Der Kompass geht verloren: Zwischen Manuel Hagels Worten zur echten Gewalt

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Ein weiterer Blick auf die Debatte um Manuel Hagel und die tiefere Problematik von Gewalt gegen Frauen. Der Text hinterfragt die aktuelle „Woke-Kultur“ und mahnt an, dass die zunehmende Entfremdung zwischen den Geschlechtern die Lösung realer Probleme eher verhindert als fördert.

häusliche Gewalt Beziehungen
häusliche Gewalt Beziehungen

In der Klasse hätten damals 80 Prozent Mädchen gesessen, berichtete Hagel und fügte hinzu: »Also da gibt’s für 29-jährige Abgeordnete schlimmere Termine als diesen.« Dann ging Hagel noch explizit auf eine Schülerin näher ein, die die erste Frage gestellt habe: »Ich werd’s nie vergessen, die erste Frage, sie hieß Eva, braune Haare, rehbraune Augen.«


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Peter hat das Thema ins rechte Licht gerückt. Wenn wir als Gesellschaft ernsthaft zulassen, dass Aussagen dieser Art zur Diskreditierung von Männern führen, haben die woken Idioten trotz des angestimmten Abgesangs »gewonnen«.

Meine Verknüpfung der »woken Kritik« an Hagel mit der Frage, wie man Gewalt gegen Frauen stoppt, ist schwierig. Ich sehe das natürlich. Kritiker würden argumentieren, dass genau die »Verharmlosung« von Kommentaren über das Aussehen von Frauen jene Strukturen zementiert, die Gewalt erst ermöglichen. Ich hingegen sehe darin eher eine Spaltung, die den Dialog zwischen den Geschlechtern vergiftet.

Ich bin 72, also Jahrgang 1953. Ich bin entsetzt über die Verbrechen, die sich eine weltumspannende Elite von Geld- und Drecksäcken aufgeladen hat.

Die Tatsache, dass in unserem Land Übergriffe auf Frauen in einem ebenso erschreckenden wie abstoßenden Ausmaß existieren, wird sehr viele Männer beschämen. Das wird dazu führen, dass Männer die Beziehungen zwischen Männern und Frauen mit anderen Augen sehen. Vielleicht sind die heutigen Beziehungen zwischen den Geschlechtern völlig anders, als das je zuvor der Fall war.

Ich frage mich übrigens seit Jahrzehnten, welchen Einfluss die im Internet vorhandene sexualisierte Gewalt auf Abertausenden von Pornoseiten auf das Verhältnis von Frauen und Männern hat. Kinder und Jugendliche werden nach wie vor nicht davor geschützt. Ich habe den Eindruck, dass sich mit diesem (unbequemen) Thema kaum jemand befassen will.

Dass in unserem Land fast täglich eine Frau durch die Hand ihres (Ex-)Partners stirbt, ist eine unerträgliche Realität, die mich zutiefst erschüttert. Ich bin sicher nicht der einzige Mann, den die Skrupellosigkeit und Gewalt dieser Geschlechtsgenossen fassungslos macht. Dabei frage ich mich immer öfter: Wie sollen wir dieses gewaltige Problem lösen, wenn die Beziehungen zwischen Männern und Frauen zunehmend von Feindseligkeit und geschürten Vorurteilen geprägt sind? Dass es neben körperlicher Gewalt auch seelische Verletzungen in Beziehungen gibt, vergrößert das Problem noch.

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4 Gedanken zu „Der Kompass geht verloren: Zwischen Manuel Hagels Worten zur echten Gewalt“

  1. Entgegen aller Definitionen feministischer Gruppen: Der Begriff »Mann« für eine Person, die Frauen oder Kindern Gewalt antut, ist schlichtweg falsch. Das sind keine Männer, sondern bestenfalls Schlappschwänze.

    Das Problem beginnt da, wo eigentliche Tugenden sprachlich mit toxischem Verhalten gleichgesetzt werden. Der Begriff »Männlichkeit « sollte assoziiert sein mit Gerechtigkeit und Solidarität, ja Ritterlichkeit. (ich weiß, ist ein altmodisches Wort, macht es aber in der Sache klarer, finde ich).

    Wer allerdings einseitige Machtstellung fordert, egal ob von Mann oder Frau, hat den Feminismus in seiner eigentlichen Bedeutung nicht verstanden.

    Vielen Dank für die Erwähnung. 😊

  2. Wenn man nicht imstande ist, nach Aussagen solcher Art die Eignung für öffentliche Ämter infrage zu stellen, sondern dem CDU-Spitzenkandidaten im Kampf gegen eingebildete Woke beispringen muss, dann rotiert der Kompass wirklich frei. Das schmierige Anschmachten heranwachsender Mädchen ebnet der unerträglichen Realität den Boden.

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