Ich habe das Thema kürzlich selbst aufgegriffen, ausgelöst durch die Stadtbild-Debatte: Was macht es mit unseren Innenstädten, wenn Weihnachtsmärkte nur noch hinter Sperren, Betonblöcken und Kontrollpunkten stattfinden können?

Mir geht es dabei weniger um die schlichte Frage »findet ein Markt statt oder nicht?«. Die wirklich spürbare Veränderung liegt woanders: In den Sicherheitsmaßnahmen, die inzwischen wie eine zweite Architektur neben den Buden stehen. Pollerreihen, Fahrzeugbarrieren, Zonenplanung, teure private Wachdienste, teils Einlasskontrollen – das alles ist längst Teil der Adventsrealität. In Berlin am Breitscheidplatz kostet allein der private Wachschutz rund 180 000 EUR, dazu kommen Absperrungen, Polizeiposten, Videoüberwachung und Messerverbote. In Dresden hat die Stadt für mobile Zufahrtsschutz-Elemente 1,85 Millionen Euro bereitgestellt – nicht für Lichterketten, sondern für Schutz vor Gewalt.
Diese Maßnahmen fallen nicht vom Himmel. Sie sind die direkte Folge einer Sicherheitslage, die sich über Jahre zugespitzt hat. Ich insistiere darauf, auch wenn es manchen nicht passt: Gewalttäter und Terroristen – häufig mit Herkunft aus den bekannten Krisen- und Terrorregionen – haben durch reale Anschläge und Anschlagsversuche unsere Innenstädte und gerade Weihnachtsmärkte zu potenziellen Zielen gemacht. Der Anschlag von Magdeburg 2024 wirkt bis heute nach; vielerorts wurden Konzepte verschärft, Genehmigungen nachgeschärft, Zufahrtswege neu gedacht.
Das zu benennen ist kein »rassistisches Narrativ«. Es ist eine Tatsachenbeschreibung der Motivation und Herkunft einzelner Täter – und eine notwendige Voraussetzung dafür, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Rassistisch wäre, daraus eine Pauschalanklage gegen Millionen friedlicher Menschen mit Migrationsgeschichte zu basteln. Genau das tue ich nicht. Aber wer jede klare Analyse sofort moralisch wegwischt, macht es sich zu leicht – und überlässt das Feld jenen, die tatsächlich spalten wollen. Und das passiert in diesem Land nach wie vor mit medialer Unterstützung einer in großen Teilen vollkommen einseitigen Medienlandschaft. Das ärgert viele Menschen – völlig zu Recht!
Denn ja, es gibt Akteure, die aus Einzelfällen eine Untergangsoper komponieren: »Überall werden Weihnachtsmärkte abgesagt.« Das stimmt so nicht. Faktenchecks und Kommunalverbände widersprechen der angeblichen Absagewelle; gemessen an den Tausenden Märkten bundesweit sind es bisher wenige echte Streichungen. Was jedoch stimmt: Die Kosten steigen brutal. Eine Umfrage der BCSD zeigt, dass Veranstaltungskosten (Sicherheit inklusive) in drei Jahren im Schnitt um 44 % zugelegt haben. Kleine Städte geraten damit an Grenzen – nicht weil sie »Tradition abschaffen« wollten, sondern weil die Rechnung sonst nicht aufgeht.
Damit sind wir beim politischen Kern. Der Deutsche Städtetag sagt zu Recht: Terrorabwehr ist Staatsaufgabe, keine kommunale Folklore. Wenn der Bund mehr Sicherheit verlangt, muss er auch helfen, sie zu bezahlen. Sonst passiert das, was wir vereinzelt bereits sehen: Märkte werden verkleinert, Eintrittsfreiheit wird indirekt teurer, oder Veranstalter ziehen die Notbremse. Nicht aus Ideologie, sondern aus Überforderung.
Und hier berührt die Sicherheitsdebatte das Stadtbild-Thema wieder ganz konkret. Unsere Innenstädte bekommen eine neue, harte Oberfläche: Sicherheit wird sichtbar, manchmal sogar dominant. Das verändert Atmosphäre und Spontaneität, es frisst Raum, es verschiebt die Optik der Plätze. Wer das schönredet, verkennt den Preis. Wer es nur als rechten Popanz abtut, verkennt ebenso die Realität.
