Ukraine-Konflikt: Selenski fordert Garantien – Europa stellt sich gegen Trump

9. Dezember 2025
3 Min.

Während Selenskyj Trumps Friedensplan als Kapitulation bewertet, formiert sich Europa neu. Kiew fordert rechtsverbindliche US-Garantien, während europäische Führer einen Gegenvorschlag erarbeiten. Die Front verläuft nun zwischen westlicher Einigkeit und amerikanischem Rückzug.

diplomatischer showdown donbas

Wie sich die Frontlinien zwischen Kiew, Washington und Europa neu verschieben

Der Ukraine-Konflikt hat eine neue Phase erreicht – nicht nur militärisch, sondern auch diplomatisch. Im Zentrum der jüngsten Spannungen steht Wolodymyr Selenskyjs entschiedene Ablehnung eines Friedensvorschlags von Donald Trump, der eine faktische Aufgabe des Donbas vorsieht. Für Kiew wäre dies nicht nur ein politischer Offenbarungseid, sondern ein strategisches Geschenk an Moskau. Selenskyj argumentiert, dass ein solcher Deal Putins territoriale Gewinne legitimieren und die ukrainische Staatlichkeit dauerhaft schwächen würde.

Die Ära der Harmonie in den transatlantischen Beziehungen ist vorbei. Für Donald Trumps Vereinigte Staaten ist Europa – mit seinem Werteprojekt und seiner Verteidigung der regelbasierten multilateralen Ordnung – ein Gegner. Ein Gegner, der wieder auf den illiberalen und reaktionären Weg zurückgeführt werden muss, den der Trumpismus vorgibt und den seine europäischen Verbündeten beschreiten: die rechtsextremen, nationalpopulistischen und euroskeptischen Trojanischen Pferde, die die Europäische Union von innen heraus untergraben wollen. Washington, das diese Gruppen als „patriotische“ politische Parteien und Gruppierungen bezeichnet, will sie in seiner neuen nationalen Sicherheitsstrategie fördern.
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Statt territorialer Zugeständnisse fordert Kiew daher verbindliche Sicherheitsgarantien von den USA – nicht als bloße Absichtserklärung, sondern als völkerrechtlich abgesichertes Versprechen, das der US-Kongress ratifizieren müsste. Diese Forderung zeigt, dass sich die Ukraine der politischen Unsicherheiten in Washington bewusst ist und eine langfristige Absicherung jenseits parteipolitischer Stimmungswechsel sucht.

Europäische Geschlossenheit als Gegengewicht

Während Trump Kiews Haltung als „unrealistisch“ kritisiert, formiert sich in Europa eine diplomatische Gegenbewegung. Bei einem vertraulichen Treffen in London koordinierten Emmanuel Macron, Friedrich Merz und Keir Starmer eine gemeinsame Position gegenüber Washington. Ziel ist es, einen europäischen Gegenvorschlag zu entwerfen, der sowohl die ukrainischen Interessen schützt als auch das politische Vakuum ausfüllt, das durch Trumps ablehnende Haltung entstanden ist.

Diese Initiative signalisiert eine neue strategische Selbstständigkeit Europas. Erstmals seit Beginn des Krieges tritt die EU nicht nur als Solidaritätsbündnis auf, sondern als eigenständiger Akteur, der bereit ist, gegen amerikanischen Druck Position zu beziehen. Dass Trump darauf prompt reagierte, indem er die Europäer aus künftigen Verhandlungsrunden ausschloss, unterstreicht die wachsende transatlantische Kluft.

Vorbereitung auf das „Worst-Case“-Szenario

Inzwischen arbeiten die europäischen Hauptstädte an Notfallplänen für den Fall, dass die USA ihre Unterstützung für die Ukraine tatsächlich reduzieren oder beenden. Der geplante Gegenvorschlag umfasst Maßnahmen zur langfristigen Stabilisierung der ukrainischen Verteidigung – von verstärkter Rüstungskooperation über Energiehilfen bis zu verstärkten Sanktionen gegen Russland.

Diese Entwicklung offenbart, dass sich der Krieg längst zu einem geopolitischen Wendepunkt ausgeweitet hat: Europa sieht sich gezwungen, militärische Eigenständigkeit nicht länger als Option, sondern als Notwendigkeit zu begreifen.
Parallel dazu hält die Ukraine trotz anhaltender russischer Angriffe rund 30 Prozent des Donbas, darunter Kramatorsk und Slawjansk – ein Symbol für Widerstand und strategische Resilienz.

