WTF: Die Mafia in Bedburg?

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Während meines heutigen Spazierganges klingelte das Smartphone. Meine Schwester erzählte mir eine Story, die ich zunächst nicht glauben wollte. Als Aufmacher hätte es heißen können: Die Mafia in Bedburg.

Die Nachrichten sind voll davon. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt aber noch gar nichts davon mitbekommen. Die Eisdiele, die dieser Nacht von der Polizei ausgehoben wurde, kennen wir schon viele Jahre. Ich meine mich zu erinnern, dass es erst im vorletzten Sommer einen Inhaberwechsel gab. Ich reimte mir zusammen, dass dieser Wechsel altersbedingt gewesen sei. Die Eisdiele gehörte bis dahin einer alten Dame, die uns erzählt hatte, dass sie die viele Arbeit bald nicht mehr leisten könnte. Es lief auch nicht mehr so gut. Seitdem die Italiener übernommen hatten, war alles wieder so, wie wir Kunden uns das wünschen. Das Eis war lecker und der Service stimmte.

Und jetzt das!

Es ging um internationalen Kokainhandel, um Steuerbetrug im großen Stil, um Schiebereien von Containern voller Kriegswaffen aus pakistanischen Armeebeständen mithilfe einer paramilitärischen brasilianischen Gruppierung. Die Gewinne wurden vor allem in Deutschland, Belgien, Portugal und Argentinien gewaschen – über Lokale, Eisdielen oder andere Scheinfirmen.

Kölner Stadt-Anzeiger ($)

Die Medien berichteten, dass Polizei und Staatsanwaltschaft auf europäischer Ebene seit vier Jahren ermittelt hätten. Dabei, so der Kölner Stadt-Anzeiger, verzweigten die Aktivitäten der so genannten ‘Ndrangheta bis in die rheinische Provinz. Dem Inhaber der Bedburger Eisdiele gehört vorher das Geschäft in Siegen, das bei den Durchsuchungen in der vergangenen Nacht wohl einen Schwerpunkt bildete.

An dem Einsatz waren über 1000 Einsatzkräfte beteiligt. Von den 30 ausgestellten Haftbefehlen konnten 18 vollstreckt werden. Es geht um sehr hohe Summen und um den Umschlag von Kokain im Tonnenbereich. Der Betreiber „unserer“ Eisdiele soll an der Verteilung großer Kokain-Mengen beteiligt gewesen sein. Zuvor war er Betreiber einer Eisdiele in Siegen. Dort sollen sozusagen die Fäden zusammengelaufen sein. Zwei Geldgeber dieser Eildiele waren in internationale Rauschgiftgeschäfte verwickelt.

Alle Mitarbeiter stammten aus Kalabrien und seien miteinander verwandt. Unter ihnen seien Überlebende des Weihnachtsmassakers in San Luca 2006. Folge des Massakers zwischen zwei verfeindeten Mafia-Familien sollen auch die Mafiamorde mit sechs Toten von Duisburg 2007 gewesen sein. Zudem wurde demnach einer der Mitarbeiter mit europäischem Haftbefehl gesucht.

Kölner Stadt-Anzeiger ($)

„Unsere“ schöne und zum Glück nicht einzige Eisdiele als Zentrale für Geldwäsche? Das hatten wir uns nicht träumen lassen, meine Frau und ich. Wir haben dort in den vergangenen Jahren regelmäßig im Sommer unser Eis geschleckt. Mein Großneffe hatte dieses Eis zu seinem Favoriten erklärt. Jetzt ist Umgewöhnen angesagt.

Es wäre nicht das erste Mal, dass sich nach ein paar Wochen erweist, dass die Beweislast nicht mehr für weitere Maßnahmen ausreicht. Die Eisdiele liegt attraktiv auf dem Marktplatz des Städtchens. Vielleicht übernimmt ja jemand anderes. Schließlich kommt der Sommer erst.

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Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Ich bin jetzt 71 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt (auch aus Überzeugung) auf dem Land.

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14 Gedanken zu „WTF: Die Mafia in Bedburg?“

  1. Ich frage mich ja immer, wie man mit den Scheuklappen durch die Gegend laufen kann? Deutschland ist nicht seit gestern Geldwäscheparadies. Neben der Mafia sind da noch diverse Triaden, Rockerklubs und andere Gruppen aktiv.

    Gut, auf dem Lande ist sowas sicherlich schwer zu beobachten. Schließlich ist nicht zu beanstanden, wenn Ordnung & Sauberkeit stimmen und das Auto passabel aussieht.

    Jetzt muss man aber fragen, wie sich so ein Laden halten kann, wenn es dort 4 Mitarbeiter für 20 Stammkunden gibt, gerade wenn die Zeiten eh nicht rosig sind.

    In der Stadt braucht man mitunter nur einen Italiener zu kennen. Der kann einem dann sogar sagen, wie er Läden der Mafia zuordnen kann.

    Das deswegen das Eis schlecht sein muss ist doch ziemlicher Quatsch.

    Mich wundert ja, dass hier überhaupt noch gehandelt wird. Normalerweise schickt der Staat sonst eher seine Steuerfahnder in die Klappse.

    Typischer Weise hat da die „Konkurrenz“ die Finger mit im Spiel oder ein VIP wurde negativ betroffen.

