Die Informationen zu den Mobilisierungsaufrufen für den 15. August in Ceuta stammen im Kern aus journalistischer Recherche spanischer und internationaler Medien, die direkt in den betreffenden Social-Media-Gruppen mitgelesen haben – nicht aus offiziellen Quellen, sondern aus Beobachtung der Plattformen selbst.
Wer recherchiert hat
Die spanische Tageszeitung „El País“ ist die zentrale Quelle: Ihre Reporter erhielten Zugang zu fünf Facebook-Gruppen mit fast 400.000 Mitgliedern sowie neun WhatsApp-Gruppen und werteten dort zirkulierende Nachrichten aus. Ergänzend hat die faktenprüfende Organisation Maldita.es eigenständig vier WhatsApp-Gruppen, zehn Facebook-Gruppen und über 50 Instagram-Konten infiltriert bzw. beobachtet, um die Diskussionen zu dokumentieren. Auch die Nachrichtenagentur EFE sowie Morocco World News verifizierten unabhängig Accounts, die zum Grenzübertritt am 15. August aufrufen.
Wie die Aufrufe aussehen
In den Gruppen kursieren kurze, oft auf Arabisch verfasste Botschaften wie „Brüder, 15.08.2026“ oder „Wir sehen uns dort am 15. August, seid pünktlich“. Als Treffpunkt wird wiederholt die marokkanische Grenzstadt Fnideq (auch Castillejos genannt) genannt, teils mit konkreten Uhrzeiten und Routenhinweisen, etwa zur Überwindung der Grenzanlagen oder zur Nutzung von Schlauchbooten. Verbreitet werden diese Aufrufe über Facebook, Instagram, TikTok und WhatsApp, wobei manche Accounts bis zu 400.000 Follower haben sollen.
Zusätzliche Analyse-Ebene
Ein spanisches KI-Unternehmen namens „Golden Owl“ aus Alicante hat laut Berichten festgestellt, dass es sich teilweise um dieselben Nutzer handelt, die bereits den vorherigen Grenzübertritt Ende Juli mit rund 60.000 bis 72.000 Menschen mobilisiert hatten. Auch die spanische Guardia Civil hat eine eigene Analyse tausender Beiträge auf Facebook, Instagram und WhatsApp erstellt und kommt zum Schluss, dass der Aufruf „echt“ und „kein Einzelfall“ sei, wobei die tatsächliche Größenordnung eines möglichen neuen Ansturms unsicher bleibt. Gleichzeitig weisen mehrere Quellen darauf hin, dass in denselben Gruppen auch skeptische Stimmen zu finden sind, die vor Gefahren warnen oder vermuten, dass die Gerüchte Schleusern zur Anlockung junger Migranten dienen könnten.
Es handelt sich also nicht um eine einzelne Quelle, sondern um ein Mosaik aus Medienrecherchen (v.a. El País, Maldita.es), technischer Social-Media-Analyse durch spezialisierte Firmen sowie Sicherheitsbehördenberichten, die alle unabhängig auf dieselben Gruppen und Nachrichtenmuster gestoßen sind.
Ich frage mich, warum es möglich ist, dass die tatsächlichen Nachrichten über den Umgang mit Migranten in Europa sich über die sozialen Medien nicht verbreiten lassen, hingegen sehr wohl solche, die angeblich Chancen und Möglichkeiten nahelegen oder sogar versprechen. Hinter alldem dürften wohl politische Machenschaften (nicht nur Schleuser) stecken, die wenig mit dem zu tun haben, was wir (in Europa) als die Beweggründe der Flüchtlinge von manchen Leuten verkauft bekommen. Insofern sind Wachsamkeit und der Wille vonnöten, gegen solche aufkommenden Bewegungen anzugehen. Marokkaner haben keine Chance auf Asyl und das muss diesen Menschen über die sozialen Medien auch klargemacht werden.
Quellen
[1] Droht am 15. August ein neuer Migrantenansturm in Ceuta?
[2] Marokkanische Migranten planen neuen Ansturm auf spanische Grenze
[3] „What’s the plan?“: Inside the WhatsApp, Facebook and …
[4] Spain’s Media Frustrated Over New Social Media Calls for Mid-August Crossing into Ceuta
[5] Wie auf TikTok zum Massenansturm auf Ceuta aufgerufen wurde
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