Covid-19 bei jungen Menschen

Bei „WDR aktuell“ (leider noch nicht online) habe ich heute den Beitrag über die heute 22jährige Luisa gesehen und war tief betroffen. Über den Fall berichtete Focus und Watson. Die junge Frau hatte sich im März dieses Jahres in Sevilla mit Covid-19 angesteckt und war daran schwer erkrankt.

Der Verlauf der Krankheit war bei ihr so dramatisch, dass sie in ein künstliches Koma versetzt werden musste. Ohne die in der Klinik vorhandene ECMO Lungenmaschine, über die nicht jedes Krankenhaus verfügt, hätte sie die Erkrankung wahrscheinlich nicht überlebt.

Monate im Krankenhaus und immer noch krank

Obwohl Luisa das Krankenhaus in Sevilla im Mai verlassen und in ihre Heimat zurückkehren konnte, ist sie längst noch nicht wieder gesund. Im Gegenteil. Die Folgen der Covid-19-Erkrankung sind gravierend und für Außenstehende erschreckend (für mich jedenfalls). Das Schlimme ist, dass kein Arzt ihr sagen kann, wie ihr Leben in Zukunft aussehen wird. Die Spätfolgen der Erkrankung kennt niemand.

Ich nehme an, dass die meisten meine Erschütterung über die Schilderungen Luisas und ihrer Ärzte (Beitrag des WDR) teilen. Es ist mir bekannt, dass dieser schwere Verlauf in Luisas Fall zum Glück eine seltene Ausnahme darstellt. Sie gehört übrigens zur Risikogruppe, weil sie unter einer asthmatischen Vorerkrankung litt.

Covid-19 wirft Menschen manchmal aus der Bahn. Warum weiß bisher niemand.

Trotzdem zeigt dieses Beispiel erneut, wie furchtbar Covid-19 einen Menschen aus der Bahn werfen kann. Und zwar auch dann, wer er noch jung ist.

Bei dem erwähnten Focus – Artikel gab es wieder ein paar Kommentare, über die man sich ärgern kann. Ich kann nur den Kopf schütteln.

So wusste man zu berichten, dass auch bei einer Grippe immer wieder schwere Verläufe festgestellt werden. Tja, wer wusste ohne die Aufklärung durch solche Intelligenzbolzen, dass man auch während oder nach einer Grippe eine Herzmuskelentzündung bekommen kann? Nun bin ich schon 66 Jahre alt und kenne vielleicht deshalb persönlich einige Leute, die sich speziell diese Folgeerkrankung nach einer Grippe zugezogen und zum Glück überlebt haben. Jeder wird ein paar Leute kennen, die mit schlimmen Folgen einer Grippe zu kämpfen hatten.

Was diese Leute aus Gründen der ihnen eigenen Verbohrtheit ausblenden, ist aber die Tatsache, dass die Ärzte über die bisher festgestellten Covid-19 Spätfolgen fast noch gar nichts wissen.

Sie können den Patienten keine Hoffnung machen, dass sie durch bestimmte Medikamente und Therapien geheilt werden können.

Dass eine schwere Grippe zum Beispiel mit einer daraus resultierenden Herzmuskelentzündung tödlich verlaufen kann, ist allerdings seit Jahr und Tag bekannt. Und wie man mit dieser Art von Grippe-Folgeerkrankungen umgehen und wie man sie medizinisch behandeln kann, wissen die Ärzte längst.

Ich wünsche Luisa von Herzen alles Gute und dass sie sich bald von den Corona-Folgen erholt. ❤

Horst Schulte
Horst Schulte
@HorstSchulte@horstschulte.com

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Ich bin jetzt 72 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt, wie man so sagt, in der Provinz. Großstädte sind mir ein Gräuel.

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