­aus­zu­sa­gen gewagt? 

Der Abstieg der Grünen lässt sich aus mei­ner Sicht eben­so wenig nach­voll­zieh­bar begrün­den wie der von Annalena Baerbock und Armin Laschet und der Union. Da spie­len Mächte mit hin­ein, die viel­leicht vie­le von uns über­haupt nicht auf dem Zettel haben. Dass nun aus­ge­rech­net Scholz, wie Fleischhauer meint, die größ­te Zustimmung des­halb bekommt, weil er den Wählerinnen und Wählern am ähn­lichs­ten sein soll, hal­te ich für aus­ge­mach­ten Unsinn. Und ein rich­ti­ges Kanzlergesicht hat der Scholz ja nun wirk­lich auch nicht. Markus Söder hielt ihn gar für einen Schlumpf. 

4 Kommentare

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  1. Sehr ordent­lich, die Libelle!

    Der Abstieg der Grünen ist auch aus mei­ner Sicht abso­lut nicht nachvollziehbar.
    Ja, die Medien machen den Wahlkampf.

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