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Die besondere Diät: Wer möchte mitmachen beim Kritik ☠️ fasten?


 • Letzte Änderung: 8. Aug. 2020  2 Min. Lesezeit 38

Die öden Witze, die in der »Heute Show« über Martin Schulz, die SPD oder beide gerissen werden, finde ich doof.  Allerdings finde ich es voll in Ordnung, wenn Trump auf dem »Spiegel« – Cover der Freiheitsstatue den Kopf abschneidet und das Blut nur so fließt. Oder wenn Unionspolitiker ihr Fett weg bekommen – egal wo.

Auch Erdogan kann gar nicht genug Lack kriegen und selbstverständlich fallen mir noch ein paar andere ein, bei denen ich Spaß habe, wenn sie in aller Öffentlichkeit so richtig durch den Kakao gezogen werden.

Zum Glück, tröste ich mich, merke ich das wenigstens noch. Aha! ich setze also voraus, dass die anderen es ebenfalls so handhaben und nicht mal bemerken, wie uns alle das verändert? Nee, das tue ich nicht.

Aber klar ist, dass Diskussionen im Internet immer öfter frustrierend und einfach nur zum Ärgern sind.

Wenigstens haben wir gelernt, uns zu wehren. Dass damit auch Sprachlosigkeit über die zerstrittenen Lager hinweg eingekehrt ist, sehen wir die meiste Zeit hindurch vermutlich als Kollateralschaden. Und schließlich sind es ja meistens Fremde, denen wir eben so richtig die Meinung gegeigt haben. Dumm nur, dass wir längst mitgekriegt haben, dass unser Verhalten vor der Familie und vor Freunden nicht mehr halt macht.

Eben habe ich erst wieder drei »rechte Hirnis« bei Twitter geblockt. Die werden mich (vorerst) nicht mehr ärgern.

Bei »Zeit Campus« habe ich gelesen, dass wir »einmal Kritik fasten« versuchen sollten.

— Vielleicht wäre meine Diät, die nun in die 7. Woche geht, ein toller Trigger für sowas? Ich will die verlorenen fünf kg Gewicht nicht als erfolgversprechende Basis anführen, aber wenn ich das geschafft habe, werde ich mir für eine Weile auch die üblichen Boshaftigkeiten verkneifen können?

Ich versuch es einfach mal.

Natürlich ist mir aufgefallen, dass ich schon lange nicht mehr blogge, also mich mit dem befasse, was Blogger normalerweise so machen.

Ich habe mich stattdessen darauf verlegt, zu kritisieren und Beispiele dafür zu beschreiben, wie »es« nicht laufen sollte. Wobei dieses »es« wiederum für alles mögliche stehen kann. Ab und zu sogar mal für ein Thema, das auch andere Leute interessiert.

Seit langem nehme ich mir Artikel vor, immer in dem unterschwelligen Bewusstsein, darin etwas zu finden, wogegen ich mich positionieren könnte. Irgendwas geht immer oder ich arbeite mich an einer Person ab, die in meinen Augen irgendwas Dummes oder Unerhörtes gesagt hat.

Ich stelle mir die Frage, was langweilig daran ist, eigene Themen zu finden oder sie von mir aus zu erfinden?  Die hätten es vielleicht eher verdient, gebloggt zu werden? Ich denke, der Unterhaltungswert dieser Methode wäre nicht vergleichbar oder langweilig. Ok – noch langweiliger?

Wenn ich jetzt mit dieser neuen Diät quasi parallel zu der anderen anfange und ich dann noch weniger blogge, könnte das an diesem Methodenwechsel liegen.

Leute, Ansichten oder vermeintliche Fehlleistungen, die ich kritisieren könnte, finden sich an jeder Ecke, während es bedeutend schwieriger ist, eigene Themen aufzumachen und daraus einen Artikel werden zu lassen.

Logisch ist, dass das Ganze auf weniger Artikel hinausläuft. Doch ich werde es jetzt einfach mal probieren. Wie lange dauert die Fastenzeit noch? Sie endet am Samstag, den 15. April 2017. Das sollte zu schaffen sein.

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