Selbstbestimmung und Straflosigkeit: Wie Deutschland mit Gewalt und Hetze umgeht

Wie viele sich plötzlich darüber aufregen, wenn auf Sylt Nazi-Parolen gegrölt werden. Dabei ist der „Liedtext“, glaube ich, schon seit einem Jahr umgedichtet worden und hat sehr viele Anhänger gefunden. Überall im Land werden diese Zeilen herausgebrüllt, in kongenialer Verbindung mit Alkohol.

Twitter ist entsetzt. Nun, jedenfalls etwa die Hälfte der verbliebenen User. Die anderen grölen tendenziell mit. Sie verteidigen und verharmlosen diese Auswüchse. Es wäre gut, wenn es anders wäre. Dass unsere Politiker (Spitzenleute wie Hinterbänkler) sich einzeln dazu aufgerufen sehen, ihre Abscheu zu bekunden und (Bärbel Bas) sogar die Höchststrafe für die Sylter Taugenichts zu fordern, ist doch typisch.

Während einerseits die informelle Selbstbestimmung für manchen in den Vordergrund rückt und so die Täter zu Opfern stilisiert werden, werden auf der anderen Seite ausländische Schläger und Clanverbrecher in Ruhe gelassen. Sie können in immer kürzeren Zeitabständen ungestört auf unseren Straßen rechtsfreie Räume erkämpfen und für Gewaltexzesse nutzen. Das stößt immer mehr Menschen bitter auf und wird eines Tages die Folgen haben, die dann wiederum lautstark von Medien und Politik beklagt werden.

Und so bleibt es, wie es in Deutschland leider ist: Politiker äußern sich maximal entsetzt über Entwicklungen, die sie selbst herbeigeführt haben oder für die sie zumindest mitverantwortlich sind und die unsere Polizei längst nicht mehr in den Griff bekommt.

Horst Schulte
Horst Schulte
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Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Ich bin jetzt 72 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt, wie man so sagt, in der Provinz. Großstädte sind mir ein Gräuel.

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