Wenn die Blogosphäre leiser wird

Zur Weihnachtszeit wird es stiller in der Blogosphäre. Der Text reflektiert über Rückblicke, Webringe, die Bedeutung von Verlinkungen und unterschiedliche Sichtweisen unter Bloggern – verbunden mit einem persönlichen Dank und einem nachdenklichen Blick auf Alter, Schreiben und Austausch.

von: Horst Schulte

Bloggen

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Um die Weihnachtszeit wird es ruhig in der Blogosphäre. Jedenfalls ist das meine Beobachtung aus vielen Jahren. Ich erkläre mir das damit, dass die Menschen während dieser schönen Zeit eher ihr Familienleben genießen, als sich an PC oder Notebook zu setzen, um über andere Begebenheiten – egal, über welche Themen – zu berichten.

Ich lese viel. Punktuell natürlich auch Beiträge, die mir über Webringe auffallen. Momentan gibt es, wie jedes Jahr um diese Zeit, einiges an Rückblicken.

Insbesondere einige der Blogs, die Mitglieder im noch verhältnismäßig neuen Webring von Thomas Gigold sind, heben jene Blogs hervor, die sie in diesem Jahr entdeckt und die ihnen Freude und Inspiration gebracht haben. Das ist schön.

Blogs mit sperrigen Themen oder Blogger*innen, die diese Sperrigkeit gegen Mehrheits­sichtweisen vertreten, dürften schlechte Karten haben, in solche Linklisten zu rutschen. Was das angeht, dürfte beispielsweise Tommi von Jansens Pott mit der Verlinkung seines Blogs sehr zufrieden sein. Immer wieder wird sein Blog herausgehoben und ist – folgerichtig – an vielen Orten verlinkt.

Bitte nicht falsch verstehen: Ich gönne es allen Blogs, wenn sie für ihre gesetzten Themen belohnt werden. Und die Währung für uns Blogger sind nun einmal Links bzw. Verlinkungen. Nun möchte der eine oder andere Leser vielleicht anmerken, dass ich meine Links recht willkürlich setze – wenn überhaupt. Oder dass ich selten kommentiere. Das ist durchaus der Fall.

Vor diesem Hintergrund meiner Erfahrungen aus vielen Jahren war ich fast erstaunt und noch mehr erfreut, als ich heute Morgen in Eriks Blog Blogissimo las:

Horst Schulte kenne ich noch von seinem Querblog. Ich habe auch mitverfolgt, wie er sein Blog verloren und ein neues aufgebaut hat. Schon damals hatten wir sehr unterschiedliche Ansichten. Nichtsdestotrotz ist er ein erstklassiger Blogger.

Ja, der Querblog ist auch schon rund 13 Jahre Vergangenheit. Aktiv war er, wenn ich nicht völlig falsch liege, von 2008 bis 2012. Wie die Zeit vergeht. Danach kamen Blogs wie Netzexil.de oder Wutzone.de.

Unterschiedliche Ansichten unter Bloggern, würde ich sagen, gehören dazu wie das Salz in der Suppe. Es kommt darauf an, wie solche Differenzen miteinander diskutiert werden. Ich gebe zu, mir gelingt das oft nicht besonders gut. Das mag an meinem Charakter oder an meinem Alter liegen. Männer meines Alters sind – so meine eigene Beobachtung – in dieser Hinsicht schon deshalb anders, weil sie aufgrund reduzierter sozialer Kontakte anders ticken als Jüngere. Ob meine kleine Theorie anschlussfähig ist? Vielleicht gibt es aber auch viel mehr Blogger*innen in meinem Alter, als ich denke.

Danke, Erik! Euch allen wünsche ich schöne Weihnachten, einen guten Rutsch und alles Gute für das neue Jahr. Hoffentlich wird es erquicklich­er als das zu Ende gehende.


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8 Gedanken zu „Wenn die Blogosphäre leiser wird“

  1. Verlinkungen gab es bei mir im Blog durchaus auch, aber oft nicht für das, woran mein »Herzblut« hing.
    Im übrigen verhält es sich in der Keramik ( oder anderen kreativen Hobbys ) ähnlich:
    Ich werde für Keramik gelobt, die ich eigentlich nur noch im Auftrag mache wie etwa Doppelwandgefässe, für andere neuere und nicht mehr einem direkten Nutzen dienende Objekte dagegen nicht. Das passt auch zu einem Kollegen, der sich mit »ganz eigenen « Bildern für eine Künstlervereinigung bewarb und nicht angenommen wurde. Das nächste Mal bewarb er sich mit Mainstreammalerei und wurde angenommen.

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