Wenn die Wirklichkeit schneller ist als der Staat

Deutschland verändert sich schneller als viele seiner Institutionen. Migration, Demografie, Arbeitswelt und politische Kommunikation erzeugen Spannungen. Die Demokratie verliert dabei nicht unbedingt ihre Anhänger – wohl aber das Vertrauen in ihre Fähigkeit, Probleme noch zu lösen. Diese Beschreibung hört und liest man überall.

demokratie-institutionen-gesellschaftlicher-wandel

Manchmal frage ich mich, ob Menschen in vergangenen Hochkulturen überhaupt bemerkten, dass ihre Gesellschaft gerade dabei war, sich grundlegend zu verändern. Wahrscheinlich standen sie morgens auf, gingen ihrer Arbeit nach, ärgerten sich über Preise, Steuern oder die Regierung (oder wie immer die damaligen Strukturen beschaffen und benannt waren) und hielten die Probleme ihrer Zeit für vorübergehend. Geschichte wird schließlich erst im Rückspiegel übersichtlich.

Ich will Deutschland deshalb nicht mit dem untergehenden Rom vergleichen. Solche Analogien haben schnell mehr Pathos als Erkenntniswert. Trotzdem beschäftigt mich eine Frage: Was geschieht mit einer Gesellschaft, wenn ihre Institutionen mit den Veränderungen nicht mehr Schritt halten? Gerade im Verhältnis der Gesellschaft zu den tragenden Institutionen.

Die Demokratie ist vielleicht gar nicht das eigentliche Problem

Zunächst etwas Beruhigendes. Die Deutschen haben sich keineswegs massenhaft von der Demokratie verabschiedet. Der Demokratiemonitor 2026 der Bertelsmann-Stiftung kommt zu dem Ergebnis, dass die Zustimmung zu demokratischen Werten und Regeln weiterhin hoch ist. 91 Prozent stimmen den Grundsätzen demokratischer Wahlen stark zu. (bertelsmann-stiftung.de)

Ganz anders sieht es aus, sobald danach gefragt wird, ob unser politisches System seine Aufgaben tatsächlich bewältigt. In einer Untersuchung der Körber-Stiftung glaubten 2025 nur 38 Prozent, Deutschland sei für die bevorstehenden Transformationsaufgaben gewappnet. Nur 32 Prozent trauten dem Land eine wirksame Kontrolle der Migration zu. Das Vertrauen in die Bundesregierung lag bei gerade einmal 19 Prozent. (koerber-stiftung.de) Im Mai 2026 waren laut ARD-Deutschlandtrend nur noch 13 Prozent mit der Arbeit der Bundesregierung zufrieden. (infratest-dimap.de) Diese Erosion kann nur besorgt machen.

Vielleicht besteht unser Problem deshalb weniger darin, dass die Menschen die Demokratie ablehnen. Sie zweifeln vielmehr daran, dass demokratische Institutionen noch in der Lage sind, die Probleme zu lösen, die sie täglich vor Augen haben. Das ist ein Unterschied, den wir in unseren Debatten viel zu selten machen. Und möglicherweise ist genau dieser Vertrauensverlust gefährlicher als eine offen ausgesprochene Ablehnung der Demokratie.

Einwanderungsland wider Willen

Migration ist dafür vermutlich das deutlichste Beispiel. Deutschland lebt seit Jahrzehnten mit Einwanderung. Italiener, Griechen, Spanier, Türken, Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien, Aussiedler, Polen und später viele andere sind gekommen. Millionen Familiengeschichten sind längst miteinander verwoben. Der Arbeitskollege, die Ärztin, der Nachbar, der Handwerker, die Verkäuferin – die Einwanderungsgesellschaft ist keine politische Vision. Sie ist unser Alltag. Ende 2025 lebten rund 14 Millionen ausländische Staatsangehörige in Deutschland. Sie leben im Durchschnitt seit fast 15 Jahren hier, rund 1,7 Millionen von ihnen wurden sogar in Deutschland geboren. (destatis.de)

Und trotzdem diskutieren wir heute über Migration teilweise so, als sei plötzlich etwas völlig Fremdes über uns gekommen. Natürlich hat diese Entwicklung Gründe. Umfang und Zusammensetzung der Migration haben sich verändert. Arbeitsmigration, europäische Freizügigkeit, Asyl, Flucht und illegale Migration werden zugleich gern in einen einzigen Topf geworfen. Viele (gefühlt alle) Bürger erleben Wohnungsnot, überforderte Kommunen, Schwierigkeiten an Schulen und Kitas sowie eine Bürokratie, die manchmal schon mit sich selbst ausgelastet scheint. Wer daraus schließt, jede Kritik an Migration sei Fremdenfeindlichkeit, macht es sich ebenso einfach wie diejenigen, die aus diesen Problemen ableiten, Menschen anderer Herkunft seien das eigentliche Problem.

