Zappen war ges­tern – jetzt wird gescrollt!

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Es läuft eine Blogparade (Blogparade #rele­vant – Linear oder gestreamt?), die genau die­se Frage auf­wirft: Schaut man heu­te noch klas­si­sches Fernsehen, oder sind die meis­ten längst dazu über­ge­gan­gen, bestimm­te Programme zu strea­men? Nun weiß ich nicht genau, wie #rele­vant die­se Frage ist. Klar ist jedoch, dass sich die Sehgewohnheiten in den ver­gan­ge­nen Jahren stark ver­än­dert haben.

Interessant und nor­mal zugleich fin­de ich in die­sem Zusammenhang, dass die Menschen ihre TV-Geräte immer mehr als uni­ver­sel­le Endgeräte nutzen. 

Ob man Programme via Satellit, Kabel oder Cloud kon­su­miert, spielt eher eine unter­ge­ord­ne­te Rolle – soll­te man mei­nen. Nein, die­se Entscheidung wird heut­zu­ta­ge viel­fach mit einer Wertung des Programmangebotes ver­bun­den. Ich ken­ne Menschen, die kein TV mehr schau­en, weil sie – ins­be­son­de­re den ÖRR – so has­sen. Wegen des Framings und angeb­lich unwah­rer Tatsachenbehauptungen. Es reicht bereits, wenn über ein bestimm­tes Ereignis nicht berich­tet wird, um Verschwörungstheorien zu ent­wi­ckeln und – selbst­re­dend – weiterzuverbreiten.

TV Gucker
TV Gucker oder Streamer?

Selbst die gro­ßen Nachrichtensendungen (Heute, Tagesschau, Heute Journal und Tagesthemen) genie­ßen kein beson­ders hohes Vertrauen mehr. Mancher geht so weit, sei­ne Informationen aus­schließ­lich via YouTube zu erhal­ten. Ich sehe die­se Möglichkeit durch­aus als Instrument der Weiterbildung. Aber es läuft dort auch vie­les, was man sich bes­ser nicht antun soll­te. Gut, das soll­te jeder für sich ent­schei­den, und so ist es ja auch. 

Insbesondere kon­ser­va­ti­ve und rech­te Medien rei­ten aus ganz ande­ren Gründen auf der Seriosität des ÖRR her­um. Ich glau­be, sie tun das, um ihren Wettbewerb zu schwä­chen. Da kom­men selbst in Auftrag gege­be­ne Umfragen immer gele­gen. Wenn also Springer den ÖRR gleich­sam als unzu­mut­bar dar­stellt, gibt sich der ÖRR selbst nach wie vor selbst­be­wusst.

Ich bezie­he mei­ne Informationen im Wesentlichen aus dem Internet, aller­dings schaue ich die Nachrichtensendungen von ZDF und ARD sehr regel­mä­ßig. Es scha­det nicht, wenn man par­al­lel aus­län­di­sche Medien ver­folgt. Interessant ist manch­mal, wie groß die Unterschiede in der Beachtung und Kommentierung, spe­zi­ell inter­na­tio­na­ler Ereignisse, sind.

Ich beken­ne, dass ich Talkshows (poli­ti­sche vor allem) gern sehe. Ich fin­de Georg Schramms Erklärungen zu die­sem Phänomen, die er in sei­ner unnach­ahm­li­chen Art ein­mal dar­ge­legt hat, zwar durch­aus zutref­fend. Aber ich kann mich die­sem Kram ein­fach nicht ent­zie­hen – schon gar nicht dau­er­haft. Nur, wenns bei Lanz mal ganz schlimm wird, schaf­fe ich es, abzuschalten. 

Ich zitie­re mich aus­nahms­wei­se mal selbst: 

Es klingt ein­fach bes­ser, zu sagen: „Ich sehe mir so etwas nicht an“, als zuzu­ge­ben, dass man sich doch wie­der den übli­chen Schlagabtausch gibt. Der Wunsch, sich abzu­gren­zen, schlägt die Realität. Und son­der­lich ergie­big sind Talkshows schon eher sel­ten. Mich erin­nert das immer gleich an Georg Schramms schon jah­re­al­ten Vortrag von der emo­tio­na­len Pissrinne, also vom Sprechblasenentleeren bei Christiansen1 und Illner.
Quelle

Zurück zum Eigentlichen:

Filme und Serien strea­me ich. Dafür nut­ze ich zu vie­le Sender. Mit ande­ren Worten: Die Kosten gehen nach oben, die Qualität des Angebotes scheint mir nicht recht dazu zu pas­sen. Die Verschiebung von Filmen von einem Anbieter zum ande­ren ver­führt bei star­ker Nutzung der Streaming-Angebote stark dazu, schon ange­se­he­ne Filme oder Serien noch­mals auf­zu­ru­fen. Ärgerlich, vor allem, für die älte­ren Semester, deren Gedächtnis nicht mehr so ganz gut funk­tio­niert. Ich könn­te mir vor­stel­len, dass dies ins­be­son­de­re bei älte­ren Leuten gar nicht so sel­ten vor­kommt, vor allem, wenn sie Vielseher sind. 

Lineares Fernsehen hat sei­ne Vorteile. Ich ver­glei­che es mal mit der Strukturierung des Tages, die man als Rentner ohne fami­liä­re oder ehren­amt­li­che Aufgaben schnell zu ver­lie­ren droht. Da bie­tet es Orientierung, wenn um 20:15 Uhr – nach der Tagesschau – der Tatort los­geht. Ich hal­te es so, dass ich mir Sendungen, die ich gern sehen will, in mei­nen Kalender ein­tra­ge. Zugegeben, so oft pas­siert das auch nicht.

Mein Fazit ist, dass ich es zu schät­zen weiß, linea­re und gestream­te Angebote glei­cher­ma­ßen kon­su­mie­ren zu kön­nen. Wenn ich auf ein Angebot ver­zich­ten müss­te, wüss­te ich nicht, für wel­ches ich mich ent­schei­den sollte.


Weitere Beiträge zu die­ser Ausgabe der Blogparade:

  1. Linear oder Streaming – wie wir Fernseh schauen
  2. Linear oder gestreamt – Freiheit trifft auf Unterhaltung
  3. Streamen möch­te ich mög­lichst vermeiden
  4. Linear oder gestreamt
  5. Streamen oder Fernsehen: weder – noch
  6. Linear oder gestreamt
  7. Linear oder gestreamt?
  8. Quiz statt Dschungel

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