Gesellschaft   ·  3 Min.

Jetzt wollen die auch noch wählen!

Wenn wieder was passiert ist, sind es immer gleich «die» gewesen. Vorschnelle Verallgemeinerungen ersetzen gern jede Recherche der Hintergründe. Es fehlt nicht an Zeit aber …

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Wenn wieder was passiert ist, sind es immer gleich «die» gewesen. Vorschnelle Verallgemeinerungen ersetzen gern jede Recherche der Hintergründe. Es fehlt nicht an Zeit aber am am Willen. Man ist nicht allein, es tut gut, sich gegenseitig zu vergewissern.

So läuft es im Internet. In vielen Foren ist man unter sich. Das stärkt die Gewissheit in der «Mehrheit» zu sein und natürlich auf der «richtigen» Seite.

«Die Kulturbereicherer wieder mal», «…sollen endlich verschwinden» oder «…sollte sie ins Meer jagen». Das sind die harmlosen Urteile, die nach jedem «Ereignis», in das Migranten verwickelt sein sollen, in die Kommentarspalten fließen.

Es gibt «Sammler» für diese Art von Nachrichten. Ob diese zutreffen oder nicht, sie prägen die Gedanken von Hass und Ablehnung. Die Wortwahl ist nicht fein aber wirkungsvoll.

Die Inhalte dieser Archive werden bei jeder sich bietenden Gelegenheit abgerufen. Längst widerlegte Falschmeldungen kommen wieder und wieder aufs Tablett. Es ist ätzend und zermürbend für die, die versuchen, dagegen zu halten. Wer gegen eine «Mauer solcher Wahrheiten» anrennt, kriegt Beulen.

Monitor

Ich verorte das ARD-Magazin «Monitor» mit Chef Georg Restle links Es wird deshalb niemanden wundern, dass ich nicht nur die Themen interessant finde, sondern meistens auch die Sicht der Redaktion und die Schlussfolgerungen der Beiträge teile.

Dass die AfD das anders sieht, haben wir durch den Versuch ihres Co-Vorsitzenden Jörg Meuthen gelernt, der Restle deshalb entfernen lassen wollte, weil er Dinge angesprochen hat, die der AfD und Meuthen nicht passten.

 

Zuletzt konnte ich mich schwer beherrschen. Meuthen hat behauptet, er könne nicht mehr durch die Straßen seiner Heimatstadt spazieren, ohne sich dabei fremd zu fühlen. Oh Mann, Meuthen! Wir leben im 21. Jahrhundert. Auch Sie werden sich daran gewöhnen müssen.

Ich fühle mich manchmal auch fremd in meiner Heimat. Und zwar, weil Sie und Ihre Anhänger das Klima in unserem Land vergiften!

Neuer Aufreger

Monitor hat dankenswerterweise gemeinsam mit anderen Redaktionen die Wahlberechtigung von Ausländern thematisiert. Unnötig zu sagen, dass dieses in diesen aufgeregten Zeiten zu kontroversen Diskussionen führen musste.

Es geht um das Wahlrecht von Menschen, die lange hier leben aber – aus verschiedensten Gründen – keine deutsche Staatsangehörigkeit haben. Die sehr differenzierten Beiträge dazu habe ich mir in den letzten Tagen angesehen und möchte den Verantwortlichen meinen Respekt und Dank dafür ausdrücken.

Das Thema fand in den Sendungen und bei den direkten Zuschauerreaktionen großen Anklang. Es ergab sich ein differenziertes und interessantes Bild unterschiedlichster Ansichten. Ich glaube, dass diese Beiträge viele Bürger*Innen zum Nachdenken gebracht haben.

Die Reaktionen im Internet waren – wie ich es nicht anders erwartet habe – deutlich weniger differenziert. Dafür waren diese aber umso mehr von Voreingenommenheit und Ablehnung geprägt.

Die AfD will am 24. September zeigen, wie die «wahre Stimmung» in Deutschland ist. Frau von Storch hatte kürzlich einen Auftritt, in dem sie feststellte: «Wichtige Weichenstellungen in der Politik spiegeln nicht die Diskussionslage im Land wider».

Ich hoffe inständig, dass die Dame sich irrt und dass die AfD gar nicht erst in den Bundestag hineinkommt, weil sie an den 5 % scheitert. 🙂

Wie im Nebenbei lieferte die AfD-Politikerin Hinweise darauf, wo ihre Partei Mehrheiten zu finden glaubt. «56 Prozent sind gegen eine weitere Migration aus islamischen Ländern», sagte von Storch, und Beifall brandete auf. «62 Prozent halten die europäische und muslimische Lebensweise für nicht vereinbar». Noch stärkerer Beifall.Quelle: Beatrix von Storch: «Wir holen uns unser Land zurück!» – Hamburg – Aktuelle News aus den Stadtteilen – Hamburger Abendblatt | LINK

Gott sei Dank wird die OECD Wahlbeobachter nach Deutschland entsenden, so dass uns nach dem Wahltermin wenigstens die wieder zu erwartenden nebulösen Anspielungen der AfD-Wahlkämpfer, es sei nicht mit rechten Dingen zugegangen, wohl hoffentlich erspart bleiben werden.

 

 

 

 

 

 

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Horst Schulte
Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

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