Vielleicht liegt genau hier eines unserer institutionellen Versäumnisse. Wir haben zu lange geglaubt, eine Einwanderungsgesellschaft müsse man hauptsächlich moralisch erklären. Dabei muss man sie vor allem organisieren. Dazu gehören Grenzen und Regeln genauso wie Integration, Sprache, Arbeit, Bildung und die selbstverständliche Erwartung, dass diejenigen, die dauerhaft hier leben wollen, die Grundlagen dieser Gesellschaft akzeptieren. Das ist weder rechts noch links. Eigentlich sollte es banal sein.

Das demografische Paradox

Besonders merkwürdig wird die Debatte angesichts unserer demografischen Entwicklung. Deutschland altert. Jahr für Jahr sterben mehr Menschen, als geboren werden. Ohne ausreichende Zuwanderung schrumpft deshalb die Bevölkerung. Genau das ist inzwischen wieder sichtbar: Im ersten Quartal 2026 sank die Einwohnerzahl auf 83,4 Millionen. (destatis.de)

Wir benötigen also Menschen. Für Pflege, Handwerk, Industrie, Medizin, Gastronomie und viele andere Bereiche. Das Statistische Bundesamt weist ausdrücklich darauf hin, dass Zuwanderung angesichts des Arbeitskräftemangels erhebliche Chancen für den Erhalt unseres Wohlstands bietet. (destatis.de) Gleichzeitig wächst die Abwehr gegen Zuwanderung. Das ist das eigentliche Paradox: Wir brauchen Einwanderung und haben zugleich immer größere Schwierigkeiten, sie gesellschaftlich zu akzeptieren. Ich darf gar nicht daran denken, welche Art von Gefühlen die Menschen in diesen Zeiten entwickeln, die seit Jahren mit uns leben und nun mit so viel Ablehnung konfrontiert sind.

Vielleicht liegt das auch daran, dass Politik lange zwei Wahrheiten nicht gleichzeitig aussprechen wollte. Deutschland braucht Zuwanderung. Und Zuwanderung kann erhebliche Probleme verursachen, wenn Umfang, Zusammensetzung und Integration nicht funktionieren. Beides kann gleichzeitig wahr sein. Eine Politik, die nur eine dieser beiden Wahrheiten gelten lässt, wird zwangsläufig unglaubwürdig.

Eine Arbeitswelt, für die unsere Strukturen nicht gebaut wurden

Ähnlich unbeholfen gehen wir mit der Veränderung unserer Arbeitswelt um. Digitalisierung, Automatisierung, künstliche Intelligenz, Homeoffice und internationale Arbeitsteilung verändern Tätigkeiten in einem Tempo, das viele unserer Institutionen kaum noch bewältigen. Berufsbilder verschwinden oder verändern sich, während unser Bildungssystem teilweise noch so organisiert ist, als könne ein Mensch mit zwanzig einen Beruf lernen und ihn anschließend vierzig Jahre weitgehend unverändert ausüben.

Wir reden vom Fachkräftemangel und machen es ausländischen Fachkräften gleichzeitig schwer, ihre Abschlüsse anerkennen zu lassen. Wir reden vom lebenslangen Lernen und behandeln Weiterbildung häufig noch wie eine freiwillige Zugabe. Wir beklagen Bürokratie und reagieren auf Probleme bevorzugt mit neuen Vorschriften. Vielleicht besteht die eigentliche Krise deshalb gar nicht darin, dass sich unsere Welt so schnell verändert. Vielleicht besteht sie darin, dass unsere Institutionen für eine Welt gebaut wurden, die es so nicht mehr gibt.

Woher kommt diese Feindseligkeit?

Damit bleibt die unangenehmste Frage: Warum ist der Ton so aggressiv geworden? Ich glaube nicht, dass Millionen Deutsche plötzlich über Nacht zu Fremdenfeinden geworden sind. Ebenso wenig glaube ich, dass soziale Medien allein dafür verantwortlich sind. Vieles dürfte mit einem Gefühl des Kontrollverlustes zusammenhängen.