    In der Stadt kannst Du jede 4. Hütte dicht machen, wenn Du Geldwäsche & Co. ausschließen willst. Und glaube mir, das will so schnell keiner. Denn es bleibt ja noch genug Geld für die Welt übrig.

    Auch die Branche ist kein Garant. Es gibt natürlich gewisse Anfälligkeiten. Wenn Du in einer Kleinstadt 6 Spielhöllen am Ort hast und die sich über Dekaden halten, dann ist das schon eher merkwürdig, gerade wo es auch das Internet gibt. Von staatlichen Casinos ganz zu schweigen.

    Wirtschaft und Kriminalität waren schon immer zwei Seiten derselben Medaille. Meist muss man nur die Geschichte der Firmen und Konzerne studieren. Wie alt ist inzwischen James Clavells Saga über das Noble House? Angefangen mit Shogun und Taipan?

    Wie wurde denn Bayer groß? Mit Aspirin? Nein. Mit Heroin als Kinderhustensaft.

    Zurück zum Thema: Du kannst heute keine Branche davon ausschließen. Sogar die Altenpflege nicht. Das nüssen nicht mal üble Läden sein. Das kann auch die lustige Seniorenresidenz für altgewordene Rockefeller sein.

    Und wo wäre wohl der Fußball ohne Sportwetten? Wo der Reitsport? Und wer ist immer mit dabei? Der Staat.

    Daher verwundert mich auch das Gehampel um das Cannabis nicht wirklich. Die internationalen Verträge hat man schließlich nicht einfach so abgeschlossen und da war die Prohibition schon lange vorbei.

    Und die Italiener sind in dem Bereich nicht mal die Schlimmsten. Wenn man sich angeschaut, wie amerikanische Gangs und Kartelle so wüten. Wie war das noch? Jeder vierte Amerikaner ist abhängig von Oxy? Und das wohlgemerkt ist der legale Zweig, zumindest gewesen.

    Von daher sehe ich es mit Sorge, dass im Zuge der Penicillinkrise plötzlich die Arzneimittelzulassung keine Rolle mehr spielen soll. Aber auch daran ist der Staat zumindest mitschuldig.

    Es gibt Daseinsbereiche, die gehören nicht in die private Hand, aber auch das wusste man vorher. Wenn nicht das Dilemma mit dem Profit immer wäre.

  2. Du magst das gerne als Verschwörungstheorien abtun, aber ich komme aus politischem Hause und mein alter Herr sass nicht nur in der SPD, sondern der Kleinstadt auch als Stadtdirektor vor. Da bekommt man doch viele Dinge mit und die Sichtweisen prägen sich weit anders aus.

    Ich wurde bereits Mitte der 80er ziemlich desillusioniert, was den politischen Betrieb angeht.
    Am Anfang dessen mögen ja noch Ideale vorhanden sein, allerdings nur in kleinsten Teilchen. Du kommst auch nicht weiter, wenn Du da Deinem Gewissen folgst.

    Ich konnte Erfahrungen sammeln in der Möbelindustrie (kfm.), der IMM, dem Kundendienst, der Zeitarbeit, der Drückerkolonne von Maschmeyer und der Veranstaltung. Alles kernkorrupt, was nur selten mein Schade war, sofern ich mich nur gut genug verstellte. Bei den Schulen sah es übrigens ähnlich aus.

    Dann kam auch noch die Globalisierung und alle Effekte, die schon Clavells Bücher beschrieben, potenzierten sich.

    Das ist keine Raketenwissenschaft, sondern einfaches Kopfrechnen, zu sehen, wie dann eine Entwicklung wohl laufen mag.
    In etwa so, als wenn Dein Auto vor die Wand fährt, nur Du nicht selbst am Steuer bist, was ja u. a. das angedachte Szenario beim autonomen Fahren ist (welch widersprüchlicher Begriff).

    Apropos: Was Heimathorst wohl dazu sagen mag, das Fancy Phaser sein Flüchtlingskonzept nun umzusetzen gedenkt?

    Es gibt Entwicklungen, die ziemlich simpel voraussagbar sind. Das gilt selbst für die Ukraine.

  3. Deutschland ist auch deshalb ein Geldwäscheparadies, weil man bis letzten Monat sogar Immobilien bar bezahlen konnte. Übrigens, noch besser zum Geld waschen sind Pizzerien geeignet. Ob du nun 20 oder 40 Pizzen aus dem Teig und den paar Zutaten machst, das kann kein Mensch nachhalten. Geschweige denn die „Überschüsse“ bei Getränken. Und – schlecht sind die Läden keinesfalls, ganz im Gegenteil. Je besser so eine Pizzeria läuft, desto mehr Geld ist natürlich auch im Umlauf.

    Mit zunehmender bargeldloser Bezahlung wird es für diesen Berufszweig aber auch immer schwerer. Bis vor ein paar Jahren konnten die Pizzerien noch behaupten, dass sie sich die bargeldlose Zahlung nicht lohne – die Zeiten sind aber auch vorbei.

  4. Ich schreibe nur: Siehe oben. Im Gegensatz zu den Transatlantikern sehe ich Bargeld eher als Lösung, denn als Problem an. Ziemlich simple Geschichte. Du hast 20 Tacken in der Brieftasche oder deine Bank hat die.

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