Die zweite Wahrheit hinter den Google-Bewertungen

25. April 2026

Auf Sternebewertungen im Internet verlasse ich mich eigentlich ungern. Zumindest prüfe ich, ob es woanders auffällig andere Bewertungen gibt. Das Nonplusultra sind Bewertungen in meinen Augen nicht.

Heute las ich diesen Hinweis. Ich gebe zu, solche „Korrekturen“ sind mir bisher nicht mal aufgefallen. Allerdings schließe ich mich der Ansicht von … an:

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Endzeitbärchi

Servicehinweis: Google Maps zeigt nun an, wie viele Rezensionen ein Unternehmen wegen "Diffamierung" hat löschen lassen und das ist sehr viel aussagekräftiger als die eigentliche Punktzahl.

Screenshot einer Bewertung auf Google Maps. Das Unternehmen hat 4,1 Sterne als Durchschnittsbewertung, hat aber 11 bis 20 Bewertungen wegen Diffamierung löschen lassen, ist also eigentlich vermutlich viel schlechter bewertet.
25. April 2026, 06:37 148 Boosts 271 Favoriten

Bewertungen an sich

Die sichtbare Sternebewertung allein erzählt nicht mehr die ganze Geschichte eines Unternehmens. Wenn Google zusätzlich anzeigt, dass viele Rezensionen „wegen Diffamierung“ entfernt wurden, entsteht ein zweiter Eindruck – fast wie ein Schattenkonto möglicher Konflikte und Diskussionen rund um dieses Unternehmen.

Der Post suggeriert dabei mehrere Dinge gleichzeitig:

  • Wenn sehr viele Bewertungen gelöscht wurden, könnte das darauf hindeuten, dass ein Unternehmen massiv gegen Kritik vorgeht.
  • Oder umgekehrt: Dass es Ziel koordinierter Rufschädigung war und deshalb viele beleidigende oder falsche Bewertungen entfernt wurden.
  • Die Zahl der entfernten Rezensionen wird dadurch selbst zu einer Art Signal. Nicht mehr nur wie gut ein Unternehmen bewertet wird, sondern wie umkämpft seine öffentliche Wahrnehmung ist.

Nutzung zu Diffamierungszwecken

Das ist ziemlich heikel. Denn „wegen Diffamierung entfernt“ klingt für viele sofort verdächtig – obwohl Löschungen völlig legitime Gründe haben können:

  • falsche Bewertungen von Nicht-Kunden,
  • beleidigende Inhalte,
  • Kampagnen,
  • Konkurrenten-Spam,
  • oder schlicht Verleumdungen.

Der Autor des Posts liest diese Transparenz offenbar als aufschlussreicher als die reine Punktzahl, weil eine 4,8-Sterne-Bewertung künstlich sauber wirken kann, wenn vorher massenhaft negative Bewertungen entfernt wurden.

Interessant ist daran auch die psychologische Wirkung:
Früher sah man nur die glänzende Fassade der Sterne. Jetzt sieht man plötzlich die Spuren des Streits dahinter. Ein bisschen wie ganz frische Farbe an einer Hauswand – man fragt sich automatisch, was darunter überdeckt wurde.

Der Kanzler der Kränkungen

24. April 2026

Boris schreibt heute:

Wenn der Bundeskanzler der Reichen und ererbt Begüterten feststellt im Zuge seiner Abwrackstrategie der Sozialgesellschaft, dass die Rente in Zukunft nur noch eine Basissicherung sein wird, dann sollten alle Arbeitnehmer, die davon betroffen sein werden, dazu übergehen, dass ihre Erwerbsarbeit ab sofort lediglich eine Basis-Erwerbsarbeit darstellt.

Link

Seine Empfehlung: Dienst nach Vorschrift!

Der Ärger über Kanzler Merz frisst sich durch die Bevölkerung. Der Mann hat ein Abo, sich die Wut seiner Untertanen aufzuladen. Das Schlimme? Er lernt einfach nicht dazu.

