Ukraine-Konflikt: Selenski fordert Garantien – Europa stellt sich gegen Trump

Während Selenskyj Trumps Friedensplan als Kapitulation bewertet, formiert sich Europa neu. Kiew fordert rechtsverbindliche US-Garantien, während europäische Führer einen Gegenvorschlag erarbeiten. Die Front verläuft nun zwischen westlicher Einigkeit und amerikanischem Rückzug.

Politik

stroke="currentColor" stroke-width="1.5" stroke-linejoin="round" stroke-linecap="round" /> 6 Kommentare

3 Min. Lesezeit

Wie sich die Frontlinien zwischen Kiew, Washington und Europa neu verschieben

Der Ukraine-Konflikt hat eine neue Phase erreicht – nicht nur militärisch, sondern auch diplomatisch. Im Zentrum der jüngsten Spannungen steht Wolodymyr Selenskyjs entschiedene Ablehnung eines Friedensvorschlags von Donald Trump, der eine faktische Aufgabe des Donbas vorsieht. Für Kiew wäre dies nicht nur ein politischer Offenbarungseid, sondern ein strategisches Geschenk an Moskau. Selenskyj argumentiert, dass ein solcher Deal Putins territoriale Gewinne legitimieren und die ukrainische Staatlichkeit dauerhaft schwächen würde.

Die Ära der Harmonie in den transatlantischen Beziehungen ist vorbei. Für Donald Trumps Vereinigte Staaten ist Europa – mit seinem Werteprojekt und seiner Verteidigung der regelbasierten multilateralen Ordnung – ein Gegner. Ein Gegner, der wieder auf den illiberalen und reaktionären Weg zurückgeführt werden muss, den der Trumpismus vorgibt und den seine europäischen Verbündeten beschreiten: die rechtsextremen, nationalpopulistischen und euroskeptischen Trojanischen Pferde, die die Europäische Union von innen heraus untergraben wollen. Washington, das diese Gruppen als »patriotische« politische Parteien und Gruppierungen bezeichnet, will sie in seiner neuen nationalen Sicherheitsstrategie fördern.
Quelle

Statt territorialer Zugeständnisse fordert Kiew daher verbindliche Sicherheitsgarantien von den USA – nicht als bloße Absichtserklärung, sondern als völkerrechtlich abgesichertes Versprechen, das der US-Kongress ratifizieren müsste. Diese Forderung zeigt, dass sich die Ukraine der politischen Unsicherheiten in Washington bewusst ist und eine langfristige Absicherung jenseits parteipolitischer Stimmungswechsel sucht.

Europäische Geschlossenheit als Gegengewicht

Während Trump Kiews Haltung als »unrealistisch« kritisiert, formiert sich in Europa eine diplomatische Gegenbewegung. Bei einem vertraulichen Treffen in London koordinierten Emmanuel Macron, Friedrich Merz und Keir Starmer eine gemeinsame Position gegenüber Washington. Ziel ist es, einen europäischen Gegenvorschlag zu entwerfen, der sowohl die ukrainischen Interessen schützt als auch das politische Vakuum ausfüllt, das durch Trumps ablehnende Haltung entstanden ist.

Diese Initiative signalisiert eine neue strategische Selbstständigkeit Europas. Erstmals seit Beginn des Krieges tritt die EU nicht nur als Solidaritätsbündnis auf, sondern als eigenständiger Akteur, der bereit ist, gegen amerikanischen Druck Position zu beziehen. Dass Trump darauf prompt reagierte, indem er die Europäer aus künftigen Verhandlungsrunden ausschloss, unterstreicht die wachsende transatlantische Kluft.

Vorbereitung auf das »Worst-Case«-Szenario

Inzwischen arbeiten die europäischen Hauptstädte an Notfallplänen für den Fall, dass die USA ihre Unterstützung für die Ukraine tatsächlich reduzieren oder beenden. Der geplante Gegenvorschlag umfasst Maßnahmen zur langfristigen Stabilisierung der ukrainischen Verteidigung – von verstärkter Rüstungskooperation über Energiehilfen bis zu verstärkten Sanktionen gegen Russland.

Diese Entwicklung offenbart, dass sich der Krieg längst zu einem geopolitischen Wendepunkt ausgeweitet hat: Europa sieht sich gezwungen, militärische Eigenständigkeit nicht länger als Option, sondern als Notwendigkeit zu begreifen.
Parallel dazu hält die Ukraine trotz anhaltender russischer Angriffe rund 30 Prozent des Donbas, darunter Kramatorsk und Slawjansk – ein Symbol für Widerstand und strategische Resilienz.

Selenskyjs Beharren auf rechtsverbindlichen Garantien mag diplomatisch unnachgiebig wirken, doch es spiegelt die zentrale Lehre aus drei Jahren Krieg wider: Politische Kompromisse ohne Sicherheitsarchitektur bleiben Makulatur. Der »diplomatische Showdown« um den Donbas ist damit weniger eine Frage territorialer Kontrolle – er ist ein Test, ob die westliche Allianz ihre Werte in Krisenzeiten institutionell abzusichern vermag.


Artikelinformationen (Klick)
Bereits 314 Mal aufgerufen3 mal davon heute

6 Gedanken zu „Ukraine-Konflikt: Selenski fordert Garantien – Europa stellt sich gegen Trump“

  1. Das is ja Wochenschauniveau:

    »Erstmals seit Beginn des Krieges tritt die EU nicht nur als Solidaritätsbündnis auf, sondern als eigenständiger Akteur, der bereit ist, gegen amerikanischen Druck Position zu beziehen.«

    Muhaha. Ich schaue mal auf die Seite von Sonneborn. Der hat bestimmt auch was dazu. 😀

    Gott, die hängen alle dank Flutschi mit den Köpfen im künstlichen Rektum vom Trump umd wollen da auch gar nicht mehr raus. 😀

    Gut die Spanier können sich was erlauben. Bei denen läuft es im Moment wohl ganz gut. Trotz Immigration. Das das da überhaupt ein Thema ist?

    Weiß die Bild eigentlich, wieviel Ukrainer mit deutscher Stütze derzeit auf Teneriffa leben?

  2. Das klingt wieder nach dem vollen Vertrauen, das unsere Bürger in stattlicher Zahl unserem Staat, der Eu und den handelnden Politikern entgegenbringen. Weiter bringt uns diese doch ein wenig einseitige Sichtweise leider auch nicht. im Gegenteil. Sie ist neben vielem anderen giftig und kein Stück konstruktiv.

  3. Vertrauen bekommt man nicht bei Aldi. Das muss man sich erarbeiten.
    Und das geht eben so nicht.

    Schon gar nicht, wenn Leute sinnlos in den Tod geschickt werden.

Lass deinen Gedanken freien Lauf


Hier im Blog werden bei Abgabe von Kommentaren keine IP-Adressen gespeichert! Deine E-Mail-Adresse wird NIE veröffentlicht!


☀️ Jeder Tag ist ein neuer Anfang.