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Erläuterungen zum Artikel von Norbert Eder

Google Chrome beendet die Unterstützung für alte Manifest-V2-Erweiterungen. Davon betroffen sind vor allem klassische Adblocker wie das originale uBlock Origin. Adblocker verschwinden aber nicht vollständig; sie müssen unter Chrome künftig als Manifest-V3-Version laufen — mit Einschränkungen.

Google selbst nennt den Stand ziemlich deutlich: Seit Chrome 138 sind Manifest-V2-Erweiterungen für alle Chrome-Nutzer deaktiviert; mit Chrome 139 endet auch die Enterprise-Ausnahme. Manifest-V2-Erweiterungen funktionieren dann in Chrome nicht mehr.  

Chrome, Chromium, Chrome-Derivate — wo liegt der Unterschied?

Chromium ist das freie Open-Source-Browserprojekt, auf dem mehrere Browser aufbauen.

Google Chrome ist Googles eigener Browser auf Chromium-Basis — mit Google-Diensten, Google-Branding und Googles Entscheidungen zur Erweiterungsplattform.

Chromium-basierte Browser oder umgangssprachlich «Chrome-Derivate» sind Browser, die Chromium als technische Grundlage nutzen, aber eigene Funktionen, eigene Einstellungen und teils eigene Schutzmechanismen einbauen.

Dazu gehören unter anderem:

BrowserEinordnung
Google ChromeChromium-basiert, Google-Browser
Microsoft EdgeChromium-basiert
BraveChromium-basiert
VivaldiChromium-basiert
OperaChromium-basiert

Was heißt das für Adblocker?

Der Knackpunkt ist Manifest V2 vs. Manifest V3.

Viele leistungsfähige Adblocker — vor allem das klassische uBlock Origin — nutzten Manifest V2. Manifest V3 erlaubt weiterhin Werbeblocker, aber mit engeren technischen Grenzen. Deshalb gibt es z. B. uBlock Origin Lite, das mit Manifest V3 funktioniert, aber nicht dieselbe Tiefe und Flexibilität wie das originale uBlock Origin hat. The Verge beschreibt genau diesen Unterschied: uBlock Origin Lite sei kein automatischer Ersatz, weil es technisch spürbar anders und begrenzter arbeitet.  

Das heißt:
Adblocker werden nicht generell abgeschafft. Aber bestimmte alte, mächtige Erweiterungen werden in Chrome ausgebremst oder abgeschaltet.

Und was ist mit Brave?

Brave ist ein Chromium-basierter Browser, aber kein bloßer Chrome-Klon.

Brave hat einen eigenen eingebauten Werbe- und Tracking-Schutz: Brave Shields. Der hängt nicht einfach nur an der normalen Chrome-Erweiterungslogik. Deshalb ist Brave weniger abhängig davon, ob klassische Adblock-Erweiterungen unter Manifest V2 weiterlaufen.

Brave sagt außerdem, dass man bestimmte Manifest-V2-Erweiterungen weiter unterstützen will, darunter AdGuard AdBlocker, NoScript, uBlock Origin und uMatrix — allerdings «best effort», also nicht als ewiges Naturgesetz in Granit gemeißelt. Brave weist selbst darauf hin, dass Googles Änderungen an Chromium und Entscheidungen der Erweiterungsentwickler Grenzen setzen können.  

Aktueller praktischer Befund: Brave bleibt für Werbeblockierung deutlich besser aufgestellt als Chrome, weil der eingebaute Schutz weiter funktioniert. Zusätzlich versucht Brave, ausgewählte Manifest-V2-Erweiterungen weiter nutzbar zu halten.  

Und Vivaldi?

Vivaldi ist ebenfalls ein Chromium-basierter Browser.

Auch Vivaldi hat einen eingebauten Werbe- und Trackerblocker. Vivaldi erklärte schon früher, man sei durch eigene eingebaute Funktionen besser abgesichert und nicht allein von Erweiterungen abhängig.  

Aber: Bei Vivaldi ist die Lage etwas heikler als bei Brave. Vivaldi baut stark auf Chromium auf und hat selbst erklärt, Manifest V2 so lange wie möglich zu erhalten, aber dass dies davon abhängt, wie lange es im Chromium-Code realistisch möglich bleibt. Genau da liegt der Haken: Wenn Google/Chromium technische Grundlagen entfernt, müssen Chromium-Browser entweder erheblich gegenarbeiten — oder irgendwann mitziehen.

7 Kommentare

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  1. Ja, diese falsche Behauptung, dass es für das Manifest V3 in Chrome keinen Adblocker mehr gibt, habe ich jetzt schon öfters gelesen. Das ist aber falsch!

  2. Das mit dem AdBlocker ist jetzt aber nichts neues. Ich habe darüber schon im Juli 2025 geschrieben … oder habe ich etwas verpasst!?

    Und ja, die Lite Version von uBlock Origin läuft nun standardmässig. Früher gab es auch noch die Möglichkeit unter Windows per Registry den Chrome auszutricksen.

    @Horst Kommt mal noch eine Einordnung zum „alten“ Correctiv-Skandal oder war da schon mal was? … oder ist das zu Pro-AfD?

    Egal. Weitermachen …

    • @Oliver: Ja, das mit dem Adblocker ist nicht neu. Anscheinend konnte man durch bestimmte Startparameter und versteckte Einstellungen Chrome dazu bewegen den alten Adblocker weiterhin zu akzeptieren. Das fällt demnächst weg. Deshalb konnte man auf einigen Seiten Artikel dazu lesen. uBlock Origin Lite gibts schon seit einigen Jahren.

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