Bei uns gabs in diesem Sommer ein Überangebot an grünen Fliegen (Goldfliege heißen sie, glaube ich). Ob man dieses Insekt schön findet, liegt im Auge des Betrachters.

Regelmäßig verirrten sich welche in unser hochheiligstes Refugium, meistens gleich in die Küche. Dort riecht es am besten.
Meine Frau und ich sind Tierfreunde. Das schließt Insekten zwar ein aber diese Fliegen waren am Ende unerwünscht. Soweit sich der Konflikt friedlich lösen ließ, haben wir sie schnell verbannt – ins Freie. Manchmal kam aber die Klatsche doch zum Einsatz. Ich sprech’ ein Gebet, ich schwöre.
Dann haben wir ein Novum erlebt, das weit über die üblichen Begegnungen hinauswirkte.

Am späteren Abend, es war schon ziemlich dunkel (das finde ich, ist das Schlimmste am einschleichenden Herbst) nahmen zuerst meine Frau und schließlich auch ich einen leichten Brandgeruch wahr. Das hat uns beunruhigt, weil wir schon seit ein paar Wochen mit einem Stromschalter hadern, der vielleicht doch mal ausgetauscht werden sollte. Wie auch immer! Diesem Verdacht gingen wir zuerst nach – ohne Erfolg.
Wir sahen uns den in die Jahre gekommenen Deckenfluter genauer an – zogen ihm zuvor selbstredend den Stecker. Um den Leuchtkörper waren zwei mumifizierte Goldfliegen-Leichen drappiert, so dass der Verdacht aufkam, dass hier am falschen Ort gegrillt wurde. Es bestätigte sich (erst einmal). Wir reinigten das Innenleben des Deckenfluters, entfernten die Fliegenleichen und nahmen die Lampe alsdann wieder in Betrieb.
Das schien es wohl gewesen zu sein. Der Geruch ist nicht wieder aufgetaucht.
Kommentare