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Olympiade: Symbole und Marken sind halt wichtiger als der Sport


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Olympische Spiele gehören nicht mehr, wie es eigentlich gedacht ist, den Sportlern und Völkern der Welt. Sie gehören den Sponsoren, den Politikern der ausrichtenden Länder und nicht zuletzt auch den Medien. Das Sportfest ist in den letzten Jahrzehnten degeneriert zur Sportshow.

Samsung verlangt z.B. angeblich von den Sportlern, das Konkurrenz-Logo abzukleben. Nichts Fremdes, schon gar kein Wettbewerbsprodukt, soll der Werbewirkung der investierten Millionen die Sicht nehmen.

Heute hörte ich im Radio, wie jemand die »Herkulesaufgabe« des im letzten Jahr gewählten neuen IOC-Chefs, Thomas Bach, beschrieb. Er sagte, wie schwierig es sei, die von Politikern in die falsche Richtung entwickelten Größer-Schöner-Weiter-Teurer-Olympiaden wieder auf ein normales Niveau zurückzubringen. Komisch, ich kann mich gar nicht entsinnen, dass Thomas Bach ein derartiges Vorhaben auf der Agenda hat. Dieses Thema hatte doch eher sein Kontrahent bei der Wahl um das Amt des Präsidenten des IOC.

Bei den jetzt stattfindenden Winterspielen und beim nächsten und übernächsten Events werden wir erleben – da bin ich mir ganz sicher – dass sich in dieser Hinsicht nichts, aber auch gar nichts ändert.

Beim »Tatort« oder anderen deutschen TV-Ereignissen wird strikt darauf geachtet, dass es keine Schleichwerbung gibt. Wenn ein Kommissar eine Suchabfrage im Browser startet, lässt die Regie oder wer immer dafür zuständig ist, vorher extra irgendeine Fantasie-Suchseite einrichteten, damit nur ja nicht der Anschein eines Productplacements entsteht. Das führt in diesem Land nämlich zu einem riesigen Geschrei.

Bei Olympischen Spielen ist uns das alles ganz egal.

Foto von: wetterrolfCC BY-NC-SA 2.0

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