Manche schämen sich heute, Deutsche zu sein

Kleiner haben wir es nicht! Gestern und heute bei Twitter und Facebook. Das deutsche Scheusal ist zurück. Und es hat ein Gesicht. Nee, Leute – so nicht!

Dabei hat natürlich Tsipras den Coup gelandet. Er hat mit seinem Referendum das Ziel verfolgt, die Eurogruppe zu spalten. Und das ist ihm, wie jeder sehen kann, mit Bravour gelungen. Ich finde es geradzu peinlich, wie manche Staats- und Regierungsschecks darauf hereingefallen sind. Oder haben sich seither irgendwelche Fakten verändert, die diesen Sinneswandel erklären könnten? Natürlich nicht!

Dass bei den inflationär häufigen Talkshows zum „Sorgenkind“ Griechenland fast immer die gleiche (linke) Besetzung provoziert Stimmung gemacht hat, ist mir aufgefallen. Das hat mich aber nicht davon abgehalten, diese, einigermaßen enerviert, trotzdem weiter anzusehen.

Ich wollte neue Aspekte kennenlernen und verstehen. Gehört habe ich keinen, was allerdings meine Frustration vorangebracht hat.

Zwischendurch habe ich mich schon gefragt, ob es in Griechenland und hier bei uns eigentlich keine Griechen mit abweichenden Meinungen gibt. Allein war ich damit nicht:

Aber vielleicht haben wir jetzt Fortschritt. Die Talkshows machen Sommerpause. Ja, das ist eben so beim öffentlich-rechtlichen System: Mag die Welt untergehen, die Staatssender machen auf Urlaub. Es ist, als ob sie ahnten: Die Krise wird auch im Herbst weitergehen. Und dann sehen wir sie wieder alle, die linken Griechen-Propagandisten der Syriza, gut erholt, tief gebräunt wie die Moderatoren und Moderatorinnen, allesamt.Quelle: Talkshows: Ich lade mir ’nen (linken) Griechen ein – Tichys Einblick | LINK

Offensichtlich fällt es vielen Leute weniger schwer, eine Meinung zu bilden bzw. zu machen. Was ich gestern und heute über uns Deutsche und über die Bundesregierung gelesen habe, muss wohl damit zu tun haben, dass quasi über Nacht eine Unzahl von Star-Ökonomen vom Himmel gefallen sind. Die wissen es besser. Vor allem wissen sie, was richtig und was falsch ist. Der Mann im Rollstuhl kann denen jedenfalls längst nichts mehr recht machen und Merkel? Nun ja, die kommt halt aus dem Osten und ist mit der Demokratie sowieso nicht so richtig warm geworden.

 

Bis gestern glaubte ich, dass es in Deutschland eine Mehrheit dafür gibt, Griechenland kein weiteres Geld zu geben und endlich den (auch von durchaus zahlreichen Ökonomen) für nötig gehaltenen Grexit zu fordern.

Die Propaganda der öffentlich-rechtlichen Sender hat im Zusammenspiel mit den sozialen Medien, getrieben von grün/links orientierten „Europa-Enthusiasten“,  „die Politik zur Einigung“ gezwungen getrieben.

Sven Giegold (Grüne) oder Niema Movassat (Linke) schreckten vor Beleidigung, Beschimpfung und Unterstellung in Richtung Bundeskanzlerin und Bundesfinanzminister nicht zurück. Aber ist es jetzt gut? Aber nein, ist es nicht!

Die, die in ihrem Furor den Verbleib Griechenlands in der Eurozone zu erzwingen suchten, kritisieren nun die Ergebnisse und lasten die aus ihrer Sicht unbefriedigenden Resultate allein der deutschen Regierung an.

cicero-Interview: „Das ist staatliche Entmündigung, keine europäische Demokratie“ – Sven Giegold – Mitglied der Grünen Fraktion im Europaparlament | Quelle

Niema Movassat schreibt heute morgen auf seiner Facebook-Seite:

Der wahre Erfolg Deutschlands und dem Rest der unsäglichen Troika ist, dass sie es geschafft haben, den Eindruck zu erwecken, Griechenland sei alleine an der Krise Schuld – und das Griechenland schon Milliarden von Euro erhalten habe. Die Medien haben sich in großer Zahl als willfähige Lautsprecher dieser falschen Darstellung hergegeben. Die wahren Ursache und die wahren Profiteure dieser Krise wurden geschickt unter den Tisch gekehrt. Die Darstellung der Griechenland-Frage durch die herrschende Politik und die meisten Medien ist ein Meisterstück für Propaganda und Volksverdummung. ?#?ThisIsACoup?Quelle: (1) Niema Movassat | LINK

Das Bild vom hässlichen Deutschen wird aufpoliert, weils gerade so gut passt. Im Ausland gilt Deutschland als die treibende Kraft bei der Verelendung des griechischen Volkes. Oder sehe ich das zu krass? Nicht, wenn ich die Hashtags von gestern dazu zurate ziehe.

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Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

6 Gedanken zu „Manche schämen sich heute, Deutsche zu sein“

  1. Für jedes Elend wird ein Schuldiger gesucht, um ihn zu verurteilen. Ist das nicht alles Fake? Wie kann man solche Regierungen noch ernst nehmen? Mehr kann man dazu einfach nicht sagen. Jeder hat recht, aus seiner Sicht gesehen.

  2. Kommt das nicht fast auf das Gleiche hinaus, nur mit dem Unterschied das bei Deiner Tendenz, die persönlichen Bedürfnisse beider Seiten außer Acht gelassen werden?

  3. Das zähle ich eigentlich nicht unter „persönliche Bedürfnisse“. Mal schauen, vielleicht hast Du recht und auch das zählt dazu. Mal schauen ob Google eine Definition dazu hat.

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