
Manchmal fragt man sich, ob hinter solchen Aktionen Dummheit, die Absicht zur Provokation oder doch bloß Naivität steckt.
Der noch relativ neue Intendant der Berliner Volksbühne hat sich einen Knüller einfallen lassen: Ein Pop-up-Freibad vor der Berliner Volksbühne. Klingt echt toll, konnte aber durch ein Programmdetail, das auf krasse Kontroversen stieß, keine Abkühlung für die Menschen in Berlin bringen. Obwohl es genau dafür gedacht war. Dafür viel, viel Aufregung.
Matthias Lilienthal, besagter Intendant, hat sich einen Clou einfallen lassen. An einem bestimmten Wochentag sollte das Bad ausschließlich von schwarzen Kindern und Jugendlichen besucht werden. Wie das so ist: Das zog Kreise. Eine CDU-Abgeordnete fühlte sich diskriminiert und das von ihr geteilte Video zum Thema ging viral.
Die AfD sprach von »Rassentrennung auf Staatskosten«. Der Berliner FDP-Spitzenkandidat Christoph Meyer sagte, dass sich ein Volksbad, das »Menschen nach ihrer Hautfarbe einteile«, seinen Namen »ad absurdum« führe. Es wurde dann, ob zig rassistischer Kommentare, die hier nicht wiederholt werden müssen, sehr unappetitlich im Internet. Daraufhin meldeten sich Influencer und Journalisten zu Wort, um der Politikerin zu erklären, was es mit dem Konzept des Safer Space (Orte, an denen Menschen vor Diskriminierung geschützt sind) auf sich hat und dass man als weiße Frau wegen vieler Dinge benachteiligt werden kann, selten aber wegen der Hautfarbe.
Quelle: Zeit.de ($)
Was das auslöste, war nicht allein den hohen Temperaturen geschuldet, sondern vermutlich nicht zuletzt dem Umstand, dass gerade die Leute, die diese Idee vermutlich ganz töfte fanden, ansonsten immer besonders darauf achten, korrekt zu gendern und auf auf was weiß ich noch alles achten, um alle anzusprechen und mitzunehmen, wie das heute so schön heißt. Auf die Idee, dass die Idee zu heftiger Kritik führen könnte bzw. dass diese zuallererst bei Konservativen und AfDlern aufkommen würde, kam keiner. Es ist ja auch Ferienzeit.
Es gibt wohl eine Reihe von Fällen, in denen Besucher von Schwimmbädern aufgrund ihres Benehmens in diesen Bädern auf Lebenszeit oder für die nächste Saison gesperrt wurden. Dazu führten Übergriffigkeiten und manchmal andere Gewalttaten. Die Hautfarbe war dabei nicht ausschlaggebend. Wie kann es sein, dass man diesen Zirkus veranstaltet und so die doch eigentlich schöne Idee ruiniert? Manche sagen, das sei in Berlin nun mal so.
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