Kategorien
Gesellschaft

Echt konservativ: Trump wähnt sich im britisch-amerikanischen Unabhängigkeitskrieg

Angesichts der Erfahrungen und Bilder der letzten Tage fragen sich bestimmt viele erneut: Wie konnte es geschehen, dass dieser oft nur komisch wirkende Mann mit einem so trampelhaften Benehmen und einem gefärbten Frettchen auf dem Kopf von einer Mehrheit der US-Wählerinnen und Wählern auserkoren wurde, ein so mächtiges Land zu führen.

Trumps Befähigung scheint vor allem darin zu bestehen, nicht zum so genannten Establishment zu gehören. Angesichts seiner Herkunft und seiner Vermögensverhältnisse kann ich das nur als schlechten Witz betrachten. Als weitere Schlüsselqualifikation scheinen seine Auftritte als erfolgreicher Unternehmer [sic?] und als Reality – TV – Star zu gelten.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Für seine Physis kann der Mann nichts, für sein Benehmen und seinen „Stil“ aber schon.

Abgesehen von politischen Entscheidungen, die für viele in Ordnung zu sein scheinen, fällt auf, dass er einen sehr eigenen Umgang mit Frauen pflegt. Weibliche Politiker bekommen seine Einstellung und Rücksichtslosigkeit zu spüren.  Die Ansagen der letzten Tage gegen Angela Merkel und die brüske Herabwürdigung Theresa Mays via Interview geben davon ein hochnotpeinliches Zeugnis.

Trump der Retter des Konservativismus (ob Dobrindt sich das genauso auch vorstellt?) konnte man bei seinem Auftritt mit der Queen begutachten.

Der Mann nimmt seine Mission so ernst, dass man meinen könnte, er führe den Kampf seiner Altvorderen * im britisch-amerikanischen Unabhängigkeitskrieges (1775 bis 1783) weiter.

Es wirkt so, als sei diesem Mann Etikette absolut schnuppe – was ja vielleicht noch etwas sympathisches hätte…

Vielleicht war es aber auch so, dass Trump seinen Wählern und Fans zu Hause mit diesem kleinen Schabernack demonstrieren wollte, was man von der ehemaligen Kolonialmacht halten soll. Echte Konservative eben. Wahrscheinlich ist, dass er nicht den Anstand besitzt, sich mit dem zu beschäftigen, was für andere Staatsmänner – egal woher sie stammen – völlig selbstverständlich ist.  Mit der Etikette der Gastergebernation und dieser so den gebotenen Respekt zu zeigen.

Auch Trumps absonderliches Verhältnis zu Frauen wurden in diesen Tagen wieder mal bestätigt.

0

Von Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 65 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.