Hier ein paar Arbeitsproben des Kanzlers, die von anderen fleißig gesammelt wurden:

Pflegebedürftige schlechter stellen – Gesundheitsversorgung von Menschen in Armut einschränken – Lohnfortzahlung bei Krankheit einschränken – weniger Leistungen aus GKV

Bist du schon von ihm beleidigt oder brüskiert worden? Hier eine unvollständige Sammlung seiner bisherigen Versuche:

kleine Paschas (Kinder mit Migrationshintergrund)
Sozialtouristen (Ukraine-Flüchtlinge)
schlechtere Netzwerker (Frauen)
Problem im Stadtbild (Menschen mit Migrationshintergrund)
weniger selbstbewusst als Männer (Frauen)
arbeiten zu wenig (alle Deutschen)
froh, da weg zu sein (Belém/Brasilien)
Zirkuszelt (queere Menschen)
zu bequem (alle Deutschen)

Dank an jene, die Merz’ fulminanten Erfolg bei der Zerstörung der Reputation seiner eigenen Regierung mit bemerkenswerter Hingabe kuratiert haben.

Zwischen Recherche und Inszenierung

24. April 2026

In der gestrigen Talkshow bei Markus Lanz prallen drei Sichtweisen aufeinander: die der AfD-Politikerin Gerrit Huy, die des Journalisten Marcus Benzmann (Recherche Correctiv) und die kritische Moderation von Lanz selbst.

Inhalt

Als interessierter Beobachter der eher oberflächlichen Art frage ich mich, was dieser Zirkus sollte. Ein weiteres Gericht hat geurteilt. Diesmal zugunsten derjenigen, von denen wir ziemlich genau zu wissen glauben, was sie im Schilde führen. Die AfD und ihre Gesinnungsgenossen, so eine verbreitete Sorge, werden, so sie an die Macht kommen, vielleicht nicht unmittelbar an die Zeiten des Nationalsozialismus anschließen. Aber das wird schon. Aussagen von Spitzenfunktionären lassen keine andere Schlussfolgerung zu.

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Im Übrigen gilt vielleicht auch das, was wir an Ungeheuerlichem miterleben durften, was in den Vereinigten Staaten vorgefallen ist. Obwohl jeder sieht, was los ist, stehen immer noch Menschen hinter Trump. Es mag einen schütteln aber sind die Narrative erst etabliert, verfangen andere Positionen nicht mehr. Dazu zählen auch Gerichtsurteile. Wir glauben einander nicht mehr. Oft sogar nicht einmal mehr unserer eigenen Wahrnehmung oder – wie die Rechten gern sagen – dem gesunden Menschenverstand.

Die Klägerin hat das Wort

Gerrit Huy begründet die Klagen gegen die Berichterstattung damit, dass zentrale Aussagen der Correctiv-Recherche ihrer Ansicht nach falsch dargestellt worden seien. Besonders wehrt sie sich gegen die Darstellung, bei dem Treffen sei ein „Masterplan“ zur Ausweisung deutscher Staatsbürger entwickelt worden. Sie betont, dass Aussagen über die Aberkennung der Staatsbürgerschaft oder die Deportation deutscher Staatsbürger mit doppelter Staatsangehörigkeit dort so nicht gefallen seien. Für sie handelt es sich um eine massive Verzerrung der tatsächlichen Inhalte und um eine politische Zuspitzung, die mit rechtsstaatlichen Prinzipien kollidiere.

Die Rechten triumphieren und Lanz kippt seins in die braune Suppe

Die rechten Videoblogger tanzen bei YouTube auf den Tischen, weil das Urteil die Lügen des Systems offenbart. Denn denen geht’s nicht bloß um Correctiv, sondern generell um alles, was unseren Staat aber vor allem seine Medien in ein schlechtes Licht setzt. Es gibt zu viele, die dem rechten Manöver mit Applaus folgen. Diesem Urteil des Gerichtes wird eine Revision folgen, die noch einmal zu anderen Erkenntnissen kommen könnte. Gönnen wir diesen rechten Demokratiefeinden ihr Späßchen und beißen wir auf die Zähne.

Man kann diesem Zirkus, bei dem Lanz wieder mal den Direktor mimte, folgen, dem Quatsch glauben oder nicht. Das Berliner LG hat Fakten geschaffen. Mir kam zu kurz, dass erst im Dezember 2025 ein Urteil (LG Hamburg) mit anderer Bewertung des Sachverhaltes gefallen war.

