Wie wichtig nehmen wir es, wenn ein Kind nicht mehr in die Kita oder Schule will?

21. Juni 2026
2 Min.

Eine Zuschauerfrage im Presseclub erzählt die Geschichte eines kleinen Mädchens, das als einzig deutschsprachiges Kind in seiner Gruppe zunehmend leidet. Die Schilderung wirft Fragen nach Integration, Sprachförderung und den Grenzen eines überlasteten Betreuungssystems auf – und hinterlässt vor allem ein Gefühl der Hilflosigkeit.

trauriges maedchen kita presseclub integration

Als ob es keine anderen Probleme, etwa mit Brücken gäbe, fragt diese Frau (selbst Erzieherin) bei den Zuschauerfragen nach dem heutigen Presseclub etwas, worauf die vermeintliche Expertenrunde auch keine Antwort hat:

Ich bin vom Fach, staatlich anerkannte Erzieherin. Und meine Frage geht an den Herrn zu Ihrer Rechten, glaube ich. Bildungsplan: Das offene Prinzip muss man verändern. Das ist nicht gut. Die Kinder sind mehrsprachig in der Gruppe. Sie brauchen eine staatlich anerkannte Erzieherin, deutschsprachig, perfekt, an der sie sich, wenn die Kleinen kommen, orientieren können.

Aktuelle Situation, gerade in Baden-Württemberg bei Stuttgart: Der Platz wird von einem Menschen im Rathaus vergeben. Beide Eltern arbeiten, sind darauf angewiesen. Die Kleine war in einer Krippe, sie spricht sehr gut Deutsch, ist schon ein bisschen weiter. Sie kommt als einzig deutsches Kind in eine Gruppe mit irgendwelchen Helfern, die alle nicht richtig Deutsch sprechen.

Sie weint, wenn sie abgeholt wird. Sie weint, wenn sie hingehen muss. Sie nässt wieder ein und weint nachts.

Bitte, was können die Eltern tun?

Das erwähnte Kind stammt, wenn ich es richtig verstanden habe, aus einer migrantischen Familie und spricht sehr gut Deutsch. Was mich an diesem Anruf bewegt hat, war nicht die politische Dimension, sondern das Bild eines Kindes, das plötzlich nicht mehr gerne in seine Einrichtung geht, das weint, nachts wachliegt und wieder einnässt.

Natürlich kenne ich nur die Schilderung der Anruferin. Aber falls die Situation tatsächlich so ist, wie sie beschrieben wurde, bleibt bei mir vor allem ein Gefühl zurück: Hilflosigkeit. Die Eltern sind auf den Platz angewiesen, das Kind leidet sichtbar, und niemand scheint eine Lösung zu haben.

Solche Geschichten gehören für mich zu den Momenten, in denen politische Debatten ihre abstrakte Ebene verlieren. Dann geht es nicht mehr um Konzepte, Statistiken oder Zuständigkeiten, sondern um einen kleinen Menschen. Und wenn man den Eindruck gewinnt, dass selbst offensichtliches Leid weder schnell erkannt noch behoben werden kann, dann wirkt das auf mich zutiefst deprimierend.

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Horst Schulte
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Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Ich bin jetzt 72 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt, wie man so sagt, in der Provinz. Großstädte sind mir ein Gräuel.

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Rentner, Autor, Blogger und Hobbyfotograf

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