Wie denken die Leute, die bei Merz‘ Rede, die übrigens zu Recht sehr gelobt wurde, über diese Dinge? Ich kanns mir ausmalen. Denn sie verließen scharenweise die Örtlichkeit, weil der Kanzler ihre Empfindung, beleidigt hatte oder sie sich solidarisch mit denen zeigen wollten, die sich beleidigt gefühlt haben. Das ist in unserem Land ja schnell passiert.
Ich wünsche mir einen nüchternen, zugleich entschlossenen öffentlichen Umgang damit: Die Gefährdung ist real, die Täter sind real, und ihre biografischen Hintergründe darf man nicht verschweigen. Gleichzeitig müssen wir verhindern, dass aus berechtigter Sicherheitskritik ein generalisierender Kulturkampf gegen »die Migranten« wird. Die Mitte verliert nur dann, wenn sie sich selbst das Sprechen verbietet.
Der Advent ist kein naives Märchen, aber er ist auch kein Schlachtfeld. Damit er ein Winterwohnzimmer bleiben kann, braucht es zwei Dinge: eine bestmögliche, verhältnismäßige Sicherheit – und eine faire Finanzierung, die Kommunen nicht allein im Regen stehen lässt.


Die Veränderung unserer Innenstadt-Weihnachtsmärkte durch neue Sicherheitsmaßnahmen springt tatsächlich ins Auge: Poller, Barrieren, Polizeipräzenz und Einlasskontrollen sind mittlerweile fester Bestandteil des Adventsalltags geworden – allein um das subjektive wie tatsächliche Sicherheitsgefühl der Menschen zu stärken und tragische Ereignisse wie in Magdeburg 2024 möglichst zu verhindern. Diese Entwicklungen haben eine neue »Oberfläche« in die Stadtlandschaft gebracht, die nicht nur schützt, sondern auch Atmosphäre und Spontaneität spürbar verändert.
Trotz aller Debatten sollte klar sein: Die Risiken sind real, deshalb darf die Analyse der Täterhintergründe und der sicherheitspolitischen Folgerungen nicht tabuisiert werden – aber daraus darf kein Generalverdacht gegen Menschen mit Migrationsgeschichte werden. Es braucht klare Worte, aber auch eine offene, differenzierende Haltung, damit Sicherheitskritik nicht zum populistischen Kulturkampf ausartet.
Ein entscheidender Punkt ist die Finanzierungsfrage. Die Kosten für mehr Sicherheit steigen rasant, wie aktuelle Zahlen und Berichte zeigen – viele kleinere Städte geraten dadurch an ihre Grenzen. Hier stimme ich der Forderung des Deutschen Städtetags zu: Wenn Sicherheit staatliche Aufgabe ist und der Bund höhere Standards verlangt, braucht es auch Unterstützung bei der Finanzierung. Sonst drohen indirekte Eintrittsbarrieren oder gar die Absage der Märkte, was weder Veranstalter noch Besucher wollen
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Dieser Kommentar ist vermutlich mit KI geschrieben. Ich spekuliere, halte eine hohe Wahrscheinlichkeit allerdings für gegeben. Das gefällt mir nicht, und ich überlege, wie ich darauf reagieren soll. Einfach löschen, fände ich allerdings nicht ok.
Horst
@Kai: wer immer du bist: was ist das Motiv für diesen, offensichtlich KI-generierten Kommentar? Er geht inhaltlich nicht über den Artikel hinaus, du hättest auch einfach schreiben können: Bin voll deiner Meinung! Statt dessen lässt du die KI schreiben, die nur das reproduziert und anders formuliert zum Besten gibt, was Horst schon geschrieben hat.
Üblicherweise passiert sowas, um einen Link zu posten, im Text oder als Namenslink – hier sehe ich aber garkeinen. Wodurch die Frage bleibt: Warum?
