Wer ist deutsch genug?

Einer der "sympathischsten" Züge von AfD-Leuten: Sie haben viel für ihren Stamm übrig. Dabei gehen sie allerdings für meinen Geschmack etwas weit.

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Quelle: Ann-Katrin Müller via Bluesky

60 Millionen. Warum nicht 40? Oder 20? Dann brau­chen wir noch weni­ger Wohnungen, Schulen, Kitas und Lehrer. Die Straßen wer­den lee­rer, die Wartezimmer auch, und irgend­wann erle­digt sich sogar der Fachkräftemangel – weil schlicht nie­mand mehr da ist, der Fachkräfte benö­tigt. Man muss die­sen Gedanken nur kon­se­quent zu Ende den­ken, um sei­ne gan­ze Absurdität zu erkennen.

Das eigent­lich Verstörende ist nicht ein­mal die­se ver­rück­te Zahl. Es ist die Vorstellung vom Staat, die dahin­ter her­vor­tritt. Menschen erschei­nen dar­in vor allem als Belastung: Sie brau­chen Wohnungen, Schulen, Lehrer und Sozialpädagogen. Dass die­sel­ben Menschen Häuser bau­en, Kinder unter­rich­ten, Alte pfle­gen, Unternehmen grün­den, Steuern zah­len und die­ses Land über­haupt am Laufen hal­ten, fällt bei die­ser merk­wür­di­gen Bevölkerungsbuchhaltung unter den Tisch.

Und dann kommt die ent­schei­den­de Frage: Wer gehört zu die­sen gewünsch­ten 60 Millionen? Wer darf blei­ben, wer ist in die­ser Rechnung läs­ti­ger Überschuss? Spätestens wenn zwi­schen Deutschen und deut­schen Staatsbürgern mit Migrationsgeschichte unter­schie­den wird, bekommt das Zahlenspiel einen ziem­lich häss­li­chen Unterton. Dann reden wir näm­lich nicht mehr über Demografie. Dann reden wir dar­über, wel­che Menschen man für wirk­lich zuge­hö­rig hält.

Ein Volk ist kei­ne geschlos­se­ne Gesellschaft mit begrenz­ter Mitgliederzahl – und Deutschland kein Heimatverein, des­sen Vorstand dar­über befin­det, wer deutsch genug für die ver­blei­ben­den 60 Millionen ist.

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2 Kommentare

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  1. Fürchterlich, die­se völ­ki­schen AFD-Vorstellungen! Wenn in mei­ner direk­ten Umgebung alle Migranten ver­schwin­den wür­den, gäbe es nichts mehr außer dem LIDL (sofern die Belegschaft noch reicht) und einem Metzger um die Ecke. Weg wären: der Bäcker, 2 wich­ti­ge Spätis (frü­her: Tante Emma), drei Restaurants und ein Fahrradservice.

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