Vor allem aber ist da jenes Dickicht aus Paragrafen und Mitwirkungsrechten, das der Ăkonom Mike Moffatt jĂŒngst als âVetokratieâ bezeichnet hat und das so viele sinnvolle Projekte am Ende um Jahre verzögert, fĂŒnfmal so teuer oder gleich unwirtschaftlich macht.
Quelle
Ja, Vetokratie. Es scheint, dass ist das richtige Wort fĂŒr diesen Zustand, den ich vor einiger Zeit schon beklagt hatte. Wir kommen nicht in die Puschen, weil wir (alle!?) zu viel Einspruchsmöglichkeiten in unserer Demokratie nutzen. Das fĂŒhrt dazu, dass nichts mehr richtig vorankommt. Wir beklagen uns gern. Vor allem, wenn die neuen BrĂŒcken zu lange auf sich warten lassen oder vielleicht die StraĂe, die zu den neuen BrĂŒcken fĂŒhren.
Man könnte die Vetomöglichkeiten rasieren, etwa so, wie man dies bei der BĂŒrokratie seit Jahren versucht. Man könnte allerdings auch an den Verstand der MitbĂŒrger appellieren und sie zu bitten, nicht immer und bei jeder Gelegenheit Recht behalten zu wollen. Die Zahl der anhĂ€ngigen Verfahren sind vermutlich immer noch auf einem Hochstand. Angesichts des Mangels an FachkrĂ€ften (AnwĂ€lte und Richter) wĂ€re auch das eine Möglichkeit, Dinge zu beschleunigen. Und zwar fĂŒr all die Nasen, die gern auf ihr Recht pochen.
Die Lage in Deutschland ist nicht rosig. Wohl viel weniger als es unsere Ampel-Regierung wahrhaben möchte. Vielleicht ist sie aber auch nicht so schlecht, wie wir, getriggert durch stÀndige, schlechte Medienmeldungen, denken.
Hier ein paar Kniffe, wie wir nach Ansicht aus berufenem Munde, also Wirtschaftsredakteuren der SZ, aus dem Tal herauskommen. Irgendwie schwingt da immer mit, dass Lindners Sparkurs den Treck unwillkommener Weise blockiert und es mit mehr Schulden automatisch wieder aufwÀrts ginge. Ob das stimmt?
Entscheidend wĂ€re zunĂ€chst, dem gravierenden FachkrĂ€ftemangel endlich entschlossen entgegenzutreten, indem die Schul- und UniversitĂ€tsausbildung radikal verbessert, die Belastung von Arbeit mit Steuern und Abgaben spĂŒrbar reduziert, der Anreiz zur Erwerbsaufnahme fĂŒr Frauen, Rentner und BĂŒrgergeldbezieher erhöht, die Kinderbetreuung ausgebaut und die Zuwanderung gesteuert wird. Wo dennoch Mitarbeiter fehlen, mĂŒssen modernste Maschinen, Roboter und kĂŒnstliche Intelligenz (KI) sie ersetzen, wie KI ĂŒberhaupt die nĂ€chste Querschnittstechnologie werden muss, die die immer weiter gesunkene ProduktivitĂ€t branchenĂŒbergreifend wieder erhöht. Start-ups und Forschende mĂŒssen die dafĂŒr nötige Förderung erhalten, die auch dazu beitrĂ€gt, dass moderne Produkte in Deutschland nicht nur erfunden, sondern auch gefertigt werden. Und der Staat schlieĂlich muss die Firmen durch groĂzĂŒgige steuerliche Anreize und volldigitale VerwaltungsablĂ€ufe vehement dabei unterstĂŒtzen, in den klimagerechten Umbau des Landes zu investieren.
SZ, Claus Hulverscheidt
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