Wenn Gesinnungskontrolle Gastgeber ist, hat der Fußball nichts verloren

2 Min. lesen

4 Kommentare

0

Die USA verschärfen pünktlich zur WM 2026 die Einreiseregeln und machen politische Meinungen überprüfbar. Wer kritische Stimmen filtert, disqualifiziert sich als Gastgeber eines weltweiten Sportfests. Schweigen wäre Zustimmung – Haltung ist gefragt.

wm2026gesinnungskontrolle Kopie
wm2026gesinnungskontrolle Kopie

Was die USA hier pünktlich zur WM 2026 veranstalten, ist kein Randphänomen für Nerds, Blogger oder »politisch Auffällige«. Es ist ein Frontalangriff auf das, was man einmal Meinungsfreiheit nannte, bevor man begann, sie an der Grenze zu konfiszieren wie eine verbotene Flüssigkeit im Handgepäck.

Fünf Jahre digitale Vergangenheit offenlegen.

Profile benennen.

Gedanken archivieren lassen.

Und am Ende entscheidet ein Grenzbeamter mit Machtfantasie, am Ende zudem mit ICE-Mitgliedschaft, möglich mit Leseschwäche, ob ein kritischer Tweet schon staatsgefährdend genug ist.

Das ist nicht die Welt, in der ein Fußballfest stattfinden darf.

Und jetzt wird es unerquicklich:

Wer unter solchen Bedingungen fröhlich antritt, Fahnen schwenkt, Hymnen singt und von »Werten des Sports« schwadroniert, macht sich mitschuldig. Punkt.

Ein Gastgeberland, das politische Kritik durchsiebt wie Schmuggelware, ist kein neutraler Boden. Es ist ein Minenfeld. Für Journalisten. Für Blogger. Für politisch denkende Menschen. Für alle, die nicht gelernt haben, den Mund zu halten, wenn es unbequem wird.

Und genau deshalb erwarte ich vom Deutschen Fußballverband mehr als betretenes Schweigen und feige Ausflüchte.

Ich erwarte Konsequenz.

Ich erwarte Rückgrat.

Ich erwarte einen Boykott.

Nicht, weil Fußball unwichtig wäre. Ich weiß, dass Kanada und Mexiko auch betroffen sind. Trotzdem! Es ist zu wichtig, um ihn nicht zum Feigenblatt autoritärer Kontroll- und Rachefantasien verkommen zu lassen. Wer bei einer WM mitspielt, bei der freie Meinungsäußerung zur Einreisefalle wird, spielt nicht mehr Fußball. Er spielt durch seine persönliche Beteiligung mit beim Umbau der US-Demokratie zu der vom Orangenen nebst Anhang angestrebten Diktatur.

Das Verhalten ist keine »Realpolitik«. Das ist Kapitulation vor der Willkür. Leise, geschniegelt, geschniegelt feige. Ein Boykott wäre kein Skandal. Der Skandal ist, so zu tun, als sei das alles irgendwie normal.

Ist es nicht.

Und wir müssen aufhören, so zu tun.

2 Min. lesen

0

Bisher 232 Mal aufgerufen1 mal davon heute

340 Wörter

4 Gedanken zu „Wenn Gesinnungskontrolle Gastgeber ist, hat der Fußball nichts verloren“

  1. Warum sollte man von Menschenhàndlern erwarten, dass sie da was machen?
    Ein Bordellbetreiber der einen Bordellbetreiber Bordellbetreiber nennt?

  2. Ich hab mich auch gewundert, dass das nicht großflächig skandalisiert wurde – und noch immer nicht wird. Ich vermisse auch Umfragen dazu: Was denken die Leute darüber, die zur WM reisen wollen? Keinerlei Sorgen, nicht reinzukommen? Spitzenartikel!

Kommentar schreiben


Hier im Blog werden bei Abgabe von Kommentaren keine IP-Adressen gespeichert! Deine E-Mail-Adresse wird NIE veröffentlicht!