Sormas-ÖGD-Covid-19, Kontaktpersonenmanagement im Rahmen der SARS-CoV-2-Pandemie sollte die Arbeit der Gesundheitsämter in Deutschland erleichtern. Dabei geht es für die in der Pandemie so wichtige Kontaktpersonen-Nachverfolgung. Es gibt über 400. 331 davon haben nach aktuellen Meldungen des Sormas-Herstellers die Software geliefert bekommen bzw. installiert.
Immer wieder höre ich in den Nachrichten davon, dass trotz dieser ziemlichen hohen Zahl von Installationen viele Gesundheitsämter mit der Software gar nicht arbeiten. Sie benutzten eigene IT-Systeme und Lösungen, manche ziehen immer noch das Fax vor.
Die Begründung dafür, dass das System immer noch nicht im Echtbetrieb genutzt wird, finde ich mindestens seltsam. Was die Chefs der Firmen, für die ich gearbeitet habe, wohl zu der Erklärung gesagt hätten, dass wir im laufenden Betrieb doch keinen Softwarewechsel vornehmen könnten? Der IT-Verantwortliche wäre seinen Job los und ein paar Abteilungsleiter, sofern sie sich diese Argumentation zu eigen gemacht hätten, ebenfalls.
Im öffentlichen Dienst ist das offenkundig völlig anders. Mich macht es einfach sprachlos, wenn ich nach dieser langen Zeit und all den Nöten, die auch für die Mitarbeiter in den Ämtern mit dieser Haltung verbunden sind, solche Ausreden höre. Ich glaube, dezentrale Strukturen für eine so elementare Aufgabe sind nicht gut. Wenn jeder Leiter eines Gesundheitsamtes die Arbeit so tut wie es ihm beliebt, ist das etwas, das sich keiner vorstellen kann, der in der freien Wirtschaft gearbeitet hat. Und das ist nur ein Aspekt von deutlich wichtigeren.