Wenn wir es nicht einmal hinbekommen, gewissen Personen den Ausgang zu zeigen (Trump, Putin und anderen Fehleinkäufen), wie möchten wir dann eigentlich der Klimakatastrophe etwas entgegensetzen? Zumal dann, wenn die Rechten oder wie wir sie nennen möchten (Trump, Putin, Chrupalla, Merz, Reiche und all die anderen) einfach nicht mitspielen wollen. Weil sie der Wirtschaft, sich selbst und ihrer Ideologie nicht schaden wollen oder weil, wie oft, sie einfach mal gegen Narrative der Mehrheit ankämpfen.
Wer soll das eigentlich schaffen?
Manchmal frage ich mich, ob wir uns nicht selbst belügen.
Wir reden über Kipppunkte, CO₂-Budgets, Hitzerekorde und Dürren. Gleichzeitig lassen wir zu, dass politische Brandstifter ganze Demokratien in Geiselhaft nehmen. Trump? Putin? Orbán? Und bei uns marschieren die nächsten schon Richtung Macht und erklären den Klimawandel wahlweise zum Geschäftsmodell oder zum Hirngespinst linker Eliten. Gerade sind es die aufgeheizten Meere, die im Zentrum aller Aufregung stehen. Und das, obwohl die Experten über die Zusammenhänge nicht wirklich schlüssige Informationen und Botschaften für uns haben. Geraune ja, genaue Informationen Fehlanzeige! Wie auch, wenn die Wetterberichte auf der anderen Seite, oft nicht mal das Wetter von morgen korrekt ansagen können?
Wie soll vor dem Hintergrund das funktionieren, was wir als Kampf gegen den Klimawandel, besser die Klimakatastrophe, begreifen oder eben nicht?
Wer ernsthaft glaubt, man könne die größte Herausforderung der Menschheitsgeschichte mit einer Welt lösen, in der jeder nur noch sein eigenes Süppchen kocht, hat den Schuss nicht gehört.
Der Kampf gegen die Erderwärmung verlangt Vernunft, internationale Zusammenarbeit und die Bereitschaft, heute etwas zu verändern, damit morgen überhaupt noch etwas zu retten ist. Stattdessen erleben wir einen Wettbewerb der Egoismen. Jeder verteidigt seine Industrie, seinen Wohlstand, seine Wähler, seine Ideologie. Hauptsache, die nächste Wahl wird gewonnen. Ob der Planet verliert, scheint zweitrangig.
Das Verrückte daran: Dieselben Leute, die jede Klimamaßnahme als wirtschaftlichen Selbstmord verteufeln, tun so, als würde eine außer Kontrolle geratene Erderwärmung keine Billionen kosten. Überschwemmungen, Waldbrände, Ernteausfälle, Trinkwasserprobleme – das alles gibt es offenbar zum Nulltarif. Diese Rechnung muss man erst einmal hinbekommen.
Mich macht vor allem diese demonstrative Gleichgültigkeit wütend. Nicht der Streit über den besten Weg. Der gehört zur Demokratie. Sondern die Lust, jede Debatte zu vergiften. Wissenschaft wird zur Meinung erklärt. Fakten werden zum Narrativ umetikettiert. Und wer auf Risiken hinweist, ist sofort Alarmist oder Ideologe.
So gewinnt man vielleicht Wahlen. Aber keinen Kampf gegen die Klimakrise.
Die Wahrheit ist unerquicklich: Entweder wir bekommen wieder Politiker an die Schalthebel, die Verantwortung höher gewichten als den nächsten Applaus, oder wir können uns die schönen Klimakonferenzen sparen. Dann bleiben sie das, was sie heute viel zu oft sind: Gruppenfotos mit warmen Worten und kalter Konsequenz.
Vielleicht ist die Klimakrise deshalb gar nicht unser größtes Problem.
Unser größtes Problem ist, dass wir sehenden Auges Menschen an die Macht bringen, die aus jeder gemeinsamen Aufgabe einen Kulturkampf machen. Solange das so bleibt, werden wir weiter über Zehntelgrade diskutieren, während uns die politische Temperatur längst um die Ohren fliegt.
Die Natur verhandelt nicht. Sie kennt keine Wahltermine, keine Talkshows und keine Parteiprogramme. Sie reagiert nur auf das, was wir tun – oder eben nicht tun.
Und genau das sollte uns mehr Angst machen als jede noch so schrille Schlagzeile.
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