Waldbrände: Hubschrauber statt Löschflugzeug – kann das sinnvoll sein?

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Ein Löschflugzeug für Deutschland?

Die ZDF-Meldung klingt zunächst ziemlich verheerend: Deutschland hat nur ein Löschflugzeug. Mein erster Gedanke (nach dem gedanklichen Standardschlenker zur Bahn) war jedenfalls: Das kann doch wohl nicht wahr sein. Ein einziges Flugzeug für ein Land mit über 80 Millionen Einwohnern?

Zuerst landet die Nachricht in der inzwischen gut gefüllten Schublade „Bei uns funktioniert nichts mehr“. Doch diesmal lohnt sich ein zweiter Blick.

Das ZDF berichtet über die im Harz stationierte „Hexe 1“. Eine eigene Löschflugzeugflotte besitzt der Bund tatsächlich nicht.

Das bedeutet aber keineswegs, dass Deutschland Waldbränden aus der Luft wenig entgegenzusetzen hätte. Wir setzen stärker auf Löschhubschrauber. Und dafür gibt es gute Gründe.

Nicht die Tankgröße entscheidet

Große Löschflugzeuge können mehrere Tausend Liter Wasser transportieren. Aber entscheidend ist nicht allein die Wassermenge pro Flug, sondern wie schnell das Wasser aufgenommen und erneut über dem Brand abgeworfen werden kann.

Landgestützte Löschflugzeuge benötigen einen geeigneten Flugplatz. Nach dem Abwurf müssen sie zurückfliegen, landen, Wasser aufnehmen, starten und wieder zum Brandgebiet fliegen.

Hubschrauber können dagegen geeignete Seen, Flüsse oder Talsperren in der Nähe nutzen. Behälter ins Wasser, füllen, zurück zum Brand.

Bei einem früheren Bundeswehreinsatz dauerte ein solcher Umlauf mit 2.000 Litern Wasser durchschnittlich nur fünf bis sieben Minuten.

NRW-Innenminister Herbert Reul berichtete dagegen 2022 von italienischen Löschflugzeugen mit jeweils 6.000 Litern Fassungsvermögen, deren kompletter Umlauf trotz geeigneter Wasserfläche ungefähr 20 Minuten dauerte.

Natürlich hängt das immer von Gelände, Entfernung, Fluggerät und Wasserstellen ab. Aber das Beispiel zeigt: 6.000 Liter sind nicht automatisch effektiver als 2.000 Liter. Am Ende zählt, wie viel Wasser innerhalb einer Stunde dort landet, wo es gebraucht wird.

Das Hohe Venn zeigt beide Möglichkeiten

Beim aktuellen Großbrand im Hohen Venn werden Löschflugzeuge und Hubschrauber eingesetzt. Deutschland unterstützt Belgien mit NH90-Hubschraubern, die jeweils rund 2.000 Liter Löschwasser transportieren können.

Gerade in schwer zugänglichem Wald-, Heide- oder Moorgebiet haben Hubschrauber Vorteile. Sie brauchen keine Landebahn, können Wasser in der Nähe aufnehmen und vergleichsweise präzise abwerfen.

Was das in der Praxis bedeutet, zeigte im Juli der Waldbrand im Müritz-Nationalpark. Zwei CH-53 der Bundeswehr absolvierten 316 Anflüge und warfen insgesamt rund 1,58 Millionen Liter Wasser ab.

Von Hilflosigkeit kann also keine Rede sein.

Nicht jede schlechte Zahl bedeutet eine schlechte Lösung

Natürlich kann man darüber diskutieren, ob Deutschland zusätzliche Löschflugzeuge braucht. Angesichts zunehmender Vegetationsbrände wäre diese Debatte sogar sinnvoll. Ebenso wichtig ist allerdings die Frage, ob genügend Hubschrauber, Löschbehälter und ausgebildete Besatzungen schnell verfügbar sind.

Aus der Schlagzeile „Deutschland hat nur ein Löschflugzeug“ abzuleiten, wir seien auf Waldbrände schlecht vorbereitet, greift jedenfalls zu kurz.

Ich bin auf diesen ersten Eindruck selbst hereingefallen. Vielleicht liegt das auch daran, dass wir uns inzwischen daran gewöhnt haben, jede schlechte Zahl als weiteren Beweis für den Niedergang des Landes zu nehmen.

Es gibt wahrlich genug Dinge, über die wir uns mit gutem Grund aufregen können. Da müssen wir uns nicht auch noch über solche ärgern, bei denen der zweite Blick zeigt: Ganz so bescheuert haben wir es offenbar doch nicht organisiert.

Dieser Text wurde teilweise mit Unterstützung einer KI erstellt.
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