AfD: Wenn Symbolpolitik zur Priorität wird

Siegmund, AfD-Chef von Sachsen-Anhalt, möchte die Kündigung der Rundfunkstaatsverträge durchziehen. Verstanden sozusagen als eine Erstmaßnahme gegen das verhasste System. Das ist nur einer der 10 Punkte aus dem 100-Tage-Programm der Rechtsextremen. Man darf gespannt sein, wie klein Siegmund sein wird, wenn er sozusagen vor den Scherben seines Erstlingswerks steht.

Nach den derzeitigen Umfragen könnten je nach Wahlbeteiligung etwa 400.000 bis 500.000 Menschen in Sachsen-Anhalt für die AfD stimmen. Die übrigen rund 1,6 bis 1,7 Millionen Einwohner hätten eine AfD-Regierung dann trotzdem mitzubewältigen.

Die ca. 40 % der Wähler Sachsen-Anhaltinern freuen sich gewiss schon. Nachdem sie von diesem Trauma befreit sind, dürfen sie danach dann nämlich auf die preiswerten aber nervraubenden Alternativen RTL, SAT1 und Pro7 und all die wundervoll gehaltvollen Unterprogramme wie Super RTL zurückgreifen. Alternativen finden sie im Streaming-Sektor, der je nach Auswahl immerhin ca. 10 EUR weniger im Monat kostet.

Die Rundfunkstaatsverträge lassen sich allerdings gar nicht sofort beenden, Gebühren würden trotz Kündigung vorerst weiterlaufen. Aber das werden die Traumabewältiger sicher auch noch verkraften.

7 Kommentare zu „AfD: Wenn Symbolpolitik zur Priorität wird“

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  1. Ein Plan, etwas zu kündigen, das sich gar nicht sofort kündigen lässt. Das klingt elegant, erinnert aber an den Typ, der aus Protest gegen das Wetter seinen Regenschirm wegschmeißt und anschließend überrascht feststellt, dass es weiter regnet. 🦌

  2. Zumal dieses tolle Streaming ja im Prinzip nur fiktive unterhaltende Formate bietet. Nichts Dokumentierendes, keine Diskussion, keine Kommentare- also höchstens deren Verlautbarungen, die man dann freizwangswillig hören muss.
    Dieser Kampf gegen den ÖRR ist die ältesten Kontinuität von den alten schmuddligen Neonazis zu der heutigen blauen Farbe.

    • @Horst Schulte: Ich kenn die Diskussion mit einigen Personen aus der näheren Umgebung und das schon seit mehr als 10 Jahren (ich schreib die Jahreszahl nicht, denn die triggert dann alle, denn seit dem Jahr sei ja alles bergab gegangen). Oft haben mir alle erzählt, was sie für Streaming-Abos haben, das ging insgesamt weit über 20 Euro hinaus und da habe ich mich dann schon gefragt: was spart ihr denn da? Bzw auch: wie schafft ihr das alles? Und zuletzt dann die Frage: geht es euch nicht irgendwann auf den Keks wenn nicht einmal am Tag irgendwo eine informative Sendung kommt, die einen mit Wetter, ein paar Infos und eventuell noch Sportergebnissen versorgt? Meist war die Diskussion fruchtlos und ich bin im Laufe der Jahre immer häufiger komisch angeschaut worden,dass ich kein Streaming sonst habe und kaum in der Media- bzw Audiothek (oder „Sounds“) hinterher komme alles, was mich interessiert zu sehen und zu hören. Klar, da sind auch viele Dinge dabei, die mich nicht ansprechen und teils viele Sendungen, von denen ich eigentlich dachte, dass sie die eher konservativen und furnierholzmöbligen Mitbürger ansprechen, aber tja, scheinbar braucht man einen wieder einen Holzempfänger. (Erst vor ein paar Tagen habe ich in Makedonien ein Radio mit Siegel aus der Nazibesatzungszeit gesehen, damit wurde der Empfang anderer Sender reguliert/ bzw. die Strafverfolgung ermöglicht.)

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