Kurz   ·  2 Min.

Robin Alexander zitiert Merkel falsch und suggeriert bewusst Hegemonialansprüche der Kanzlerin

7 Views   ·  2 Kommentare

Robin Alexander weist „Welt“ – Leser darauf hin, dass Merkel eine „überschätzte Kanzlerin“ ist. Natürlich ist das Wasser auf die Mühlen derer, die das immer schon so gesehen haben und die das gelegentlich deutlich akzentuierter ausdrücken. Alexander zitiert Merkel in der Absicht, ihre Überheblichkeit zu dokumentieren. Freilich einer … weiterlesen



Robin Alexander weist „Welt“ – Leser darauf hin, dass Merkel eine „überschätzte Kanzlerin“ ist. Natürlich ist das Wasser auf die Mühlen derer, die das immer schon so gesehen haben und die das gelegentlich deutlich akzentuierter ausdrücken.

Alexander zitiert Merkel in der Absicht, ihre Überheblichkeit zu dokumentieren. Freilich einer solchen, die es nur in den Hirnen mancher rechter Journalisten gibt.

Alexander nutzt dafür sogar ein falsches, völlig sinnentstellendes Zitat.

Mir ist egal, ob das ZDF, auf das er sich als Quelle bezieht, dieses Zitat ebenso falsch wiedergegeben hat, er bezieht sich als eine Basis für seinen kritischen Artikel unmittelbar darauf und nutzt es auf ganz eigene Art und Weise für seine Agitation gegen die Kanzlerin:

Das ZDF berichtete aus der Pressekonferenz der beiden Politiker auf Twitter: „Merkel: Deutschland hat von den USA viel Hilfe bekommen. Jetzt ist Deutschland in der Lage, die Ordnung der Welt aufrechtzuerhalten.“Quelle: Angela Merkel – Die überschätzte Kanzlerin – WELT | LINK

Quelle: Angela Merkel – Die überschätzte Kanzlerin – WELT | LINK

Alexander führt aus:

Tatsächlich scheint die Idee, ausgerechnet die Kanzlerin der Bundesrepublik könnte die Rolle des wohlwollenden Hegemonen ausfüllen, bei näherer Betrachtung absurd. Ein Land ohne ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat, ohne Atomwaffen und nur mit einem Fünfzehntel der amerikanischen Militärausgaben bleibt außenpolitisch, wenn überhaupt, eine Mittelmacht.Quelle: Angela Merkel – Die überschätzte Kanzlerin – WELT | LINK

Quelle: Angela Merkel – Die überschätzte Kanzlerin – WELT | LINK

Er hat erneut den Ton getroffen, auf den Merkels rechte Feinde abfahren.

Mir kam sofort der Vergleich des Militäretats der USA mit unserem in den Sinn. Wir liegen aktuell bei 34 Milliarden Euro (2016). Vielleicht werden es ja, dank Trumps Politik, bald über 60 Milliarden Euro sein. Dann erst hätten wir die Bedingungen der geltenden Nato-Verträge erfüllt. Die Amerikaner ließen sich ihr Militär in 2016 knappe 600 Milliarden US-Dollar kosten.

Wer käme allein aufgrund dieses simplen Zahlenvergleiches auf die Idee, dass Merkel einen solchen Schwachsinn von sich geben würde? Nun die rechte Agenda braucht ihre Storys, damit das mit der Revolution möglichst per Wahl funktioniert. Einen Bürgerkrieg wollen ja selbst die hartgesottensten Rechten nicht. Die Eindrücke bei Facebook und Twitter lassen mich an dieser Annahme schon manches Mal zweifeln.

In Wahrheit hat Merkel folgendes gesagt:

BK’in Merkel: Zu der Frage der Eigenständigkeit: Deutschland hat nach der Zeit des Nationalismus gerade auch von den Vereinigten Staaten von Amerika unglaublich viel Hilfe bekommen. Die Tatsache, dass die deutsche Einheit hat stattfinden können, ist unter anderem und ganz besonders auch den Vereinigten Staaten von Amerika zu verdanken. Deutschland ist jetzt, seitdem es diese Einheit gibt, noch stärker in der Lage, seinen Beitrag zu leisten, um die Ordnung, die wir lieben, für die sich auch die Menschen gerade in der DDR eingesetzt haben, weltweit aufrechtzuerhalten oder zumindest in unseren Ländern aufrechtzuerhalten.Quelle: Bundesregierung | Aktuelles | Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Merkel und dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Barack Obama, am 17. November 2016 | LINK

Quelle: Bundesregierung | Aktuelles | Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Merkel und dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Barack Obama, am 17. November 2016 | LINK

(Hervorhebung durch mich)

Richtig, ich glaube den offiziellen Protokollen der Pressekonferenz der Bundesregierung mehr als der Berichterstattung in unseren Medien.









Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

2 Gedanken zu „Robin Alexander zitiert Merkel falsch und suggeriert bewusst Hegemonialansprüche der Kanzlerin“

  1. Ich kann mich über solch dünnes Geschreibsel gar nicht aufregen. Und wenn es politisch noch so offenkundig tendenziös und interessegeleitet ist. Die ‚Welt‘ wird allgemein reichlich überschätzt. Viel mehr als die Kanzlerin.

    • Das gefällt mir natürlich, Boris. Die „Welt“ wird überschätzt. Wohl wahr. Und die löschen immer meine Kommentare… — übrigens auch heute wieder.

      Aber dieser Robin Alexander gilt ja doch als Edelfeder im Journalismus. http://www.robinalexander.de/robin-wer.html

      Dem sollten eigentlich sollte Flüchtigkeitsfehler nicht passieren. Oder?

Kommentare sind geschlossen.