Selenskyjs Beharren auf rechtsverbindlichen Garantien mag diplomatisch unnachgiebig wirken, doch es spiegelt die zentrale Lehre aus drei Jahren Krieg wider: Politische Kompromisse ohne Sicherheitsarchitektur bleiben Makulatur. Der „diplomatische Showdown“ um den Donbas ist damit weniger eine Frage territorialer Kontrolle – er ist ein Test, ob die westliche Allianz ihre Werte in Krisenzeiten institutionell abzusichern vermag.

Horst Schulte
Horst Schulte
@HorstSchulte@horstschulte.com

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Ich bin jetzt 72 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt, wie man so sagt, in der Provinz. Großstädte sind mir ein Gräuel.

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Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Ich bin jetzt 72 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt (aus Liebe) auf dem Land.

6 Kommentare zu „Ukraine-Konflikt: Selenski fordert Garantien – Europa stellt sich gegen Trump“

  1. Das is ja Wochenschauniveau:

    „Erstmals seit Beginn des Krieges tritt die EU nicht nur als Solidaritätsbündnis auf, sondern als eigenständiger Akteur, der bereit ist, gegen amerikanischen Druck Position zu beziehen.“

    Muhaha. Ich schaue mal auf die Seite von Sonneborn. Der hat bestimmt auch was dazu. 😀

    Gott, die hängen alle dank Flutschi mit den Köpfen im künstlichen Rektum vom Trump umd wollen da auch gar nicht mehr raus. 😀

    Gut die Spanier können sich was erlauben. Bei denen läuft es im Moment wohl ganz gut. Trotz Immigration. Das das da überhaupt ein Thema ist?

    Weiß die Bild eigentlich, wieviel Ukrainer mit deutscher Stütze derzeit auf Teneriffa leben?

  2. Das klingt wieder nach dem vollen Vertrauen, das unsere Bürger in stattlicher Zahl unserem Staat, der Eu und den handelnden Politikern entgegenbringen. Weiter bringt uns diese doch ein wenig einseitige Sichtweise leider auch nicht. im Gegenteil. Sie ist neben vielem anderen giftig und kein Stück konstruktiv.

  3. Vertrauen bekommt man nicht bei Aldi. Das muss man sich erarbeiten.
    Und das geht eben so nicht.

    Schon gar nicht, wenn Leute sinnlos in den Tod geschickt werden.

    • @Horst Schulte: Deine Angst vor den Russen finde ich nach wie vor irrational. Du muss nur ein paar km ins Hinterland fahren, da hast Du die größten russischen Gemeinden in Deutschland.
      Wenn die gewollt hätten, hätten die schon längst was hier starten können.
      Wenn ich Dich so lese, erinnert mich das immer an die Werner Comics. „Hilfe, die Russen kommen!“
      Was haben wir für ein Schwein gehabt, dass Putin sich halb totgelacht hat, als Frau Bockbier Russland in Feierlaune und in Funktion der Außenministerin den Krieg erklärt hat. Nur ein paar Dekaden früher und Deutschland gäbe es nicht.
      Hätten die Tschetschenen das gemacht, gäbe es die auch nicht mehr.
      Dummerweise wiederholen etwaige Minister die Anna-Lena-Sprüche gerne mal.
      Jetzt denken wir mal ein paar Dekaden zurück und betrachten uns die Anfänge vom ersten und zweiten Weltkrieg. Da waren die Anlässe aber wesentlich geringer.
      Und wie Glaubwürdig ist eine Bundesregierung, die mit Kriegserklärungen um sich schmeißt, wie Konfetti, obwohl dieser Fall gar nicht von der Staatsexistenz gedeckt ist? Was ist mit den 2 Plus 4 Verträgen, wenn vom Natofall eben nur noch ein tofall übrig bleibt?
      Haben wir satte Friedensverträge oder gilt dann evtl. die bedingungslose Kapitulation?
      Welcher Staat wartet denn noch 5 Jahre bis Deutschland meint, entsprechend für einen Krieg aufgerüstet zu haben?
      Dabei sollte man nicht verkennen, das sdie Polen schn jetzt eine schlagkräftige Armee am Start haben. Ganz ohne Sondervermögen.
      Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet jetzt wieder Reparationen gefordert werden.

      Ich stelle mir das gerade mal im Amiland vor.
      Maduro: „Eh Donald, Du alter Gringo loco! Ich erkläre Dir jetzt schon mal prophylaktisch den Krieg. Aber ich bin noch nicht so weit. Gib mir bitte noch 5 Jahre. Dann ist meine V2030 fertig und ich kann Dir so richtig den Arsch wegballern!“

      Das ist das Niveau auf dem wir uns seit Jahren bewegen. Die Elite, bestehend aus Politik und Wirtschaft und das Volk als abnickender Mitläufer. Das ist nicht nur zum fremdschämen und komplett irre, sondern auch noch auf Tiktok und Co. jederzeit in jedem Land abrufbar.

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