Redet die 4. Gewalt wirklich immer noch über eine linksgrüne Mediendominanz?

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Als Begriff mag die 4. Gewalt mal positiv besetzt gewesen sein. Wenn ich das aber vergegenwärtige, wofür Springer-Medien, Tichys Einblick, die Achse des Guten von Broder, Nius oder Cicero stehen, gewinne ich die Überzeugung, dass dort ein fundamental anderes Jobverständnis existiert, als man das gemeinhin bei Medien erwarten oder sich wünschen würde.

Gut, wir wissen nicht zuletzt durch diese rechten Tendenzmedien wie nach deren Ansicht der „linksgrünversiffte“ Medienzirkus der ÖRR‑Sendeanstalten sich angeblich von dem, was einer neutralen Berichterstattung nahekommt, verabschiedet hat. Rechte Medien tun immer so, als seien sie die Armen, die gegen linksgrüne Dominanz kämpfen müssen. Dabei sind sie beim Wirkungsgrad und vor allem auf dem Feld hinterfotziger Gemeinheiten längst in der Vorhand. Was sich übrigens auch in den Wahlergebnissen von Sachsen-Anhalt niedergeschlagen hat. Da werden manche jaulen und lieber die Weisheiten übernehmen, die auch weiterhin in dieser unsäglichen Penetranz verbreitet werden.

Hugo-Müller Vogg, einer von diesen alten Springer-Leuten mit rechten Tendenzen, jammert in seinem Beitrag bei „Cicero“ darüber, dass Merz den Boden unter den Füßen verloren habe bzw. wie die arme CDU von der SPD dominiert würde. Man liest das häufig. Die SPD blockiert die Arbeit der ach so eifrigen Union mit allerlei Einsprüchen. Sie hält den Betrieb auf. Deutschland könnte viel weiter sein, ohne SPD. Viele Leute glauben das offenbar.

Machen wir einen kurzen Realitätscheck. Deutschland sehnte sich nach Reformen. So, hieß es allenthalben, könne es schließlich nicht weitergehen. Als diese Reformen dann tatsächlich kamen – mit jener Verspätung, an die uns die Deutsche Bahn fürsorglich gewöhnt hat –, geschah etwas Bemerkenswertes: Je genauer Opposition und Medien dem Land erklärten, welche Zumutungen sich dahinter verbargen, desto schneller verflog die Reformbegeisterung.

Plötzlich hieß es: Nee, dann doch lieber keine Reformen. Denn was eben noch als unvermeidlicher Aufbruch gegolten hatte, entpuppte sich in der öffentlichen Wahrnehmung als etwas viel Schlichteres: als Sparprogramm mit für viele ruinösen Wirkungen.

Ein Merz-Nachfolger hätte es zudem weiterhin mit einer SPD zu tun, die alles zu verhindern versucht, was sich negativ auf den Geldbeutel der Menschen auswirkt.

Quelle

Nach Sachsen-Anhalt hat sich Klingbeil (SPD) geäußert. Sehen Sie, HMV, hat recht. Er will die Reformen gegenchecken. Unglaublich, was sich diese SPD erlaubt. Schließlich waren doch alle so glücklich, dass die Reformen nun endlich so weit waren. Dass auch der Kanzler, ebenfalls geschockt vom Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt, die Reformen noch einmal anschauen wollte, erwähnt Müller-Vogg mit keinem Wort. Das ist nicht bloß unfair, sondern das Prinzip solcher Journalisten.

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