Gottes Werk und Trumps Beitrag

Das zweite Trump-Mandat wird die Demokratie, die gesellschaftliche Einheit und die globale Zusammenarbeit gefährden.

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Ob ich mich zusam­men­rei­ßen kann, wenn ich jetzt über ihn schrei­be? Kann ich über­haupt so sach­lich blei­ben wie Peter Lohren es getan hat? 

Kaputte Gesellschaft

Wie kaputt muss die­se US-ame­ri­ka­ni­sche Gesellschaft sein, wenn sie einen Mann wie Trump zum zwei­ten Mal zum Präsidenten wählt? Trump und sei­ne Oligarchentruppe von TEC-Milliardären wer­den Amerika eine ganz ande­re Art von Größe besche­ren als sich sei­ne Wähler das vor­ge­stellt haben. Man soll­te kei­ne Wähler beschimp­fen! Gilt das nur für Politiker oder auch für Blogger? Mich hin­dert dar­an nur die Sorge um juris­ti­sche Konsequenzen. Denn die Leute fin­den immer einen Super-Anwalt, der ihre „Interessen” schützt. Um jeman­den zu fin­den, brau­chen sie sich kei­nen Millimeter aus ihrer poli­ti­schen Blase her­aus­zu­be­we­gen. Sie begrei­fen Beleidigungen und Drohungen über­wie­gend als freie Meinungsäußerung und sind damit Brüder im Geiste ihres Idols und sei­ner liber­tä­ren Ideen.

Mich hat von Beginn an die Vorstellung gegru­selt, dass Donald Trump ein zwei­tes Mal die Führung der Vereinigten Staaten über­neh­men könn­te. Ich hielt es zeit­wei­se sogar für aus­ge­schlos­sen. Aber ich weiß eben wenig über die­ses Land of the Free, die USA und ihre unbe­grenz­ten Möglichkeiten. Im Positiven wie im Negativen. 

Der Worst Case ist eingetreten

Nun, nach­dem der Worst Case ein­ge­tre­ten ist, lässt mich die­se Tatsache erneut und dies­mal noch resi­gnie­ren­der als beim letz­ten Mal den Kopf schüt­teln. Das Trump-Kabinett lässt auf­grund der bis­her zur Verfügung ste­hen­den Informationen zur „Klasse” sei­ner Mitglieder nichts Gutes erwarten.

Ich weiß, die Rechten in Deutschland jubeln. Mir fällt dazu nur ein: Zwei Doofe, ein Gedanke. Mit eini­gen trump­schen Vorhaben har­mo­niert ihre AfD-Politik präch­tig. So, wenn es um Migranten geht oder Themen wie Diversität und Transformation zum öko­lo­gi­schen Wirtschaften. 

Die AfD ist erfreut

Die Wähler die­ser rechts­extre­mis­ti­schen AfD, die sich bis zu den Wahlen hof­fent­lich mehr Blogger als bis­her vor­knöp­fen, soll­ten Trumps Tiraden und ab jetzt auch Handlungen, nach­denk­lich machen. Die Wähler besit­zen dafür nicht die erfor­der­li­che Einstellung. Sie plap­pern die ein­fa­chen Lösungen und Worthülsen der Weidels, Chrupallas, Höckes und Curios etc. ein­fach nach. Und mer­ken nicht, wie hohl deren Phrasen und Versprechungen sind. Wie selt­sam, dass die­ses lie­be­die­ne­ri­sche Heranwanzen von Weidel und ande­ren AfD-Größen an die­se Regierung des Grauens kei­ne kla­ren Reaktionen im Land auslöste!

Die ers­te Amtszeit war geprägt von Chaos, Spaltung und einer Politik, die vor allem dar­auf abziel­te, die Interessen von Trump selbst und sei­ner engs­ten Unterstützergruppe zu för­dern. Die Argumente, die gegen eine zwei­te Amtszeit spre­chen, sind zahl­reich und in ihrer Tragweite erschre­ckend. Unvergessen, wie ein paar die­ser Evangelikalen Trump im Oval Office die Hand auf­leg­ten, die­sem gott­ge­sand­ten Retter der ame­ri­ka­ni­schen Lebensart hul­dig­ten. Trump glaubt längst selbst dar­an, dass er ein Gottgesandter ist. Das hat er ges­tern in der Rede nach sei­ner Inauguration gesagt. Er wur­de von Gott beschützt, damit er Amerika ret­ten kön­ne. Hätte man so einen frü­her ™ nicht ohne Umschweife in eine geschlos­se­ne Anstalt geschickt?

Angriffe auf die Demokratie

Trump hat wäh­rend sei­ner ers­ten Amtszeit wie­der­holt gezeigt, dass er wenig Respekt für demo­kra­ti­sche Institutionen und Prozesse hat. Sein Verhalten nach der ver­lo­re­nen Wahl 2020, ins­be­son­de­re sei­ne Rolle bei der Anstiftung zum Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021, ist ein bei­spiel­lo­ser Angriff auf die Demokratie. Ein Präsident, der bereit ist, die Ergebnisse einer Wahl zu igno­rie­ren, stellt eine fun­da­men­ta­le Gefahr für die Rechtsstaatlichkeit dar. Dass er zu Beginn sei­ner erneu­ten Präsidentschaft nun die Täter des Sturms auf das Kapitol amnes­tiert hat, spricht für sich. Mit Loyalität ggü. sei­nen Wählern kann man die­sen Schritt sicher nicht erklären.

