Gesellschaft   ·  3 Min.

Corona – Schutzmaßnahmen

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Gestern saßen meine Frau und ich zusammen mit unserem Großneffen im Eiscafé. Wir hatten uns dem Genuss einiger Eiskugeln und kalten Getränken hingegeben. Es war voll. Aber die Abstandsregeln wurden eingehalten. Gleich am Nachbartisch saßen drei Leute. Eine Person verkündete alsbald ihre Haltung zu den Corona – Schutzmaßnahmen. Er schien die Szene als Chance zu begreifen, uns andere eisessenden Gäste für eine entspanntere Sicht auf die Welt mit Corona zu gewinnen. Sein Sendungsbewusstsein war unüberhörbar. Ja, es hätte was, wenn wir uns nur für die eine oder andere Seite entscheiden müssten. Alles würde wieder gut.

Corona-Schutzmaßnahmen
Eingangstür

Laut und aggressiv

Seine Stimme wurde von Satz zu Satz lauter und aggressiver. Mir kams jedenfalls so vor! Ich schielte ein paar Mal hinüber, um zu sehen, was das für einer war. Ein Mann mit wenig Haaren, mit dicker Wampe und einem klaren Feindbild. Mit Ausnahme der wenigen Haare hätte auch ich das sein können. Warum geht mir eigentlich die Hellsichtigkeit und Umsicht dieses Mannes so grundsätzlich ab? Klar, die Medien sind schuld.

Er betete den ganzen Mist herunter, den wir aus den Vorträgen derjenigen kennen, die den weitaus größeren Teil unserer Bevölkerung schlankweg, als die „angepasste Mehrheit“ denunzieren. Alle, die Mainstreammedien konsumieren, gehören nach Ansicht solcher Leute zur angepassten Mehrheit.

GEZ-Sender

Ich sollte die GEZ – Sender meiden und mich den Internet-Kanälen zuwenden, die uns mit alternativen Fakten eindecken. Ob ich damit glücklich oder wenigstens klüger würde? Ich glaub da ja nicht. Ken Jebsen, Oliver Janich oder diese Eva Herrmann kann ich nicht ernst nehmen, obwohl sie ihre Kanäle doch recht professionell gestalten. Aber es kommt nicht auf professionelles Design, sondern halt doch mehr auf Inhalte an. Und da gehöre ich eben immer noch ganz zur „angepassten Mehrheit“. Ich weiß, dass es für diese informelle Trägheit ganze viele noch weniger nette Begrifflichkeiten gibt, die von Corona-Leugnern genutzt werden. Mit meiner Teilhaberschaft an so was wie eine „angepasste Mehrheit“ komm ich klar. Man mag mit dem Begriff Schwarmintelligenz nicht viel anfangen können, was aber so viele machen, kann nicht ganz verkehrt sein. Und unter uns: Ich tipp ja eher darauf, dass die Corona-Leugner einen an der Waffel haben.


Dunja Hayali

Dunja Hayali war mit Team auf der Berliner Demo, an der übrigens nicht 20.000 Teilnehmer mitliefen, sondern 1,3 Millionen. So viele Verweigerer der Corona – Schutzmaßnahmen. Wirkt sich das auf unsere Neuansteckungen mit dem Virus aus? Dass sie bei dieser Gelegenheit nur auflief, um zu provozieren, damit sie ihren Zuschauern gruselige vertonte Bilder vorführen konnte, war ja klar. Sie steht schließlich für die Art von Mainstreamjournalismus, den die Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen so vehement ankämpfen. Aber zu solch höheren Einsichten kommen qua geistiger Überlegenheit nur diejenigen, die ihre Informationen und Überzeugungen von Quellen wie Kenfm, Attila Hildmann, Xavier Naidoo, Qanon, Oliver Janich, nicht zu vergessen, der AfD beziehen.

‘ sondern auch Menschen aus der Mitte der Gesellschaft’: ganz genau. Vielleicht sollte die angepasste Mehrheit einmal in sich kehren und nachdenken. Es ist sehr einfach und bequem, Maßnahmen zu ersinnen und zu befürworten, die sich gegen die Ausbreitung des Virus richten. Wenn aber die Folgen dieser Maßnahmen gravierender als die des Virus selbst sind, dann werden mehr und mehr Menschen innehalten und eine Kehrtwende fordern. Und das ist gut so.

Dunja Hayali nach Corona-Demo: „Mix der Menschen erschreckend“ – WELT

Wer hat das Ende der Pandemie gesehen?

Ein Motto wie: „Das Ende der Pandemie – Tag der Freiheit“, ist wirklich geeignet, all die dummen anderen Menschen wachzurütteln.

Wer möchte schon gern den Herrschenden auf den Leim gehen und dafür später einmal von den Hellsichten vor ein Tribunal gestellt werden? Der Umfang solcher Drohungen an die Adresse von uns Einfältigen ist schon recht anschaulich. Aber vor dem Virus habe ich offen gestanden mehr Respekt.





Artikelautor: Horst

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

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