Peinlicher geht immer – Trump vor der Knesset

Trumps Auftritt vor der Knesset gerät zur Farce: Zwischen devoter Bewunderung und politischer Selbstaufgabe zeigt sich, wie tief das Niveau der Bühne der Macht gesunken ist.

Der Auftritt Trumps ges­tern vor der Knesset war so pein­lich, dass es mir fast die Lust genom­men hat, über die­sen und die ande­ren Idioten oder den gest­ri­gen Tag über­haupt etwas zu schrei­ben. Es war, als hät­te jemand beschlos­sen, eine beschis­se­ne Reality-Show ins Parlament zu ver­le­gen. Komisch, dass sich die Akteure nicht an ihren eige­nen Pointen ver­schluckt haben! 

trump knesset realpolitik.

Natürlich hof­fe ich trotz allem, dass die Hamas die nai­ven Vorstellungen der ande­ren nicht mit der übli­chen bru­ta­len Ignoranz in sich zusam­men­fal­len lässt.

Die gera­de­zu hün­di­sche Unterwürfigkeit vie­ler Politiker gegen­über Trumps grö­ßen­wahn­sin­ni­gen Attitüden ist fast noch schwe­rer zu ertra­gen als die selbst­be­weih­räu­chern­den Geschichten des Präsidenten. Da wird applau­diert, als gin­ge es um Offenbarungen, und genickt, als wäre der Mann so etwas wie ein Staatsphilosoph. Manche schei­nen regel­recht um die Gunst zu bet­teln, wenigs­tens ein­mal vom gro­ßen Meister des Größenwahns per­sön­lich belei­digt zu wer­den. Wenn das Realpolitik sein soll – bit­te sehr. Dann ist Anbiederung die neue Diplomatie und mora­li­sche Rückgratlosigkeit ihr Ehrenzeichen.

Vielleicht ist das ja die wah­re Weltpolitik: die Inszenierung des Unfassbaren als Normalität. Ein Publikum, das Beifall spen­det, obwohl es ange­gan­gen wird, und Akteure, die glau­ben, Größe durch Nähe zur Lautstärke zu gewin­nen. Die Grenze zwi­schen poli­ti­scher Strategie und schlech­tem Kabarett ist dünn gewor­den – so dünn, dass sie kaum noch sicht­bar ist.

Man muss sich fast fra­gen, ob es über­haupt noch um Inhalte geht oder nur um die Kunst, Empörung in PR-Erfolge zu ver­wan­deln. Trump ist in die­sem Spiel der Lehrmeister, aber sei­ne Schüler über­tref­fen ihn inzwi­schen an Gelehrigkeit. Sie wis­sen: Wer sich tief genug ver­neigt, ris­kiert wenigs­tens, kei­nen Schatten zu werfen.

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  1. Im dritt­letz­ten Absatz des Artikels steht eine Zusammenfassung die ihres­glei­chen sucht: Knapp, prä­zi­se und ohne *poli­ti­cal cor­rect­ness* for­mu­liert. Bravo!

    Wer sich tief genug verneigt, .…

    – fin­det sich plötz­lich im Dunklen & Feuchten wieder!
    Was ist bloß in all die­se Politiker gefahren?
    Eine neue Seuche: Kollektiver Rückgratverlust?

    • @Horst Schulte: Nicht nur das – es ist ein grot­ten­schlech­tes Beispiel und offen­bart die Politiker, die ohne Widerspruch mit­ma­chen, als skru­pel­lo­se Opportunisten … Beispiel Spahn:
      So viel Dreck am Stecken und immer noch oben­auf – wie ein Kork auf Wasser, völ­lig unbe­netzt .… „Frue*er”™ sind ehren­haf­te Politiker schon wegen gerin­ge­rer Sach- und Tatbestände zurück getreten!

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