Weg mit dem Ami-Gedöns

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x plattform spaltung internationale perspektive
x plattform spaltung internationale perspektive

Zugegeben – es geht langsam voran. Aber in den letzten Jahren und Monaten habe ich mich von einer Reihe von us-amerikanischen Diensten »verabschiedet«.

Twitter, Facebook, Threads, Instagram sind passé und noch ein paar andere soziale Netzwerke auch. Noch geblieben sind WhatsApp, YouTube und Flickr. Nach einer gefühlten Ewigkeit habe ich mich heute von Microsoft getrennt und die Löschung meines Kontos beantragt, die E-Mail-Adresse natürlich inklusive. Die habe ich verhältnismäßig viel genutzt, aber mit meiner Google-E-Mail-Adresse ist die Nutzung kaum zu vergleichen.

Wenn ich mir überlege, wie viel Expertise ich während meiner Berufszeit erworben habe, ist das schon ein wenig komisch. Vor allem Excel und Access (Windows natürlich) waren über viele Jahre beruflich meine Wegbegleiter. Für mich als 72-jährigem Rentner ist das so weit weg.

Ich habe mir vorgenommen, aufgrund der Entwicklung in den Vereinigten Staaten nicht mehr auf die Produkte der Tech-Bros zu setzen und mich – wenn irgendmöglich – nach und nach von diesen zu verabschieden. Bei Apple wird das schwierig, aber genauso bei Google und Adobe. Ich kenne zwar die Alternativen ganz gut (etwa Linux oder Gimp), aber die Entscheidung, Apple und Adobe-Produkt zu nutzen, hatte ja ihren Grund.

Sicher sind meine Überlegungen etwas naiv. Allerdings sind sie von dem innigen Wunsch getragen, möglichst viele US-Unternehmen durch europäische oder deutsche Alternativen zu ersetzen.

Macht ihr etwas in dieser Richtung?

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20 Gedanken zu „Weg mit dem Ami-Gedöns“

  1. Deine Entscheidung respektiere ich. Mit allem Respekt: In deinem Alter hätte ich ehrlich gesagt andere Prioritäten, als mir das (digitale) Leben unnötig zu verkomplizieren. Ich bin technisch interessiert und nutze Linux seit 1998. Meine Abneigung gegenüber Windows hat weniger ideologische Gründe – es ist in vielen Bereichen schlicht Mist. Ich arbeite mit einer optimierten Version und komme damit zurecht, aktuell ist Linux für mich jedoch wieder das bevorzugte Alltags-System.

    Ach, weil wir beim Thema sind: Der blinde Fleck der digitalen Souveränität

    • @Horst Schulte: Lieber Horst,

      bitte versteh mich nicht falsch – »ideologisch« war hier keineswegs als Beleidigung gemeint. Ich verwende den Begriff rein beschreibend, um den Unterschied in unseren Motiven zu verdeutlichen.

      Lass es mich so erklären: Wenn ich Linux nutze, weil Windows auf meiner Hardware langsam ist oder abstürzt, ist das eine pragmatische (technische) Entscheidung. Ich löse ein konkretes Werkzeug-Problem.

      Wenn du dich aber von Microsoft trennst – obwohl du ein Experte in Excel bist und es dir eigentlich den Alltag erleichtert –, und du tust dies wegen der politischen Ausrichtung der USA oder des Verhaltens eines Präsidenten, dann ist das eine Entscheidung basierend auf einem Weltbild, also eine ideologische (oder ethische) Entscheidung.

      Du stellst deine moralischen Werte über den praktischen Nutzen. Das ist aller Ehren wert und sicher konsequent, aber es ist eben keine technische Abwägung mehr, sondern eine politische Haltung. Nichts anderes wollte ich damit sagen. Du opferst Bequemlichkeit für deine Überzeugung – ich meinte nur, dass ich mir diesen »Kampf« in der Rente vielleicht nicht mehr antun würde.

      Beste Grüsse, Oliver

    • @Horst Schulte: Ich finde es lustig, dass die Leute erst durch Trump von US-Produkten wegwollen. So viele Leute, die Snowden verschlafen haben.

      Oder wie jemand zum zehnjährigen »Jubiläum« schrieb: »Wenn ich Snowden wäre, würde ich auf die Frage «Was hat sich seit ihren Enthüllungen verändert?» mit «Absolut gar nichts, solange Sie als Journalist noch immer Google als Suchmaschine benutzen.» antworten.«

  2. Macht ihr etwas in dieser Richtung?

    Nein, nicht wirklich. Mein digitaler Workflow basiert auf Google-Produkten, und das wird auch so bleiben. Ich habe einen Versuch unternommen, komplett auf Open Source und Self-Hosting umzusteigen, aber am Ende haben Funktionalität und Bequemlichkeit gewonnen.

    Und ja: Ich nutze X sogar noch – zumindest lesend (hhhuuuuuu, Ketzer!!!).

    • @Horst Schulte: Was an Adobe hält dich zurück, dieser Abo-Krake den Allerwertesten zu zeigen? Als Privatperson brauche ich nichts von Adobe.

  3. Du kennst mich ja mit meiner quasi angeborenen Nicht-Mitgliedschaft in »Social Networks«. Was andere käufliche US-Errungenschaften angeht, halte ich es pragmatisch. Wo ich auf US-Produkte oder Dienstleistungen verzichten kann, weil es funktional gleichwertige anderweltliche Alternativen gibt, tue ich das, sonst nicht.

    Und ich diskutiere auch nicht politisch, moralisch oder ideologisch klein-klein, einfach, weil’s müßig ist. Es gilt für auch mich kein Imperativ »Kauf nicht beim Ami«.

  4. Hallo Horst,

    ich ringe schon lange mit mir, FB endlich zu verlassen, aber irgendwie hänge ich noch immer an einigen Kontakten, die ich so verlieren würde… X hatte ich. nie und Insta dümpelt nutzlos ‚rum. Google habe ich vor einigen Jahren durch Startpage ersetzt, überlege jetzt auf Ecosia umzusteiegen. Hat da jemand Erfahrung? Als Übersetzter nutze ich DeepL oder Leo. Meinen Email-Account habe ich seit vielen Jahren bei Poste.de und bin total zufrieden. Was mich ein wenig ägrert: Bis letztes Jahr habe ich nur Signal als Messenger genutzt, aber ich komme hier. im Ort leider. bei den Aktivitäten nich an WhattsApp vorbei und habe es notgedrungen jetzt in Benutzung, da ich leider. trotz vieler Argumente die Vereine nicht überzeugen konnte, auf Signal umzusteigen. Das finde ich ägerlich.

  5. Demilliardisierung und Unplug Trump – bin dabei! Aber …
    Gibt es womöglich auch »gute« amerikanische Unternehmen? Die offen in Opposition zu Donald Trump und seiner Bande stehen? Die würde ich natürlich gern unterstützen.

    Ach ja, und mit »… suche mal nach mir …« hast Du mich auf was gebracht. Eigentlich suche ich ja zumeist nach Themen, die mich interessieren oder an denen ich arbeite. Bisher feitestgehend mit DuckDuckGo, aber probiere in Letzter Zeit auch zunehmend Startpage, Ecosia, Gruble, manchmal auch aus Verzweiflung bing.
    Und beim ersten Versuch: – gleich nach der Traueranzeige für einen Namensvetter ich mit einer Aktion, mit der ich es beim örtlichen Anzeigenblättchen sogar auf die Titelseite schaffte 😉

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