Gesellschaft   ·  3 Min.

Linksindoktrinierte Berufsschüler und Linksautonome sollen in Nürnberg mitgemischt haben

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Die Nürnberger Solidaritätsaktion von Berufsschülern und Passanten zugunsten eines 20jährigen afghanischen Mitschülers findet nicht überall Beifall. Es ist wie immer: Die Rechten veröffentlichen ihre Sicht.  Wir die unsrige. Rechte Hetzblogs wie PI-News schreiben, die tätig gewordenen Berufsschüler seien seit Jahren von Links indoktriniert worden. Außerdem seien während … weiterlesen



Die Nürnberger Solidaritätsaktion von Berufsschülern und Passanten zugunsten eines 20jährigen afghanischen Mitschülers findet nicht überall Beifall. Es ist wie immer: Die Rechten veröffentlichen ihre Sicht.  Wir die unsrige.

Rechte Hetzblogs wie PI-News schreiben, die tätig gewordenen Berufsschüler seien seit Jahren von Links indoktriniert worden. Außerdem seien während der Stunden andauernden Tumulte weitere Linke herbeigerufen worden.

Krass, dass genau dies zu stimmen scheint.

Das Szenarium, das ich gestern noch überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Am Ende bin ich doch ein doofer, linker Naivling.

Dank an die Nürnberger Berufsschüler — 2Bier | Quelle

Kann sein, kann nicht sein.

Ich hielt die Behauptung von PI-News schon deshalb für unwahrscheinlich, weil ich mir gut vorstellen kann, dass Menschen rasch aktiv werden, wenn sie sehen, dass vor ihren Augen Ungerechtigkeiten ablaufen.

Ich möchte nicht so sein wie die Rechten, die jeden mit abweichender Haltung mit Skepsis und feindselig beäugen. Die Autoren des angesprochenen PI-News – Artikels werden sich vielleicht gefragt haben, was (deutsche) Berufsschüler dazu bringen sollte, sich mit einem afghanischen Flüchtling zu solidarisieren. Das müssen linksversiffte Gutmenschen gewesen sein. Für ihren Artikel haben sie jedenfalls im Gegensatz zu mir, der ich wieder gefühlsduselig und ein gutes Stück naiv unterwegs war, genug „Material“, um die Teilnehmer der Nürnberger Aktion pauschl zu diffamieren. Dazu kam, dass andere Medien (einmal mehr) genehme, mainstreamige Wahrheiten, gemeldet haben.

Bei N24 las ich später, dass der 20jährige Afghane  die deutschen Behörden mit falschen Angaben betrogen hat.  Dass der junge Mann, der auf Antrag von Polizei und Staatsanwaltschaft in Abschiebehaft genommen werden sollte, trotz der Sachlage und der alarmierenden Vorgeschichte im Fall Amri vom zuständigen Amtsrichter wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, irritierte mich noch mehr.

Hat dieser Amtsrichter den Knall nicht gehört oder ist das, was über den 20jährigen berichtet wurde, nicht korrekt gewesen?

 

Dass der Schulleiter bereits gestern der Polizei schwere Vorwürfe machte, kann nach Meinung rechte Hassprediger vermutlich nur damit begründet werden, dass es sich um einen linksgrünversifften Pädagogen handelt. Das habe ich so nicht gelesen, würde aber ins Bild passen.

Focus schreibt heute, dass die Bezirksregierung auch weiter darauf drängt, dass der Afghane in Abschiebehaft genommen wird. Dabei wird – jedenfalls im Focus – Artikel – nur darauf reflektiert, dass der Mann angebliche Terroranschläge für den Fall seiner Abschiebung angedroht habe. Dafür hatte sich der Mann inzwischen entschuldigt. Von den gestern von N24 erwähnten Passvergehen steht im Focus – Artikel nichts.

Auf der Website des BR wird folgendes erläutert:

Der Flüchtlinge war nach Angaben der Integrationsbeauftragten der Staatsregierung, Kerstin Schreyer (CSU), seit November 2013 ausreisepflichtig. Er hätte bis Ende 2013 Identitätspapiere vorlegen sollen, das habe er nicht getan. „Das heißt: er hat seine Mitwirkungspflicht nicht erbracht“, so Schreyer. Erst im Februar 2017 habe der 20-Jährige Unterlagen vorgelegt, die dann aber schon Jahre zuvor datiert waren. Aus Sicht der Integrationsbeauftragten habe er „alles getan, um den Prozess zu verzögern.“Quelle: Nach Tumulten in Nürnberg: Afghanischer Flüchtling wieder auf freiem Fuß | Mittelfranken | Nachrichten | BR.de | LINK

Warum in dem Artikel von „Jetzt“ über diese „Feinheit“ so gar nichts zu finden ist, ist mir schleierhaft. Oder auch nicht? In diesem Artikel von „Jetzt“ kommt ein Augenzeuge zu Wort. Er moniert, dass die Polizei nicht eingeräumt habe, dass auch Demonstranten verletzt wurden. Das ist nach dem Bericht der Polizei Mittelfranken (s. Kommentarbereich) falsch. Dort wird gesagt, man wisse es schlicht nicht.

Bei RT Deutsch weiß man mehr. Dort ist von Linksautonomen die Rede, die bei den Tumulten ordentlich mitgemischt haben sollen. Das soll man glauben? Besser ja. Denn auch die FAZ berichtet über die Aussage des bayerischen Innenministers, Herrmann:

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) machte die linksautonome Szene verantwortlich. Personen aus der linkextremistisch-autonomen Szene hätten gezielt die Polizei angegriffen. Quelle: Nürnberger Schulleiter: Polizei zerstörte viel Integrationsarbeit | LINK

Mehr Infos:

Wie Politik, Polizei und Rechte die eskalierte Abschiebung in Nürnberg für ihre Zwecke instrumentalisieren – VICE | Quelle

Afghanische Flüchtlinge: Integriert und trotzdem abgeschoben? | Deutschland | DW | 02.06.2017 | Quelle

Interner Revisionsbericht des BAMF deckt längst bekannte Mängel auf | PRO ASYL | Quelle

 

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Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

Ein Gedanke zu „Linksindoktrinierte Berufsschüler und Linksautonome sollen in Nürnberg mitgemischt haben“

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