
Deutschland macht einen wichtigen Schritt gegen übermäßigen Zuckerkonsum
Meine heutige gute Nachricht kommt aus Deutschland. Obwohl die Preise für bestimmte Produkte weiter ansteigen, empfinde ich die Nachricht als positiv, auch wenn das im allgemeinen Gejammer und Gezeter dieser Zeit vielleicht sogar mehrheitlich wieder einmal anders gesehen werden könnte. Nach jahrelangen Diskussionen hat sich die Bundesregierung auf die Einführung einer Zuckersteuer für gesüßte Getränke verständigt. Das Bundeskabinett brachte am Mittwoch einen entsprechenden Gesetzesvorschlag auf den Weg.
Ab dem 1. Juli 2027 sollen Getränke mit mindestens fünf Gramm Zucker je 100 Milliliter mit 26 Cent pro Liter besteuert werden. Ab acht Gramm steigt die Abgabe auf 32 Cent. Betroffen wären unter anderem Limonaden, Eistees und Energydrinks. Reine Fruchtsäfte und ungesüßte Getränke bleiben ausgenommen.
Warum das eine gute Nachricht ist
Die Steuer soll nicht nur den Konsum stark gesüßter Getränke verringern. Sie soll Hersteller auch dazu bewegen, den Zuckergehalt ihrer Produkte zu reduzieren.
Dass dieser Ansatz funktionieren kann, zeigen Erfahrungen aus dem Vereinigten Königreich. Dort wurde 2018 eine vergleichbare Abgabe eingeführt. Wissenschaftliche Untersuchungen stellten anschließend einen deutlichen Rückgang des Zuckergehalts verkaufter Erfrischungsgetränke fest. Modellrechnungen lassen zudem positive Auswirkungen auf Übergewicht und Zahngesundheit bei Kindern erwarten.
Allerdings ist die deutsche Steuer noch nicht beschlossen. Der Bundestag muss sich damit befassen. Außerdem bleibt die Kritik bestehen, dass höhere Getränkepreise Haushalte mit geringem Einkommen besonders belasten könnten.
☀️ Lichtblick des Tages
Gesundheitsvorsorge beginnt nicht erst in der Arztpraxis. Manchmal beginnt sie mit einer politischen Entscheidung, die den Alltag vieler Menschen ein wenig gesünder machen könnte.
Erfreulich ist vor allem, dass die Bundesregierung nach langem Streit einen gemeinsamen Vorschlag gefunden hat. Ob daraus tatsächlich ein gesundheitspolitischer Erfolg wird, hängt von der endgültigen Ausgestaltung und den Reaktionen der Hersteller ab.
Quellen
Tagesschau, 14. Oktober 2026:
Schwarz-rote Koalition einig bei Zuckersteuer
PLOS Medicine, 28. März 2024:
Wissenschaftliche Untersuchung zur Wirkung der britischen Zuckersteuer
Da andere EU Staaten genau damit schon sehr gute Erfahrungen gemacht haben, hätte man es direkt besser machen können.
@SuMu: Wo genau hätte was besser gemacht werden sollen?
ab 2028: Die Briten weiten ihre Steuer ab Januar 2028 auf stark gezuckerte Milchmixgetränke, verpackte Kaffees und Milchshakes aus. Deutschland spart klassische Milchprodukte und Pflanzendrinks komplett aus
England: Dort sank der durchschnittliche Zuckergehalt in Softdrinks seit 2015 um fast 47 Prozent, weil Marken wie Fanta oder Sprite ihre Rezepte anpassten, um unter die 5-Gramm-Grenze zu rutschen.
@SuMu: Hoffentlich macht die Regierung das im zweiten Schritt. Aber dieser Teil wird ihr ja bereits als Konsolidierungsbeitrag für den Haushalt angerechnet – negativ versteht sich. Vielleicht will Klingbeil, von dem ja die Zuckersteuer ausgeht, das lieber nicht auf einmal durchziehen. Ärger gibts ohnehin.