Stimme dir zu, aber was bei alledem gern vergessen wird: Hätte das Polizeiauto in Magdeburg den »Rettungsweg« durch dortiges Parken (=kein finanzieller Aufwand) gesperrt, wie es wohl vorgesehen war, wäre der Anschlag nicht passiert! Vorher hatte es nur in Berlin diese Art Anschlag gegeben, aber angeblich war so etwas in Magdeburg »nicht vorhersehbar«. Dazu Wikipedia:
Die ganze Geschichte ist nicht nur ein Drama, sondern ein unglaubliches Behördenversagen auf verschiedenen Ebenen. Lies nochmal das Kapitel »Gefährdungseinschätzung der Behörden im Vorfeld« im Wikipedia-Artikel – es ist einfach unglaublich, was die deutsche Bräsigkeit, Verantwortungslosigkeit und Ignoranz für Katastrophen ermöglicht! Mehrfach gab es Warnungen vor dem Täter mit der Angabe, dass er einen Anschlag plane – ebenso entsprechende Drohungen von ihm auf X. Eine Aktivistin der Säkularen Flüchtlingshilfe stellte im Jahr sogar 2023 Strafanzeige gegen ihn und warnte die Polizei vor einem Anschlag, den dieser vorbereiten würde.Aber nicht mal eine »Gefährderansprache« kam zustande!
Und anstatt nun wirksam auf allen Ebenen die Prävention zu verbessern, verschärft man lieber zu Lasten der Gemeinden sie Sicherheitsvorkehrungen – die am Ende auch nicht helfen würden, wenn ein Sprengstoffattentäter angreift, weil der Autoweg versperrt ist.
Letztendlich finde ich es falsch, vom Staat totale Sicherheit zu verlangen! So schlimm das ist, aber in unserer Zeit gehören mögliche Anschläge zum allgemeinen Lebensrisiko – es gibt keine 100%ige Sicherheit!
@ClaudiaBerlin: Ich erinnere mich (Magdeburg) an diesen Versuch, den Behörden den schwarzen Peter zuzuschieben. Das geschah wie so häufig letztlich wohl auch erfolgreich. Ich mache es mir vielleicht zu einfach, wenn ich sage, dass man nie überall und immer sicher ist vor solchen durchgeknallten Kreaturen – egal, aus welchem Raum sie auch immer stammen mögen. Aber dass sich die Lage seit 2015 so entwickelt hat, gehört nun mal zur Wahrheit dazu. Für mich ist (es mag sich für dich widerlich anhören und ich selbst schüttle mich, wenn ich das schreibe oder ausspreche) entscheidend, dass solche Anschläge i.d.R. von Menschen aus anderen Regionen der Welt verübt werden. Behördenversagen entsteht auch deshalb, weil man gar nicht so denkt, wie Leute, die durchgeknallt sind oder religiös motiviert. Wir werden immer und immer wieder der Satz von Politikern und Sicherheitsleuten hören, dass man nie wirklich sicher sein kann. Und genau das Gefühl wollen diese Menschen erreichen. Und wir tun dann so, als seien die Behörden das Problem. Zielführend ist das nicht. Auch, wenn es manchen beruhigen (sprich ablenken) wird.
@Horst Schulte: Hab ich irgendwie Anlass dazu gegeben, an der Herkunft dieser Auto-Attentäter zu zweifeln? Der aus Berlin war Tunesier/Araber (lies mal dessen wechselvolle Aufenthaltsstory, krass!), der aus Magdeburg kam 2006 als »Gastarzt in Ausbildung« aus Saudiarabien nach Deutschland.
Es ist doch keine »Ablenkung« von irgendwas, wenn ich auf das krasse Behördenversagen hinweise, das man ja wirklich breit nachlesen konnte und kann. Hier KÖNNTE man nämlich wirklich mit Verbesserungen etwas bewirken, was aber wohl zu viele Reformen erfordern würde, auch in der Verwaltung. Der Attentäter aus Berlin reiste z.B. »ungehindert durch die Bundesrepublik und beantragte unter mindestens 14 verschiedenen Alias-Namen Asyl oder Sozialleistungen« – na super! (Google-KI: Als Reaktion auf den Fall Amri wurden die Systeme zur Erfassung von Asylbewerbern überarbeitet, um Mehrfachregistrierungen unter verschiedenen Identitäten künftig auszuschließen. Heutzutage soll dies durch die zentrale Erfassung von biometrischen Daten, wie Fingerabdrücken, effektiver verhindert werden.)
Ich finde nichts dabei, zu sagen »dass solche Anschläge i.d.R. von Menschen aus anderen Regionen der Welt verübt werden.« »Car ramming attacks« (aus verschiedenen Motiven, inkl. psych. krank) sind im übrigen ein weltweites Phänomen, die meisten Vorfälle seit 2000 gab es in USA (85), Israel/Paläst.Gebiete (70), Deutschland (29), China (20), UK (14) – hab mir von Perplexity mal eine Übersicht erstellen lassen. Im Kapitel Motive steht da u.a.
