Gesellschaft   ·  3 Min.

Corona-Neuinfektionen steigen. Das erzeugt Unsicherheit.

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Trotz des Anstieges der Corona-Neuinfektionen bleibt der Streit über den Umgang mit dem Virus. Ich würde sogar sagen, er wird heftiger. Das liegt daran, dass die eine Seite ihre Befürchtungen bestätigt sieht und die andere jede Besorgnis für völlig übertrieben hält.

Oh, ich kann solchen Formeln wie: „Wir müssen einen normalen Umgang mit dem Virus finden“ sehr viel abgewinnen, aber wie genau soll das mit dem „normalen“ Umgang denn aussehen? Das sagt nämlich keiner.

Ich lese im Internet die Ansagen von Leuten, die sich dem Joch der Corona-Beschränkungen auf gar keinen Fall unterwerfen und sich weder einsperren noch impfen lassen werden. Jedenfalls sagen sie das. Wer weiß, wie es sein wird, wenn in ein paar Wochen das Chaos über uns hineinbricht? Ich sage dazu, ich wünsche, es kommt anders und all diese „Nonkonformisten“ behielten recht.

Die Corona-Freidenker sind im Normalfall (bis auf die ganz schrägen Vögel) Anhänger all der Hellsichtigen, die ihre Bildung und ihre akademischen Grade nicht davon abgehalten haben, einen „Gegenentwurf“ zu dem zu entwickeln, der von offizieller Seite favorisiert wurde.

Heute sehen wir, dass in den USA den vierten Tag in Folge über 1000 Menschen an den Folgen des Corona-Virus verstorben sind. Dieses Niveau hatten die Zahlen zuletzt Anfang Juni 2020, also zu dem Zeitpunkt, zu dem die furchtbaren Todeszahlen vor allem im Bereich New York sich nach und nach entspannten. Jetzt laufen die Corona-Neuinfektionen auf einem Niveau ab, das die politisch Verantwortlichen in Angst und Schrecken versetzen dürfte. Trump macht Anstalten einer geradezu bizarren Kehrtwende.

Ohne genau zu wissen, was mit den vielen infizierten Menschen passieren wird, kann man sich aufgrund der furchtbar hohen Zahlen von Neuinfektionen leicht vorstellen, mit welch großer Zahl von Todesfällen in den nächsten Wochen zu rechnen ist. Wir wissen, dass die Behandlungsmethoden sich gegenüber der Anfangszeit kaum verändert haben.

Der Einsatz von Remdesivir könnte sich (hoffentlich) positiv auswirken und die Zahl der schweren Verläufe drücken. Wenn die Menschen aber erst in die Intensivstationen kommen, um dort beatmet zu werden, wird das Medikament nicht geholfen haben und der Ausgang des Verlaufs bleibt abzuwarten. Soweit ich es verstanden habe, hat die Medizin keine solchen Fortschritte in der Behandlung von Covid-19-Patienten gemacht, dass man auf niedrigere Todeszahlen im Vergleich mit denen aus dem New Yorker Frühjahr rechnen dürfte.

Corona-Neuinfektionen / Todesfälle
Anstieg der Todesfälle in den USA durch oder mit Covid-19
Quelle

Ich drücke die Daumen, dass die Kapazitäten in den besonders betroffenen Regionen nicht derart überfordert werden, wie damals in New York. Aber nochmals: Allein die gigantisch hohen Zahlen von Neuinfektionen lassen Schlimmes erahnen.


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Für Deutschland ergibt sich die Frage, welche Schlussfolgerungen wir aus dem beträchtlichen Anstieg der Corona-Neuinfektionen ziehen wollen. Es gibt Leute, die sich lustig über die aufkommende Sorge machen und schieben dies der „Panikmache durch die Medien“ in die Schuhe.

Menschen wie Stefan Homburg haben es jedenfalls geschafft, Zweifler und Skeptiker auf ihre Seite zu ziehen und die staatlichen Empfehlungen in den Wind zu schlagen. Wie leicht eine Gesellschaft sich in diesen Zeiten Dank der sozialen Hetzmedien auseinanderdividieren lässt, kann man an dieser Entwicklung fast ebenso gut erkennen, wie während und nach der Flüchtlingskrise.

Die beiden Dinge haben vielleicht nur auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun. Wenn uns ein weiterer Lockdown bevorstehen sollte, werden viele Menschen auf die Barrikaden gehen. Und das wegen solcher unverantwortlichen Leute wie diesem Herrn Professor aber auch wegen der vielen anderen, die sich ach so freiheitsliebend gegen eine angebliche mediale und politische Bevormundung zur Wehr setzen.





Artikelautor: Horst

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

4 Gedanken zu „Corona-Neuinfektionen steigen. Das erzeugt Unsicherheit.“

  1. Die steigenden Zahlen wundern mich nicht, wenn man die Bilder so sieht….! Eine Vielzahl an Leuten tut so als wäre nie etwas gewesen. Ich sag nur Ballermann……! Wenn die Reisezeit zu Ende geht und alle wieder aus ihren Urlaubsregionen zurück sind – auch aus den bedenklichen Gebieten – dann sehe ich nicht wirklich was gutes kommen um ehrlich zu sein.

    Und ein weiterer Lockdown… Barrikden hin oder her, den verkraftet das Land nicht mehr. Aber er wird ja regelrecht herauf beschworen. So zumindest sehe ich das mal.

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    • Nee, wundern dürfen wir uns nicht. Die Sorglosigkeit, mit der viele unterwegs sind, könnte sich rächen. Käme es zu einem zweiten Lockdown, würde es ganz schwer werden. Nicht „nur“ wirtschaftlich, auch gesellschaftlich wäre dieser vielleicht nicht zu verkraften. Es gibt furchtbar viele, die sich so aufgeklärt fühlen, dass sie nicht mehr den Weisungen der politisch Verantwortlichen folgen werden. Das Gefühl habe ich.

      Antworten
  2. Mit diesem Gefühl liegst Du ziemlich richtig wie ich finde. Was dann allerdings auf uns zukommt, mit so einer wirklichen zweiten Welle und ihren allumfassenden Folgen, daran möchte ich gar nicht denken. Einfach und regelbar ist jedenfalls anders, soviel sollte uns allen klar sein.

    Mal sehen worauf wir so zusteuern…..!

    Antworten

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