Gesellschaft   ·  2 Min.

Zufällige Tischnachbarn aus der Heimat

Im Moment versuche ich mich anhand von Fotos an Frühling und Sommer zu erinnern. Der kommende Sonntag soll deutschlandweit zwar endlich mal wieder ein sonniger …

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Im Moment versuche ich mich anhand von Fotos an Frühling und Sommer zu erinnern. Der kommende Sonntag soll deutschlandweit zwar endlich mal wieder ein sonniger und etwas wärmerer Tag werden. Aber für die folgenden Tage – so der Wetterbericht – sollen die Temperaturen wieder runtergehen und das Wetter insgesamt erneut wechselhaft werden. 😛

Dabei fielen mir diese Fotos von unserem letzten Paguera-Urlaub in die Finger. In Paguera /Mallorca haben meine Frau und ich seit Mitte der 1980er Jahre schon einige Urlaube verbracht. Der Ort zeichnet sich in unseren Augen auch dadurch aus, dass es nicht zu laut aber auch nicht zu ruhig ist.

Unser Hotel liegt ruhig und verfügt über einen sehr schönen Garten mit echtem Rasen. Das ist dort, wenn ich es richtig beobachtet habe, nicht so häufig zu finden.

In einem Jahr haben wir eine ziemlich witzige Geschichte erlebt.

Beim ersten Restaurantbesuch im Hotel wurden den Gästen vom Oberkellner feste Tische «zugewiesen». Das empfanden wir schon deshalb als angenehm, weil damit in der Regel sichergestellt war, dass wir nicht orientierungslos durch den weitläufigen Raum irren mussten, um am Ende doch mit anderen Gästen an einem großen Tisch gemeinsam Platz nehmen zu müssen. Was andere Gäste vielleicht schätzten, war uns nicht so angenehm. Neue Gesprächspartner fanden sich bei Bedarf immer. Beim Essen musste das nicht sein.

Wir hatten einen Tisch, der für 4 Personen Platz bot und so kam es, dass eines Abends der Oberkellner zwei Männer an unseren Tisch führte. Sie wurden uns vorgestellt. Ich habe die Namen nicht verstanden.

Nachdem sie Platz genommen hatten, bemerkte ich, dass meine Frau irgendwas beschäftigte. Sie war ungewöhnlich schweigsam. Plötzlich fragte sie einen der Männer: «Heißen Sie vielleicht Karl-Heinz …». «Ja», antwortete der Mann. Die Männer und meine Frau lachten, und ich schaute sicher etwas verdutzt aus der Wäsche.

Tatsächlich war es so, dass die beiden Männer Brüder waren und aus dem Heimatort meiner Frau stammten. Sie lagen jahrgangsmäßig etwas auseinander, waren jedoch in die gleiche Schule gegangen.

Wir haben danach noch einige Abende mit den beiden und ein paar anderen Bekannten verbracht. Am letzten Tag ging es bis morgens um 5:00 Uhr. Um 6:00 Uhr wurden wir vom Hotel abgeholt und zum Flughafen gebracht.

Zufälle gibt es! In Mallorca haben sicher schon ganz viele Leute irgendwo alte Bekannte getroffen. Man sagt ja nicht grundlos, dass die Welt ein Dorf ist. Aber dass zwei Schulkameraden zur gleichen Zeit im gleichen Hotel und per Zufall auch noch an den gleichen Tisch gesetzt werden, ist schon besonders. Oder?

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Horst Schulte
Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

4 Gedanken zu „Zufällige Tischnachbarn aus der Heimat“

  1. Ja, Horst, das war schon ganz besonders!
    Das Hotel muß ich mir mal merken. Wir waren bisher nur einmal auf Mallorca, irgendwo im Norden.

    Unlängst, Anfang April, war ich in Frankfurt. U.a. besuchten wir den Palmengarten.
    Auf der Rückfahrt, auf dem Bahnsteig, kam mir ein wartender Schaffner bekannt vor.
    Er sah so aus, wie ich mir meinen Jugendfreund/Bekannten aus dem Heimatort vorstellen würde, 45 – 50 Jahre gealtert.
    Wie mich ihm aber annähern? Ich drehte einen vorsichtigen Kreis auf ihn zu, wollte ihn aber dann auch nicht beunruhigen. Schliesslich wagte ich es doch – und siehe: Er war es tatsächlich!
    Ich hatte ihn tatsächlich wohl 45 Jahre nicht mehr gesehen.

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  2. Es gibt echt schöne Zufälle. Vor einiger Zeit ist mir was lustiges passiert, das auch damit zu tun hat, wenn man sich über lange Zeit aus den Augen verliert. Ich ging durch mein Heimatstädtchen. Da klopfte mir ein Schulfreund auf die Schulter und fragte, seit wann ich denn wieder in Bedburg wäre? Er dachte, ich wäre vor Jahren aus berufliche Gründen verzogen. Das stimmte nicht. Ich wohne mein ganzes Leben in diesem Ort. Aber ich war die letzten 8 Jahre meiner Berufstätigkeit die Woche über in Rheinland-Pfalz tätig. Deshalb wohnte ich dort im Hotel, um nicht pendeln zu müssen. Wir war das bei 150 km (eine Fahrt) auf Dauer einfach zu anstrengend. Am Wochenende hatte ich keine Lust was zu unternehmen. Lieber war ich zu Hause. So kam es natürlich, dass ich im Ort kaum noch «vorkam». Deshalb war seine Frage eigentlich nicht wirklich überraschend. 🙂

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    • Man kann solche Geschichten immer weiter treiben:-)
      Ich versuch’s mal:

      Vor 3 Jahren, auf einem Musikfestival in Würzburg, sah ich jemand für eine oder zwei Sekunden «aus dem Bild huschen», so etwa 25 m entfernt. Ich sah nur seine Rückenpartie und wie er ging, sich bewegte.
      Gleich fiel mir ein, daß muß mein Kollege sein, mit dem ich 31, 32 Jahre zuvor bei der Bundeswehr war.
      Er war es tatsächlich. Ich sprach ihn eine halbe Stunde später an. Er erkannte mich rein garnicht mehr.
      So ist es nun mal. Aber: Was ist da alles in unserem Gehirn dauerhaft gespeichert? Manchmal unfassbar.

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  3. Besonders spannend kann es sein, wenn man sich nicht mehr genau an die Person erinnert bzw. wenn so viel Zeit vergangen ist. Ich begegne hin und wieder Menschen, die ich glaube zu kennen. Das ist allerdings hier im direkten Umfeld meines Heimatortes. Meistens fasse ich mir kein Herz und spreche sie an. Ich bin heute nicht mehr so kontaktfreudig, wie ich es früher ™ war. Sagt übrigens auch meine Frau 🙂

    Kürzlich bin ich im Städtchen dem Rektor meiner ehemaligen Hauptschule begegnet. Dort wurde ich 1968 entlassen. Der Mann spricht mich heute noch mit meinem Vornamen an. Er hat ihn nicht vergessen. Nur weiß ich nicht, ob das so positiv ist 🙂 Meine Frau jedenfalls trifft ab und an auch noch alte Lehrer. Das sieht dann aus, als begrüßten sich alte Freunde. Schön sowas.

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