Irre Rituale: Putin droht zurück

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HORST SCHULTE

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die Möglichkeit eines Einsatzes von Bodentruppen in der Ukraine nicht ausgeschlossen. Diese Aussage hat nicht nur bei unserem Kanzler für Aufregung gesorgt, sondern auch bei vielen anderen. Einige haben sich über Macrons verbale Attacke empört.

Das sogenannte „Säbelrasseln“ wird von einigen klar abgelehnt. Besonders für diejenigen unter uns, für die Pazifismus nach wie vor eine wichtige Denkweise ist, sind solche Äußerungen inakzeptabel.

Möglicherweise wollte Macron gar keine Drohungen aussprechen, sondern vielmehr Putin und Medwedew die Stärke der Europäer zeigen, die von ihnen oft als schwach wahrgenommen werden. Allerdings war diese Botschaft möglicherweise nicht erfolgreich, da Politiker in anderen westlichen Ländern bei solchen Aussagen nervös werden.

In den Augen einiger dürfen nur die als unzivilisiert angesehenen Russen Drohungen aussprechen. Vielleicht noch die Iraner oder der nordkoreanische Machthaber. Hier scheinen diese Drohungen glaubwürdiger. Unsere westlichen Medien reagieren auf Drohungen jeglicher Art, während gleichzeitig oft betont wird, wie schwach wir gegenüber diesen Regimen sind, obwohl dies möglicherweise nicht beabsichtigt ist.

Putin, Medwedew und andere in ihrer Regierung sind es nicht gewohnt, Bedrohungen von uns im Westen zu erhalten. Wenn es doch einmal passiert, greift Wladimir Putin, der sich selbst als Verteidiger der Zivilisation sieht, zu harschen Worten. In einer seiner „Reden an die Nation“ warnt er aktuell davor, dass ein NATO-Einsatz in der Ukraine zu „der Auslöschung der Zivilisation“ führen könnte. Diese Aussage scheint jedoch etwas ironisch, wenn man bedenkt, wer sie ausspricht. Russland und Zivilisation? Derzeit scheint es schwierig, beide Begriffe unter einen Hut zu bekommen.

Trotzdem wird seine Drohung bei vielen Menschen, insbesondere bei Talkshow-Gastgebern wie Markus Lanz, wahrscheinlich besser ankommen als diejenige, die Macron an Russland gerichtet hat.


Linkliste zum Thema:

  1. Ukraine-Konflikt: Chronologie der Ereignisse
  2. Die Rolle der NATO im Ukrainekonflikt
  3. Analyse: Putins Reden an die Nation
  4. Medien und geopolitische Spannungen: Eine Analyse

Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Ich bin jetzt 71 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt (auch aus Überzeugung) auf dem Land.

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Russland

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12 Gedanken zu „Irre Rituale: Putin droht zurück“

  1. Macron fährt einen ziemlichen Zickzackkurs. Der ist das Pendant zu unserem Söder, nur in wirtschaftsliberal.

    Diesmal hat er nur ausgesprochen, was sich die meisten Transatlantiker wünschen.

    Kriegspartei sind wir indes schon länger, denn auch unser Equipment erfordert Personal, was Scholz natürlich nicht erwähnt hat.

    Wenn wir nicht bald diese sinnlosen Demokratiedemos umwandeln in Friedensdemos werden wir schön on den 3. Weltkrieg ziehen.

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  2. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man annehmen, dass das unsägliche Krieg-Geschwätz von Hofreiter, Baerbock, Strack-Zimmermann, Merz und Kiesewetter der Vorbereitung dazu dient. Strack Zimmermann ist so begeistert, der traue ich auch zu, persönlich nach Moskau zu marschieren 😉

    Nee, im Ernst, für mich ist das alles Säbelrasseln. Alle Verantwortlichen wissen, was auf dem Spiel steht. Ein groß angelegter Krieg würde ja vermutlich atomar enden und was das heißt, müsste eigentlich jedem klar sein.

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  3. Die Russen würden bei einer konventionellen Kriegsführung den Kürzeren ziehen, das sehe ich auch so. Allerdings ist die russische Armee auch angstfrei und ohne Skrupel. Beides macht Russland aus meiner Sicht enorm gefährlich, aus dem Grund halte ich Drohen und Säbelrasseln ohne Not aus dem Westen für ziemlich daneben.

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  4. Passender Weise erklärt der Kika den Kleinen, warum die Lieferung von Taurusraketen so wichtig ist und man den Bundesolaf für die Verzögerung bestrafen sollte.

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  5. Bei Tichy & Co. findest Du mich eher selten. Nur dann wenn irgendwer was verknüpft hat, was mir irgendwie interessant erscheint.

    Im Moment wird. aber arg die Kriegstrommel gerührt und ich halte das insgesamt für den falschen Weg, gerade auch weil die Jüngsten mit vereinnamt werden, was gewisse Rückschlüsse aufwirft.
    Die letzte Bastion im Krieg waren immer die 12jährigen an der Flak.

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