Markus Lanz greift einen Punkt auf. Er hinterfragt kritisch, ob Correctiv mit Begriffen wie „Masterplan“ und den historischen Anspielungen auf die Wannseekonferenz nicht einen Eindruck erzeugt habe, der juristisch und faktisch so nicht eindeutig gedeckt gewesen sei. Lanz sieht darin ein Problem für die Glaubwürdigkeit journalistischer Arbeit insgesamt. Wenn Medien durch starke Zuspitzungen angreifbar würden, lieferten sie jenen Kräften Munition, die pauschal von „Fake News“ sprechen. Seine Kritik richtet sich daher weniger gegen die Recherche an sich als gegen die Art ihrer dramatischen Rahmung.

Ordentlich oder nicht?

Marcus Benzmann verteidigt dagegen die Arbeit von Correctiv. Er argumentiert, der Begriff „Masterplan“ sei keine wörtliche Tatsachenbehauptung, sondern eine journalistische Bewertung der besprochenen Inhalte. Die Recherche selbst basiere auf präzisen Beobachtungen und Dokumentationen des Treffens. Zudem verweist er darauf, dass Gerichte Teile der Berichterstattung bestätigt hätten. Kritik und juristische Angriffe auf die Recherche deutet er sogar als Zeichen dafür, dass die Veröffentlichung einen empfindlichen politischen Nerv getroffen habe.

Am Ende dreht sich die Debatte weniger um einzelne Wörter als um eine grundsätzliche Frage: Wo endet journalistische Zuspitzung und wo beginnt politische Insinuation? Auf mich wirkt Lanz wie einer, der sich bei den Rechten liebkindmachen will – wieder mal!

Die Menschen im Land glauben in ihrer absoluten Mehrheit zu wissen, was die AfD im Schilde führt. Es gibt schließlich genügend schreckliche Aussagen von Funktionären, die keine anderen Schlüsse zulassen. Wenn ich mir manche ansehe, die Lanz Stichwortgebertum wie meistens aufgegriffen und in eigenen Videos „thematisieren“ und ihre Aussagen die Verfehlungen „unserer Goldstücke“ anhöre, denke ich nur: Schon wieder so eine Hack…. mit Deutschlandfahne im Hintergrund. Dabei sehe ich natürlich die Probleme, die das Thema Migration in unserem Land verursacht und auch, dass wir besser anders damit umgegangen wären. Aber nicht zwangsläufig so, wie in vermeintlichen Vorbildländern, in denen angeblich ja alles so prima funktioniert.

Es war gut, dass Correctiv diese Reportage veröffentlicht hat. Es hat bei vielen Menschen ein Bewusstsein für die Gefahren eines faschistischen Regimes wachgerufen oder überhaupt erst erweckt. Die wenigsten von uns, können den Gemeinheiten von Brandner, Curio, von Storch, Weidel und all den anderen ach so „tollen Rednern“ dieser Partei etwas abgewinnen. Die meisten hassen das, was solche Leute über Menschen sagen, die nach Deutschland gekommen sind. Und hey, wer glaubt ernsthaft, dass die Teilnehmer sich den Vortrag Sellners in Potsdam nur so als einen Programmpunkt unter mehreren angehört hätten und mit ihren Fragen und Repliken nicht ganz andere Gedankengänge offenbar machten, als Huy das immer behauptet und die Lanz diesen Leuten abkauft? Wie dumm kann man sein?

Stau auf dem Mount Everest

24. April 2026

Mein Leben lang war ich nicht der Sportlichste. In meiner Jugend (< 20) hatte ich eine Phase, in der ich Fußball gespielt habe. Nicht im Verein – mit Freunden. Später verlegte ich meine Ambitionen darauf, die Ligen aus dem Sessel zu beobachten und natürlich zu kommentieren.

Vor dem Hintergrund dieser laschen Gesinnung zu allem, was Sport heißt, ist es möglicherweise vermessen von mir, wenn ich diesen Titel, über den ich vorhin gestolpert bin, kommentiere.

Bergsteigen im Himalaya: Aufstiegsroute am Mount Everest blockiert – Staus befürchtet. Quelle: Tagesspiegel

Ich beschränke mich daher darauf, meine Annahme zu verkündigen, dass der Messner Reinhold wohl vor Wut einen Satz rote Ohren kriegt, wenn er so etwas liest.

Diäten kann so hart sein

23. April 2026

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