Von Storch und der alte Marx

Beatrix von Storch traut sich was. Das muss ich mal sagen! Zuerst legt sie sich gemeinsam mit AfD-Chef Meuthen mit dem rechtsextremen Flügel um Höcke an und nun macht sie – so könnte man sagen – das genaue Gegenteil. Sie kooperiert mit der AfD Jugendorganisation, Jungen Alternative (JA). Diese rechte Misantrophentruppe wird nämlich ihrerseits schon seit Januar 2019 vom Verfassungsschutz als „Verdachtsfall“ betrachtet wird.

Karl Marx war Antisemit und Rassist

Storch hat gemeinsam mit einigen JA – Mitgliedern eine Büste von Karl-Marx verhüllt. Aus diesem Grund ermittelt der Staatsschutz gegen die AfD-Politikern. Das war gestern in der „Welt“ zu lesen.

Wer sich da nicht gleich an die völlig irren Aktionen linker Aktivisten und Wichtigtuer erinnert, die in Deutschland am Stück Denkmäler geschändet und zerstört haben, weil sie die neue Marotte aus den USA scheinbar genauso töfte fanden, wie den von den dortigen BLM – Aktivisten frei Haus gelieferten Vorwand gegen die deutsche Polizei zu agitieren. Die wird seitdem als brutal-rassistische Truppe diffamiert.

Ungleiche Maßstäbe

Halten wir fest, jedes Wort von rechten Politikern legt man auf die Goldwaage und veranstaltet deshalb einen Shitstorm. Aber jeder noch so bescheuerte Artikel linker Journalisten wird, ist er denn intellektuell erst mal als Zumutung entlarvt, nachträglich ins Positive gewendet, in dem er als Satire bezeichnet wird.

Ich finde die Aktionen, die durch die linke Internetblase maßgeblich ausgelöst wurden, von Anfang an übertrieben. Und für gefährlich. Bis vor Kurzem war ich fest davon überzeugt, dass die AfD, ihre Anhänger und Wähler würden unsere Demokratie gefährden.

Linke Kampagnen gut, rechte Kampagnen schlecht

Mir ist klar geworden, dass das so nicht stimmt. Wer sich so fahrlässig auf Kampagnen einlässt, wie linke und grüne Gruppen das fortwährend tun und sich dabei massiv gegen Kultur und Geschichte wenden und Andersdenkende glauben unterpflügen zu können, kann nicht auf meine Unterstützung setzen.

«Dass Kritik an Karl Marx als mögliche «Staatsgefährdung» wahrgenommen wird, zeigt den wachsenden Einfluss der SED-Nachfolgepartei und linksradikaler Gruppen auf Politik und Behörden.»

AfD-Politikerin kritisiert Ermittlungen durch Staatsschutz – WELT

Insofern finde ich von Storchs Aktion positiv!

Keine Propaganda, sondern Tatsache!

Die Folgen ihrer Aktion demonstrieren deutlich, wie ungleich linke und rechte Aktionen in der deutschen Öffentlichkeit behandelt werden. Nicht nur im Hinblick auf die öffentliche Wahrnehmung, sondern auch, was die offiziellen Reaktionen gegen die Teilnehmer an solchen (vergleichsweise harmlosen) Aktionen angeht.

Die Vandalen, die deshalb Denkmäler beschädigten und zerstörten, weil die dargestellten Personen in ihrer Zeit nicht nach heutigen Wertvorstellungen gehandelt haben, müssten mindestens ebenso verfolgt und bestraft werden. Aber wie das in dieser Öffentlichkeit aufgenommen würde, kann ich mir gut vorstellen.

Also, Chapeau, Frau Beatrix von Storch. Wenigstens haben sie den alten Marx, von dem seine rassistischen und antisemitischen Äußerungen nicht gänzlich unbekannt sind, nicht geköpft oder mit Farbe beschädigt, sondern ihn „nur“ verhüllt.

Nie hätte ich geglaubt, dass ich mal eine Aktion von ihr positiv bewerten könnte!

Quelle: AfD-Politikerin kritisiert Ermittlungen durch Staatsschutz – WELT





Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

2 Gedanken zu „Von Storch und der alte Marx“

  1. Hallo Horst,

    ich finde, dass diejenigen, deren Geschäftsmodell es ist, permanent mit dem Finger auf Andere zu zeigen, dabei gleichzeitig aber nichts Erwähnenswertes auf die Reihe bekommen, es aushalten müssen, wenn man mit dem Finger auf sie zeigt, wenn sie Scheiße bauen – unabhängig von den Beweggründen, warum sie das gemacht haben.

    Insofern finde ich die Aktion der Beatrix von S. ziemlich daneben. Wäre sie schlau gewesen, hätte sie die Aktion angemeldet und nicht gegen das Versammlungsgesetz verstoßen. So viel Grips hätte ich der Dame schon zugetraut, wenn sie als Politikerin und promovierte Juristin denkt, einem Denkmal einfach mal so eine Tüte überstülpen zu müssen. Denn sie hätte es wissen müssen, im Gegensatz zu den Denkmalsverschandlern aus der ultralinken Ecke (die kein Bundestagsmandat haben und i.d.R. wahrscheinlich keine Juristen sind).

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  2. Ich bin kein AfD – Fan. Darüber erzählt dieser Blog eine ausführliche Geschichte. In diesem Fall war es die Person, die mir ganz ausnahmsweise fast aus dem Herzen gesprochen bzw. gehandelt hat. Natürlich passt die Aktion grundsätzlich ins Verhalten der Populisten. Meine Meinung ist in diesem Fall, dass all die, die Denkmäler zerstören, alle einen an der Waffel haben. Dass ihre Motive letztlich nicht standhalten und sogar idiotisch sind, hat die Marx-Aktion gezeigt. Wie unterschiedlich das im Internet gesehen wird, ist nicht überraschend. Die Linken haben halt immer recht. Ganz egal, worum es geht und alle anderen sollen sich fügen. Übrigens nicht zuletzt auch meinungstechnisch. Wir gehen in die falsche Richtung. Und ich wehre mich jetzt dagegen. Ich spiele in diesem Spiel jedenfalls nicht mehr mit. Wir zerstören mit diesen Methoden unsere Demokratie, fürchte ich.

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