Die Vergangenheit verklärt sich je weiter sie zurückliegt. Das ist einen Binsenweisheit. Die Alten hat man deshalb schon immer dafür belächelt, dass sie gern von früher ™ erzählen.

Heiner Geißler ist heute im Alter von 87 Jahren gestorben.

Mit ihm verbinde ich nicht nur Erinnerungen an die auch politisch spannenden 1970er/1980er Jahre, in denen ich oft sehr wütend auf Heiner Geißler gewesen bin, sondern es bleiben mir die Jahre positiv im Gedächtnis, in denen er nach seiner politischen Karriere einen Blick auf den Privatmenschen Heiner Geißler gewährt hat. Privatmensch ist im Zusammenhang mit ihm sicher der falsche Begriff. Er war und blieb immer ein sehr politischer Mensch.

Während seiner aktiven Zeit als CDU-Politiker kämpfte Geißler mit harten Bandagen gegen alles, was er politisch links verortete. Umso überraschter waren viele, als er in späteren Jahren linke Positionen vertrat und sich kritisch zur Globalisierung äußerte. Vor 10 Jahren trat er der schließlich der globalisierungskritischen NGO Attac bei.

Geißler hatte eine kritische Distanz zu seiner Kirche. Ich habe im Mai sein kleines Buch mit dem langen Titel „Kann man noch Christ sein, wenn man an Gott zweifeln muss?“ gelesen. Auch für die für uns Christen nur zu bekannte Konfliktsituation hatte Geißler einen Rat parat, der mir sympathisch war und der in seiner pragmatischen Art auch irgendwie typisch war für diesen Menschen. Ich sag es mit meinen Worten: Haltet euch an das Neue Testament, an Jesus Christus und an seine Bergpredigt.

Nächstenliebe ist keine Gefühlsduselei und kein Gutmenschentum, sondern eine Pflicht, denen zu helfen, die in Not sind.Heiner Geißler 

RIP, Heiner Geißler

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Autor

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 65 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

3 Kommentare

  1. Ich fand es sehr bemerkenswert, wie sich Geißler vom ehemaligen CDU-Unsympathen zu einem vernünftigen, fortschrittlichen Menschen gewandelt hatte. Ich habe großen Respekt vor Leuten, die nicht aufhören, nachzudenken und nicht auf der Stelle stehenbleiben.
    Liebe Grüße Sabienes

  2. Das ging mir bei Geißler nicht anders. Er ist einer der wenigen Menschen im politischen Bereich, die mich überrascht und mit seiner Haltung überzeugt hat.

  3. Pingback: Hello again! Die Coolen Blogbeiträge der Woche sind zurück

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