Menschen können erstaunlich große Veränderungen akzeptieren, wenn sie den Eindruck haben, dass jemand den Prozess beherrscht. Schwierig wird es, wenn Politik gleichzeitig erklärt, eine Entwicklung sei notwendig und eigentlich beherrschbar, während Menschen in ihrem Alltag durchaus Probleme erleben. Dann entsteht Misstrauen. Aus Misstrauen wird Ärger, aus Ärger irgendwann Verachtung. Die sozialen Medien erledigen anschließend den Rest. Dort gewinnt selten die vernünftigste Erklärung. Es gewinnt diejenige, die am zuverlässigsten Empörung erzeugt.

Vielleicht erklärt das auch den erschreckenden Verlust an Respekt gegenüber Politikern. Natürlich haben Politiker dazu selbst beigetragen. Gebrochene Versprechen, taktische Manöver, schlechte Kommunikation und die gelegentlich erstaunliche Fähigkeit, offensichtliche Fehler als Erfolge zu verkaufen, schaffen kein Vertrauen. Aber etwas anderes kommt hinzu: Wir behandeln Politiker zunehmend nicht mehr als Menschen, denen wir auf Zeit Macht übertragen haben, sondern als eine fremde Kaste, die uns etwas antut.

Das ist in einer Demokratie ein merkwürdiger Gedanke. Denn wir haben diese Leute gewählt. Wir können sie abwählen. Wir können Parteien gründen, demonstrieren, schreiben, protestieren, klagen und unsere Regierung öffentlich beschimpfen. Vieles davon tun wir sogar mit großer Begeisterung. Gerade diese Möglichkeiten sind Ausdruck jener Freiheit, deren Wert wir vermutlich erst vollständig bemerken würden, wenn sie verschwände.

Vielleicht müssen wir wieder mehr Demokratie aushalten

Der Sachverständigenrat für Integration und Migration stellte 2026 ebenfalls einen deutlichen Vertrauensverlust fest. Bei Menschen ohne Migrationshintergrund sank zwischen 2022 und 2024 das Vertrauen in die Bundesregierung von ungefähr zwei Dritteln auf 44 Prozent, in den Bundestag auf 53 Prozent. Auch bei Menschen mit Migrationshintergrund ging es zurück. (svr-migration.de)

Das sollte uns beschäftigen. Aber vielleicht müssen wir deshalb nicht weniger, sondern mehr Demokratie wagen. Und damit meine ich nicht noch einen Bürgerrat mit anschließendem Hochglanzbericht. Demokratie lebt davon, dass Probleme ausgesprochen werden dürfen, bevor Populisten sie monopolisieren. Man darf sagen, dass Migration begrenzt und gesteuert werden muss, ohne Migranten abzulehnen. Man darf verlangen, dass Integration auch Pflichten beinhaltet, ohne Menschen ihre Würde abzusprechen. Man darf über Sozialstaat und Arbeitsanreize reden, ohne Arme zu verachten. Man darf Klimapolitik kritisieren, ohne den Klimawandel zu leugnen.

Eine Demokratie, die solche Widersprüche aushält, ist stark. Eine Demokratie, die versucht, sie moralisch wegzudefinieren, macht ihre Gegner stark.

Vielleicht ist deshalb die Frage nach vergangenen Hochkulturen doch nicht völlig abwegig. Nicht weil Deutschland unmittelbar vor irgendeinem Untergang stünde. Dafür gibt es keinen vernünftigen Beleg. Aber Geschichte zeigt etwas anderes: Gesellschaften geraten selten deshalb in Schwierigkeiten, weil sie überhaupt Probleme haben. Probleme hatten sie immer. Gefährlich wird es, wenn Probleme schneller wachsen als die Fähigkeit der Institutionen, sie zu bearbeiten.

Deutschland ist gleichzeitig eine alternde Gesellschaft, eine Einwanderungsgesellschaft, eine Industriegesellschaft im Umbau und eine Demokratie unter dem Druck einer völlig veränderten Öffentlichkeit. Das wäre schon für ein ausgesprochen bewegliches Land eine anspruchsvolle Aufgabe. Und Beweglichkeit war nun wirklich noch nie die herausragende Spezialität deutscher Behörden.

Vielleicht erleben wir deshalb keinen Niedergang. Vielleicht erleben wir etwas viel Banaleres und zugleich Entscheidenderes: Eine Gesellschaft hat sich schneller verändert als die Institutionen, die sie zusammenhalten sollen.

Nicht die Demokratie muss weg. Sie muss endlich wieder zeigen, dass sie mit der Wirklichkeit Schritt halten kann.