Spaltung der Gesellschaft

Trump hat die gesell­schaft­li­chen Gräben in den USA ver­tieft, sei es durch sei­ne ras­sis­ti­sche Rhetorik, sei­ne Attacken auf Migranten oder sei­ne Unterstützung von Verschwörungstheorien. Ein zwei­ter Wahlsieg wür­de die­se Spaltung wei­ter ver­schär­fen und die Polarisierung der US-ame­ri­ka­ni­schen Gesellschaft auf ein noch gefähr­li­che­res Niveau bringen.

Klima- und Umweltpolitik

Unter Trump wur­de der Rückzug der USA aus dem Pariser Klimaabkommen voll­zo­gen, und die Umweltpolitik wur­de zuguns­ten kurz­fris­ti­ger wirt­schaft­li­cher Interessen geop­fert. Seine erneu­te Präsidentschaft und die erneu­te Absage an das Abkommen wird den Kampf gegen den Klimawandel mas­siv zurück­wer­fen, nicht nur in den USA, son­dern weltweit.

Korruption und Vetternwirtschaft

Trumps Präsidentschaft war geprägt von Korruption und Vetternwirtschaft. Seine Familie und enge Verbündete pro­fi­tier­ten in gro­ßem Stil von sei­ner Macht. Ein erneu­tes Mandat wird die­se Dynamik nur ver­stär­ken und das Vertrauen in die Integrität der Regierung wei­ter zerstören.

Außenpolitik

Trumps „America First”-Politik hat das Ansehen der USA auf der Weltbühne beschä­digt. Seine Beziehungen zu auto­ri­tä­ren Führern wie Wladimir Putin und Kim Jong-un haben die west­li­che Allianz geschwächt, wäh­rend er gleich­zei­tig die NATO und ande­re inter­na­tio­na­le Institutionen unter­gra­ben hat. Die zwei­te Trump-Amtszeit könn­te dazu füh­ren, dass die USA wei­ter iso­liert wer­den und glo­ba­le Herausforderungen wie den Ukraine-Krieg und den Klimawandel nicht bewältigen.

Missmanagement wäh­rend der Pandemie

Trumps kata­stro­pha­ler Umgang mit der COVID-19-Pandemie hat gezeigt, dass er nicht in der Lage ist, eine Krise effek­tiv zu bewäl­ti­gen. Seine Leugnung von Wissenschaft und sei­ne Fixierung auf poli­ti­sche Inszenierung führ­ten zu Hunderttausenden ver­meid­ba­ren Todesfällen. Der Austritt aus der WHO ist tra­gisch und ver­heißt nur Schlechtes. Den Gegnern der UN wie­der­um kommt die­se abseh­ba­re Entscheidung zustat­ten. Was wird pas­sie­ren, falls die Menschheit von einer erneu­ten Pandemie erfasst würde?

Gefahr für Minderheitenrechte

Trump und sei­ne Unterstützer haben aktiv dar­an gear­bei­tet, die Rechte von Minderheiten, Frauen und LGBTQ+-Personen ein­zu­schrän­ken. Eine zwei­te Amtszeit wür­de bedeu­ten, dass die­se Angriffe auf Grundrechte fort­ge­setzt wer­den könn­ten, mit mög­li­chen Rückschritten, die Jahrzehnte an Fortschritt zunichtemachen.

Rechtsruck im Supreme Court

Mit der Ernennung kon­ser­va­ti­ver Richter hat Trump den Obersten Gerichtshof auf Jahrzehnte hin­aus nach rechts ver­scho­ben. Die Auswirkungen die­ser Entscheidungen betref­fen Themen wie Abtreibungsrechte, Wahlrecht und Arbeitnehmerschutz. Eine zwei­te Amtszeit könn­te die soge­nann­te kon­ser­va­ti­ve Agenda wei­ter zementieren.

Es ist kaum vor­stell­bar, wie ein Land sich frei­wil­lig in eine sol­che Zukunft stür­zen kann. Doch lei­der zeigt die Realität, dass Populismus, Desinformation und poli­ti­sches Kalkül vie­le Menschen dazu bewe­gen, ihre eige­ne lang­fris­ti­ge Zukunft aufs Spiel zu set­zen. Die Wähler in den USA ste­hen vor einer Entscheidung, die nicht nur die Zukunft ihres eige­nen Landes, son­dern auch die des glo­ba­len Gleichgewichts nach­hal­tig beein­flus­sen wird.

5 Kommentare

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  1. Es ist eher ein Vorteil, wenn die Amis ihre Vorstellung von Gesundheit nicht über die WHO durch­set­zen können.

  2. Vielen Dank für die Erwähnung. 🙂 

    Ehrlich gesagt fin­de ich Elon Musk viel gefähr­li­cher. Er ist m.E. ein Soziopath, der gerüch­te­wei­se regel­mä­ßi­ge bewusst­seins­er­wei­tern­de Drogen zu sich nimmt, außer­dem der reichs­te Mann der Welt ist, einen Hang zur Theatralik und jetzt auch noch eine staat­li­che Legitimation für sein Handeln hat, fak­tisch also der mäch­tigs­te Mensch der Welt ist. 

    Da wür­de ver­mut­lich bereits bei einem gesun­den Menschen die Schraube über­dreht. Wenn das mal kein Stoff für ein Drama ist.…

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