Natürlich sind diese Täter »das Problem« – aber es ist Sache der Behörden und des Gesetzgebers, soweit wie möglich zur Verhinderung solcher Anschläge beizutragen – was, wie in Magdeburg, schon mal geradezu sträflich vernachlässigt wird. Habe gerade gesehen, dass der Link zum Wikipedia-Artikel oben garnicht erschienen ist.
Jetzt gibt es immerhin einen Untersuchungsausschuss, der »berechtigten Fragen an die Sicherheitsbehörden nachgehen« will.
Ja, man kann nie 100%ig sicher sein, das ist kein »Gefühl«, sondern einfach wahr! Wenn ich heute auf einen Weihnachtsmarkt oder andere Massenveranstaltungen gehen würde, würde ich schauen, wie die Zufahrten abgesichert sind – quer parkende Autos vor »Rettungsgassen« finde ich ausreichend. Zu Festungen muss man die Märkte nicht ausbauen.
@ClaudiaBerlin: Wahrscheinlich wird es immer Versäumnisse geben, die nach einem solchen furchtbaren Geschehen, zum Glück auch aufgedeckt werden. Nur werden durch die Diskussionen über eben diese Dinge die eigentlichen Ursachen in den Hintergrund gedrängt. Für mich ist das die Art von Migration, die diese Gesellschaft inzwischen so krass spaltet. Hätten wir die Dinge damals anders angefasst, wären wir nun nicht in dieser Lage. Ok. Ich setze ein vielleicht dahinter. Aber dies sind nun einmal die Gedanken, die mich vor allem beschäftigen. Ich sagte, es klingt schrecklich. Aber so ist es nun einmal. Auf die Art und Weise und aufgrund des viel zu laschen Umganges mit diesem Thema haben wir inzwischen eine Situation, in der sachgerechte Entscheidungen schon längst unmöglich geworden sind. Wir graben uns ein, fühlen uns trotzdem unsicher. Aber an den Kern des Problems, an die Leute die mit unserer Sicht auf die Welt und uns nichts anzufangen wissen, liefern wir uns aus. Bereitwilligst, weil es ja nun mal so ist und wir nichts daran ändern können. Am Ende kommt es dann womöglich zu ähnlichen Situationen wie unter Trump, der mit schlimmsten Methoden gegen illegale (und nicht illegale) Migranten vorgeht. Das das auch hier passieren könnte, hat uns die Potsdamer Konferenz aufgezeigt.
Nebenbei: Bin dir dankbar, dass du so vieles aktuell bloggst! Das bringe ich gerade nicht zustande, weil es mir einfach zu VIELES ist, zu dem ich was schreiben könnte/wollte/sollte. Das blockiert mich derzeit – statt dessen kommentiere ich bei dir und wenigen anderen elendlang und denke dann: das hätte ich jetzt aber auch als eigenen Beitrag schreiben können – was halt einfach nicht stimmt, sonst hätte ich es ja gemacht! 🙂
Also danke für deine »erhöhte Schlagzahl«!
@ClaudiaBerlin: Ich schreibe so viel, weil es so viele Dinge sind, die mich beschäftigen, dass ich meine Selbsttherapie ja nicht einfach abbrechen oder auch nur reduzieren könnte. Schade, dass nur relativ wenige für die Themen, die mich interessieren, etwas übrig haben. Wahrscheinlich halten die es wie meine Frau: »Wir können ja doch nichts daran ändern«. Aber sie schimpft andererseits über ihren Lieblingsfeind Trump wie ein Kesselflicker. Du kennst sie nicht. Aber dass sie das tut, bedeutet, dass wir es wirklich mit einem ganz besonders schlimmen Mann zu tun haben.
@Horst Schulte: was verstehst du unter »Selbsttherapie«?
@Gerhard: Fühle ich mich aufgrund der schrecklichen Lage unserer Welt überfordert? Ich versuche mithilfe des Bloggens, Abstand zu gewinnen und klarer zu sehen. Meine Gedanken werden über das Schreiben etwas strukturierter und es ergeben sich hier und da sogar Lösungsansätze, die freilich eher meinem Wunschdenken als realen Perspektiven entsprechen. Ja, eine Bewältigungsstrategie ist das Bloggen für mich. Und ich habs einfach mal Eigen- oder Selbsttherapie genannt.