Drohungen statt Dialog: Das bittere Nachspiel der Berlinale 2026

Was wir auf der diesjährigen Berlinale erleben mussten, ist mehr als nur ein politischer Eklat auf rotem Teppich. Es ist das bittere Symptom einer Welt, in der moralische Standards nur noch selektiv gelten und der Dialog durch offene Feindseligkeit ersetzt wird. Wenn der Regisseur Abdallah Al-Khatib seine Bühne nutzt, um den Gastgebern mit Sätzen wie „Wir werden uns an jeden erinnern, der gegen uns war“ zu drohen, dann hat das mit künstlerischer Freiheit nichts mehr zu tun. Das ist eine Grenzüberschreitung, die wir so nicht stehen lassen dürfen.

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zerstoerung krieg

Das Steuerzahler-Paradoxon: Kunst oder Kampagne?

In diesem Punkt muss man Ulf Poschardt in seiner „zentralen Interpretation“ leider recht geben: Es ist dem Bürger kaum noch vermittelbar, warum solche Darbietungen mit deutschen Steuergeldern querfinanziert werden. Dass Menschen im Gazastreifen leiden und Kritik am bedingungslosen Schulterschluss der Bundesregierung mit Israel legitim – ja, sogar notwendig – ist, steht außer Frage. Doch wenn diese Kritik in rassistische Narrative umschlägt und eine Stimmung erzeugt, die das Zusammenleben (wer hat hier in Zukunft das Sagen?) in Deutschland vergiftet, ist die rote Linie überschritten. Wer die Hand beißt, die ihn füttert, darf sich nicht wundern, wenn alles infrage gestellt wird. Ja, das ist brutal gesagt, und ich habe persönlich großes Verständnis für die Bitterkeit der Gaza-Unterstützer. Aber solche Sätze können nichts zu einer Lösung beitragen. Sie bewirken das Gegenteil.

Ulf Poschardts Interpretation (im Video)

Poschardt spitzt diese Aussage in seinem Kommentar weiter zu. Er spricht davon, dass es eigentlich darum gehe zu sagen:

„Du glaubst, das ist dein Land; ich sag, das ist demnächst unser Land und wir machen die Ansagen.“

Er bezeichnet den Regisseur als „komischen Flüchtling“ und wirft ihm vor, eine Drohung formuliert zu haben, die nun von seinen Anhängern multipliziert werde.

Poschardt bringt das „Flüchtlingsmilieu“ und eine „migrantische Unkultur“ ins Spiel, die seiner Meinung nach die Gastfreundschaft missbrauche, um Machtansprüche in Deutschland zu stellen.

Doppelmoral als Brandbeschleuniger

Die Lage wird sich weiter zuspitzen, und das hat System. Während wir in Berlin über Filmpreise streiten, führen die USA und Israel massive Angriffe auf den Iran durch. Täglich sterben dort Menschen, doch der Aufschrei des Westens bleibt aus (wir ignorieren einmal mehr das Leid vieler Menschen und tun so, als sei uns an einem Regime Change gelegen). Was denken die Leute, welche Interessen Trump und Netanjahu verfolgen? Sicher nicht die des palästinensischen oder iranischen Volkes. Angeblich (ich traue den Berichten NICHT!) sollen die Iraner das Vorgehen von Israelis und Amis positiv aufnehmen. Mal sehen, wie lange dieser Stuss unseren Medien noch abgenommen wird. Unser Veto wirkt im Vergleich zu anderen Konflikten seltsam gedämpft. Diese verschrobenen Standards sind das Resultat einer Politik von Donald Trump und Benjamin Netanjahu, die auf maximale Eskalation statt auf Diplomatie setzen.

Eine gefährliche Abwärtsspirale

Wenn wir es zulassen, dass rassistische Untertöne – egal von welcher Seite – den öffentlichen Diskurs dominieren, schaden wir uns selbst. Die künftigen Kontroversen werden an Schärfe zunehmen, weil die moralische Integrität des Westens durch diese Doppelmoral massiv beschädigt ist. Wir stehen vor einer Zerreißprobe, die weit über das Berliner Filmfestival hinausgeht.

Horst Schulte
Horst Schulte
@HorstSchulte@horstschulte.com

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Ich bin jetzt 72 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt, wie man so sagt, in der Provinz. Großstädte sind mir ein Gräuel.

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Rentner, Autor, Blogger und Hobbyfotograf

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