10 Kommentare

Kommentar schreiben

Kommentieren auf diesem Blog

  • Text wird lokal zwischengespeichert
  • Antworten können per E-Mail abonniert werden
  • Kommentar kurzzeitig bearbeitbar oder löschbar

Nach dem Absenden kannst du deinen Kommentar noch 15 Minuten bearbeiten oder löschen.Danach ist keine Änderung oder Löschung mehr möglich.
  1. Moin aus Papenburg.
    Sie schreiben:
    „.. Wir behandeln Politiker zunehmend nicht mehr als Menschen, denen wir auf Zeit Macht übertragen haben, sondern als eine fremde Kaste, die uns etwas antut.
    Das ist in einer Demokratie ein merkwürdiger Gedanke. Denn wir haben diese Leute gewählt. Wir können sie abwählen. Wir können Parteien gründen, demonstrieren, schreiben, protestieren, klagen und unsere Regierung öffentlich beschimpfen ..“

    Der Grund dafür liegt doch nicht beim Wahlvolk, sondern bei den Politikern. Wenn Gabriel (sinngemäß) feststellt „Sind wir erst einmal gewählt greift der Begriff *repräsentative Demokratie* – das bedeutet wir machen was wir für richtig halten, auch gegen die Volksmeinung!“

    Können wir tatsächlich Politiker abwählen? NEIN, Beispiel Spahn, der ist über seine Chuzpe gestolpert, losgeworden durch Wahlen wäre man ihn nicht, denn er sitzt in einem streng katholischen, erzkonservativen Wahlkreis …. hätten wir den unseligen Herrn Schäuble der trotz mehrerer Gerichtsfällen und undurchsichtigen Geldverschiebungen *graue Eminenz mit schwarzer Null* die uns wirtschaftlich extrem geschadet hat, losgeworden? NEIN, denn die Partei hat Vorschlagsrecht für die Landeslisten …. und da kommen die Politiker drauf die besser vernetzt sind, nicht die, die die Demokratie voranbringen würden. Politiker, die die Gerichtsurteile gegen ihr Handeln einfach ignorieren (wie Herr Dobrindt ) und trotzdem tun was sie wollen tragen doch beileibe nicht dazu bei der Bevölkerung Vertrauen in die Politik zu wecken!

    Zuletzt kommt dann die unbegrenzte Mandatsträgerschaft hinzu:
    Haben manche Politiker erst einmal ein Mandat gewonnen können sie es unbegrenzt ausüben (hier die Verbindung mit Listenwahl & *sicheren* Wahlkreisen, in denen sie nicht einmal wohnen müssen)

    Tun uns Politiker etwas an? JA!
    Sie nehmen immer nur von denen die schon wenig haben und scheuen sich von denen zu nehmen die so viel haben, daß sie nicht wissen welchen Luxus man sich noch kaufen könnte – oder welche Politiker, die sie dann von diesen lästigen Steuern befreien, mit denen sie ja hierzulande ungern einen angemessenen Beitrag für die Allgemeinheit leisten müßten.

    • @Horst Schulte
      Wie sollte eine Alternative aussehen?
      Fangen wir doch klein an, Steigerung wäre immer möglich:
      – Erstmal die Anzahl der Wiederwahlmöglichkeiten reduzieren, 2x Mandat, zwei Legislaturperioden wahrnehmen zu dürfen sollte doch reichen.
      – Alle Gesetze die für die breite Öffentlichkeit gemacht werden gelten gleichermaßen für alle Politiker, insbesondere Krankenversicherung, Besteuerung & Altersversorgung.
      – Verbot aller bezahlten Nebentätigkeiten und Sperre des Wiedereintritts in öffentliche, durch Wahl oder Ernennung zu besetzende Posten in der Regierung.

      Das fällt mir so auf Anhieb ein und es wäre ein Anfang der Eindämmung von Privilegien & Korruption, heute ja elegant als „Sponsoring“ bezeichnet ….

      Auf die Vervielfachung der Ämter und den daraus entstehenden Kosten der föderalen Strukturen will ich gar nicht erst eingehen – das wird sich irgendwann aus Geldmangel von selbst ergeben, denn wenn KI/AI Vorschläge zur Verwaltungsvereinfachung voll wirksam werden liegen solche Reformen auf der Hand.

    • @Horst Schulte: Danke für den Hinweis – ich habe das im Blog geändert und dazu Stellung genommen.
      Wenn es ihre Zeit erlaubt wäre ich für einen Hinweis dankbar WIE ich das so ähnlich wie Sie es hier eingerichtet haben machen könnte ….

