Am Sonntag gewinnt Argentinien 2:1 und verteidigt so seinen Titel. Spanien ist zwar die bessere Mannschaft. Und die, wie man auch im Fußball sagt, sollte gewinnen. Dagegen ist nichts zu sagen. Wahrscheinlich wird diese im Vergleich eher alte Mannschaft (ca. 2 Jahre älter im Durchschnitt) zwar körperlich Substanz gelassen haben ⎯ nicht nur Messi. Aber der Wille, den ich in der Mannschaft zu sehen glaube, wird das wettmachen. Dann sind auch die erwähnten spielerischen Vorteile der Spanier aufgewogen. Ich erlaube mir trotzdem diesen Tipp. Zugegeben, spektakulär ist er nicht. Ich könnte auch sagen, Argentinien gewinnt 1:0 🧲
Ich schreibe das nicht, um den Dumpfbacken entgegenzukommen, die eine FIFA-Verschwörung wittern, sprich eine Bevorzugung der Argentinier. Im Gegenteil. Es gibt leider auch im Fußball immer mehr Bekloppte. Und das nicht nur im Umfeld des Sports, sondern auch mittendrin.
Wo bleiben wir? Mich erinnert das an die in diesen düsteren Zeiten bemühte Hommage an die drittstärkste Wirtschaftsmacht der Welt. Dieser Glanz vergangener Jahre soll helfen, wenns gar so grau erscheint. Ein Schatten früherer Zeiten huscht über unser Gesichtsfeld.
Der Trost dazu lautet: Argentinien kann uns nicht überholen, nur gleichziehen. Die Spanier benötigen noch einige WMs bis sie 4 Titel vorzuweisen hätten.
| Rang | Nationalmannschaft | WM-Titel | Titeljahre |
|---|---|---|---|
| 🥇 1 | Brasilianische Fußballnationalmannschaft | 5 | 1958, 1962, 1970, 1994, 2002 |
| 🥈 2 | Deutsche Fußballnationalmannschaft | 4 | 1954, 1974, 1990, 2014 |
| 🥈 2 | Italienische Fußballnationalmannschaft | 4 | 1934, 1938, 1982, 2006 |
| 🥉 4 | Argentinische Fußballnationalmannschaft | 3 | 1978, 1986, 2022 |
| 5 | Französische Fußballnationalmannschaft | 2 | 1998, 2018 |
| 5 | Uruguayische Fußballnationalmannschaft | 2 | 1930, 1950 |
| 7 | Englische Fußballnationalmannschaft | 1 | 1966 |
| 7 | Spanische Fußballnationalmannschaft | 1 | 2010 |
Immerhin haben wir uns die beiden Halbfinals angesehen. Der Fußball war – nun ja – nicht nur berauschend. Die Argentinier haben mir wieder gut gefallen. Was sie aus einer vermeintlich unterlegenen Lage gemacht haben, war ebenso beeindruckend wie die letzten ca. 15 Minuten des Spiels gegen Ägypten, in denen sie dieses gedreht und noch gewonnen haben. Was der Trainer der Ägypter sich danach erlaubt hat, war unschön und trieb all die Verschwörungstheoretiker an.
Was ein Autor der FAZ über Tuchel, den Nationaltrainer der Engländer mit deutschem Pass gesagt hat, hat mir dagegen nicht gefallen. Pressefritzen übertreiben gern. Auch wenn sie sicher mehr Ahnung von diesem Sport haben als ich, das sollte man nicht tun. Schon gar nicht so schnell nach einem so wichtigen verlorenen Spiel.
Eine seltsame Diskrepanz auf der Trainerbank bleibt dennoch: Zwischen dem Tuchel, der viel von der englischen „Bruderschaft“ schwärmte und von sich behauptete, voll in der Intensität dieser WM aufzugehen. Und dem, der, als es darauf ankam, nicht gerade wie der unerschrockene Lord daherkam.
Quelle: F.A.Z.
Ich sage immer, wenn wir verlieren und so frustrierend das im Moment auch ist: Fußball geht eben so, wie wir das bei den Franzosen und gestern auch den Engländern immer mal wieder zu sehen bekommen. Umso schöner ist es, wenn mal wieder so gar nichts klappen will, die vermeintlich schwächere Mannschaft aufersteht wie der Phönix aus der Asche und das Spiel an sich reißt. Solche Dinge machen den Fußball aus, Überraschungen (positive wie negative) gehören dazu wie Tore, Stars und Verzweiflung und Freude der Fans. Manche Kommentare in den Medien und natürlich Infantilo sind dagegen entbehrlich.
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