Die neue Nähe: Wie Technik mithilft, die Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen

Moderne Technik gegen alte Muster

Es piept, es blinkt, es vibriert. Nein, die Rede ist nicht von der neuesten Smartwatch, sondern von einem Gerät, das in Deutschland gerade Karriere macht: der elektronischen Fußfessel für gewaltbereite Männer (um die handelt es sich in solchen Fällen ganz überwiegend). Willkommen im Zeitalter der digitalen Distanzwahrung, in dem Männer nicht nur emotional, sondern nun auch per GPS gebremst werden.

Wenn die Liebe Funksignale sendet

Es klingt wie aus einem dystopischen Roman: Der Mann mit Sender am Knöchel, die Frau mit Empfänger in der Tasche. Entfernt sich der Herr des Hauses zu weit von der häuslichen Selbstkontrolle, geht beim Opfer der Alarm los – als hätte Amazon Prime eine neue Kategorie: Express-Sicherheit.

Einige mögen jetzt denken, das sei doch übertrieben. Aber mal ehrlich, was hilft gegen hartnäckige Grenzüberschreitungen besser als ein elektronischer Türsteher? Der Fußfessel-Knigge wird sicher bald in der Beziehungsratgeber-Literatur Einzug halten: „Schatzi, piepst du schon oder liebst du noch?“

Ursachenforschung: Warum explodiert die Gewalt?

Die nüchternen Statistiken lassen wenig Raum für Romantik. Gewalt gegen Frauen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Diese Seite liefert Zahlen und Fakten. Pandemie, Stress, patriarchale Denkmuster, soziale Unsicherheiten – das sind die Ingredienzen, die das Gift nähren.

Was früher mit schlechtem Benehmen begann, endet heute zu oft im Gewaltexzess. Die Gesellschaft hat zu lange zugesehen. Jetzt müssen Fußfesseln richten, was Empathie und Aufklärung nicht geschafft haben.

Technik als letzte Rettung?

Ironischerweise braucht es Hightech, um uralte Rollenmuster zu zähmen. Der Fortschritt schreitet elektronisch – und piept dabei warnend durch die Straßen. Aber sollte nicht vielmehr Prävention das Mittel der Wahl sein? Mehr Beratung, mehr Schutzräume, bessere Bildung?
Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ – Hilfe und Infos

Bis dahin bleibt die Fußfessel ein Symbol unserer Hilflosigkeit – aber vielleicht auch unserer Entschlossenheit, dass es so nicht weitergeht. Vielleicht gibt es einfach zu viele schlechte Vorbilder? Trump, Putin, Erdoğan, Netanjahu, Bolsonaro und wie die Männer alle heißen, die in diesen Zeiten mit brachialer Gewalt (offener und verdeckter) ihre Ziele durchsetzen. Was kann man tun gegen die, die sich an Frauen vergreifen und sich dabei womöglich noch im Recht fühlen? Wahrscheinlich sind es der Baustellen zu viele, und wir zeigen uns diesem Rücksprung ins Mittelalter einfach nicht gewachsen.

Horst Schulte
Horst Schulte
@HorstSchulte@horstschulte.com

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Ich bin jetzt 72 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt, wie man so sagt, in der Provinz. Großstädte sind mir ein Gräuel.

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Rentner, Autor, Blogger und Hobbyfotograf

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Ich bin jetzt 72 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt (aus Liebe) auf dem Land.

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