      Aus meiner Zeit in USA habe ich genau das mitgenommen:
      Nicht wartenbis 100% erreicht sind, sondern schon mal in die Praxis reingehen wenn erst 70 bis 80% geschafft sind – und dann aus den Fehlern lernen ….
      [The-Microsoft-Way]

    • @Wolfgang v. Sulecki: Die Grünen haben zu Beginn die „Rotation“ ausprobiert. Das ist gescheitert, weil sich herausgestellt hat, dass es lange braucht, bis sich Abgeordnete in ihrem jeweiligen Politikfeld gut auskennen – erst dann werden sie wirksam – und müssen wieder raus?
      Punkt 2: Das würde auf Abschaffung der privaten KV hinauslaufen, denn die Gewählten liegen zumeist ÜBER der Grenze, die eine Mitgliedschaft in der öffentlichen KV erzwingt.
      Besteuerung: Abgeordnete zahlen ganz normal Einkommensteuer auf ihre monatlichen Grundbezüge .
      Rente: Diskutabel! Jetzt bekommen sie eine „Altersentschädigung“ und müssen nichts einzahlen.

      „ Sperre des Wiedereintritts in öffentliche, durch Wahl oder Ernennung zu besetzende Posten in der Regierung.“ Also darf ein Abgeordneter (Ausschussvorsitzender, Fraktionsschef etc.) nicht mehr Minister werden? Warum?

    • @ClaudiaBerlin:
      Krankenversicherung: Die private KV ist ja nur ein Teil des Gesamtbeitrages – bei uns sind das 30% , den Rest zahlt der (ehemalige) Dienstherr, ich bin mit versichert weil ich zwar länger gearbeitet & eingezahlt habe, aber die Rentenversicherung geschröpft wurde um Fremdkosten – gesetzeswidrig! – auszugleichen …. wodurch sich trotz 40 Jahren Höchtstbeitrag man gerade die Hälfte dessen als Rente ergab was meine Frau als Beamtin erhält.

      Rotation: Dann muß man eben bereits einschlägig erfahrene (!) Menschen aufstellen – das würde das Parlament sofort verbessern . Halbgebildete und Abbrecher raus, das ist doch kein Mangel, sondern Fortschritt ….

      Sperre: Ja, die Vetternwirtschaft und Zuwendungsannahme ergeben sich doch gerade aus diesen Nesthockern die ihr Leben im Parlament verbringen und die sprudelnden Quellen zu nutzen wissen.

  2. Wow, das ist mal wieder ein fulminanter Rundumschlag – ohne „Schlag“ sein zu wollen, mir fällt nur grade kein anderes Wort ein! Alle Achtung, ich schaffe sowas derzeit nicht, zu viele Aspekte auf einmal – in aller Regel muss ich mich auf einen konzentrieren, sonst wird es halt eine Linkliste.

    Also eine Ergänzung: Klar tun Sparmaßnahmen weh – aber nirgends geht jemand auf deren Gründe ein. Mir kommt es vor, als erwarteten die Bürger vom Staat die Lösung aller Probleme – ganz egal, woher die kommen bzw. durch welche (auch vielfach äußeren) Ursachen sie bedingt sind.

    Alle wollen Reformen und dass die wichtigen Institutionen weiter funktionieren: Rente, Kranken- und Pflegeversicherung – aber dass es da Einsparungen gibt, weil eben alles teurer wird, sogar die Gehälter des Pflegepersonals – das soll der Staat, der das sowieso alles schon bezuschusst, „irgendwie“ verhindern. Dass weniger Junge nicht immer mehr Alte finanzieren können, weiß man seit Jahrzehnten, der Bundeszuschuss ist immens.

    Aber hey, immer mehr Schulden machen wird den Politikern auch vorgeworfen!
    Und erst recht sieht kaum jemand, was kommt, wenn die Schulden immer höher werden: dann funktioniert nurmehr steigende Inflation, um die Schulden wieder „tragbar“ zu machen – und alle verlieren Kaufkraft, nicht nur die Sparer ihre Rücklagen und die Reichen ihr Vermögen!
    Den Unterschied zwischen Ost und West (der ja kleiner wird, misst man es anhand der AFD) ist, dass die Menschen der neuen Bundesländer noch von früher einen „Kümmerer-Staat“ gewöhnt waren. Man wollte zwar Freiheit, kannte aber den Westen nur aus dem TV und hatte falsche Vorstellungen davon, wie es ist, wenn die Veränderungen der Weltwirtschaft und Technik, sowie die diversen Geopolitischen Entwicklungen (Kriege, Abwicklung der Globalisierung, Störung der Lieferketten) direkt aufs eigene Leben durchschlagen. Viele glauben auch noch, dass die DDR an ihren Protesten gescheitert sei, dabei war sie schlicht pleite.

    Genug, jetzt bin ich auch mal ausgeufert…

[hs_social_buttons]

[hs_lastfm_recent limit="3"]

[hs_audiobook]